Was wird sein nach Ramadan?
Die Tage im Ramadan sind nun fast vorbei und der gesegnete Gast verlässt uns nun. Die schönsten Tage und die besten Nächte im Jahr gingen vorbei. Der Monat des Koran, der Taqwa, der Geduld, der Anstrengung, der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Befreiung vom Höllenfeuer fanden ein Ende.
Nun ist es für jeden für uns an der Zeit die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen und mit uns selbst abzurechnen und uns manche Fragen zu stellen: Haben wir die Voraussetzungen für die Tawqa erfüllt und haben die Schule des Ramadan erfolgreich abgeschlossen und das Diplom der Gottesfurcht erhalten?
Waren wir in der Lage unseren Nafs unter Kontrolle zu bringen und unsere Triebe und Begierden zu zügeln? Oder haben wir ihnen, auch im Ramadan wie so oft - vielleicht allzu oft - nachgegeben und waren ihnen unterlegen?
Haben wir gute Dinge getan, zusätzliche Gottesdienste und besseres Verhalten vollbracht, so dass wir die Bedingungen erfüllten die Barmherzigkeit und die Vergebung Allah zu erlangen. Hat Allah, der Erhabene, auch uns in diesen Tagen vor dem Höllenfeuer errettet?
Als aufrichtige Muslime, als Mukhlisiin, sollten wir uns diese und ähnliche Fragen stellen und sie für uns aufrichtig beantworten. Die Fragen sollten darum gehen, was haben wir in den letzten 29 oder 30 Tagen vom Ramadan wirklich an Gewinn und Vorteile für das Jenseits, für unser Verhältnis zu unserem Schöpfer, für unser Verhalten und Charakter als Gläubige gezogen?
Denn: Wenn nicht die Zeit des Ramadans eine Schule des Imans ist, welche Zeit ist es denn? Wenn wir nicht in diesem gesegneten Zeitenabschnitt unsere Geistigkeit vertiefen konnten, wann sollten wir sie dann tun? Wann sonst sollten wir verstärkt Lehren als Gläubige ziehen und die Gelegenheit zur Veränderung zum Besseren am Schopfe packen als in diesem gesegneten Monat? Bedenken wir: Es gibt nur einen einzige Monat Ramadan im Jahr und nicht unendliche Ramadanmonate in deinem Leben!
Allah gibt uns hier und jetzt die Möglichkeit der Veränderung: Der Veränderung der Taten, der Gewohnheiten, und unserer widrigen Eigenarten. Es ist Sunnatullah – Vorgabe Allahs - dass Allah nur unseren Zustand verändern wird, wenn wir auch diese Veränderung aufrichtig wollen und uns darum bemühen:
„Gewiss ändert Allah die Lage eