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Gastblog

"Das Fremdwörterbuch" im Ramadan zu Gast

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10 Aug 2011
"Das Fremdwörterbuch"-ist ein beliebter Islam-Blog im deutschsprachigen Raum.

Kübra Gümüsay bloggt über Ramadan

"Das Fremdwörterbuch"-ist ein beliebter Islam-Blog im deutschsprachigen Raum.

Von Kübra Gümüsay (Yücel):

„Oh, Kübra. Das tut mir so Leid!“, riefen meine Freundinnen alle gleichzeitig als sie mich entdecken. Ich war soeben zu ihnen auf dem Pausenhof gestoßen. Kaum dass sie mich sahen, ging die Hektik los. Julia blickte sich panisch wild umher und suchte nach einem Versteck für ihren Schokoriegel. Maja stopfte sich hastig die Reste ihres Wurstbrotes in den viel zu kleinen Mund. Schließlich drehte sie sich und versuchte dort die Reste runterzuschlingen. Lisa versteckte ihren Orangensaft hinter dem Rücken und sagte beschämt: „Total vergessen, dass du fastest.“ Ein gedämpftes „Scholdigong“ ertönte aus Majas Mund. Sie stand noch immer mit dem Rücken zu mir, ganz eindeutig im Kampf mit den Wurstresten. Und Julia wusch sich die Schokoreste vom Mundwinkel. Hach, wie ich diese Mädels doch liebte.

Jedes Jahr zu Ramadan erklärte ich also meinen Freundinnen aufs Neue, dass es mir wirklich, wirklich, wirklich nichts ausmachte, wenn sie in meiner Anwesenheit aßen. Selbst wenn es Kinderriegel oder Lakritze waren. Und überhaupt: Das war doch die Prüfung. Fasten trotz Versuchung. Jedes Jahr blickten mich meine Freundinnen ungläubig an. „Ja, sicher“, sagten sie nickend. „Genau!", sagte ich dann zustimmend. Und ich sah sie aber in den nächsten Wochen trotzdem nie Essen. Merkwürdig. Sie glaubten mir also nicht.

Nun, eigentlich hatten sie ja Recht. Ich meine, sie kennen diesen Menschen ziemlich gut, der zum Glücklichsein lediglich Kinderriegel und Lakritze im Viertelstundentakt benötigt. Plötzlich steht aber der gleiche Mensch vor ihnen und erzählt mit dem breitesten Grinsen, dass es ihm absolut und „wirklich, wirklich, wirklich“ gar nichts ausmache, wenn sie Kinderriegel und Lakritze vor ihm essen würden. Ja, sicher denken sie „ja, sicher.“

Doch dieser Monat Ramadan gibt diesem Mensch eine besondere Kraft.

Der Mensch fastet nicht, um nicht zu essen. Der Mensch fastet, um zu fühlen.

Was er fühlt ist jedoch nicht die Abstinenz des Essens, sondern die Anwesenheit von innerer Stärke und Disziplin. Ein Gefühl, das er aber vergaß . Manchmal sitzt dieser Mensch dann bei Sonnenuntergang vor den leckersten Speisen kann aber nicht zugreifen, möchte noch nicht kosten. Denn derweil kostet er von der Minimalität und der Schönheit der Welt. Er sieht mehr als sonst. Und er dankt Ihm. Welch ungeahnte Kräfte in diesem Körper doch steckten, der Er ihm gab. Wie sehr der Mensch doch blind den Gelüsten folgte, statt dem Bedarf. „Wie wenig mir doch eigentlich genügt“, denkt sich der Mensch und ist verwundert und glücklich zugleich. Die erste Lakritze, die der Mensch dann isst, ist die schönste seit einem Jahr. Und die nächste und wieder nächste, bis sie alle wieder gleich schmecken.

Das Ziel muss doch sein, sage ich mir heute, jeden Tag so zu fühlen und zu sehen. Denn diese Stärke gab Er uns, nicht nur im Ramadan.

Kübra Gümüsay

http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/

  • Yuna Guillamot

    salam. mir läuft eine Träne über das Gesicht, so schön ist es beschrieben worden. Ich vermisse in diesem Jahr das Fasten. Alhamdulillah habe ich meinen neugeborenen Sohn, there mich tröstet! Danke für diesen wunderschönen Artikel!

  • Selcuk Kürklü

    Masallah, ja das vergessen leider viele, es geht um das Spirituelle und man fühlt auch wie es einem armen Menschen geht, die Spendenbereitschaft wird größer, manchmal will ich gar nichts essen, wo man jetzt die Bilder aus Afrika sieht. Ich habe alles zu essen, esse auch gerne Lakritze und Süßigkeiten, Schokolade usw.. Elhamdulillah, aber es tut weh zu sehen das andere nichts haben und wir alles im Überfluss haben, und irgendwann werden wir Rechenschaft ablegen müssen, Allah s.w.t soll uns vergeben, recht leiten und uns helfen anderen zu helfen und alle hungrigen Mensch sättigen und mehr Risk geben insallah.

    • Demir Sadikovic

      Da hast du recht..

    • Tuu Ba

      amin

  • Inci Minci

    Dass man dieses Gefühl in so schöne Worte fassen kann...vielen Dank!

  • Leila Azaouaghi

    mashallah, das stimmt man braucht nicht viel im Leben, hamdulilah.

    • Selcuk Kürklü

      Wenn das jede Schwester so sehen würde, wäre ich froh :-)

  • Zusan Habibi

    Besser kann man es nicht ausdrücken, RESPEKT.

  • Arzu Ve Erkan Inan

    Es ist halt mehr als Hungern und Dursten :) Ich finde das der Artikel dieses entfremden der nicht Muslime von der ihrigen Spirituallitat gut aufgreift. Man sollte Sie immer wieder darauf aufmerksam machen wie sehr uns das Fasten bedeutet. Und das es eine ganz besondere Zeit für die Menschen ist. Das es Freude und nicht Leid ist. Das es ein Zurecht Rücken in der Verrücken Welt bedeutet. Ein Focosieren auf das wesentliche. Ein erneutes Miteinander in dem grossen Nebeneinander der heuten Zeit. Es ist halt mehr als Nur Hungern und Dursten. Insallah sind wir von denen derer Fasten mehr als dies ist!

  • Yasin Lehrte

    Im Ramadan ist von Sonnenaufgang bis untergang , das essen u.trinken für alle, aber auch alle Menschen Haram

  • Raziye Gökkaya

    Danke, habe selbst Gänzehaut gekriegt....RESPEKT ! Bist ein Gefühlvolles Mädchen...Alles Liebe au dein weg, wünsche dir alle das Glück auf ERDEN....

  • Fatma Ak Altay

    Kommt mir sehr bekannt vor. Danke für deinen Artiekel hat mir ECHT sehr gut gefallen!

  • Selcuk Kürklü

    Ibn ‘Umar, Allāhs Wohlgefallen auf beiden, sagte: ”Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede auf ihm, sagte: »Der Islam wurde auf fünf (Tragpfeilern) gebaut: dem Zeugnis, dass kein Gott da ist außer Allāh, und dass Muḥammad der Gesandte Allāhs ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakāh, dem Ḥaǧǧ und dem Fasten im (Monat) Ramaḍān.«“ Abū Huraira, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allāhs Segen und Friede auf ihm, sagte: ”Der Glaube besteht aus mehr als sechzig Teilen, und die Schamhaftigkeit (Ḥayā’) ist ein Teil des Glaubens.“2

    • Selcuk Kürklü

      Allah leitet den Recht den er will, und Allah sei dank ich sehe immer mehr Polen, Italiener in der Moschee von streng katholischen Familien! Von Deutschen Konvertierten die kann ich schon gar nicht mehr zählen!!! Weiß nicht was du mit deinem Kommentar bezwecken willst, meine Antwort und das was ich sehe reicht mir, es war so schön nehmen einen jungen Polnischen Bruder zu beten!

  • Serkan Bostanci

    Einige muslimische Menschen fasten nicht weil sie sagen sie können es nicht aushalten nicht zu essen oder zu trinken, oder weil sie rauchen müssen.Letztes Jahr im Ramazan, als die Überflutung in Pakistan war und ein dorf überschwämt wurde, ist der 9-jährige junge mit seiner mama und seinem bruder auf das Dach der schule gestiegen um sich vor der flut zu retten. SIE HATTEN 3 TAGE NICHTS ZU ESSEN UND NICHTS ZU TRINKEN. er wusste nicht WANN er wieder essen oder trinken kann. Wir müssen nur auf eine bestimmte UHRZEIT warten bis wir wieder essen und trinken dürfen.... Manche von uns halten es nicht aus diese paar stunden zu fasten. viele menschen reden von DIZIPLIN, wie pünktlichkeit, früh aufstehen oder was weiss ich was. ABER fasten schaffen sie nicht; wie gesagt es ist NUR EINE BESTIMMTE ZEIT. Einmal im Jahr für ein Monat für paar stundenl MITFÜHLEN wie es den menschen geht, die 12monate nichts haben, oder mal was zu essen bekommen, wenn wir spenden. Schade und traurig. ALLAH der barmherzige und allvergebende möge unseren seelen gnädig sein. AMIN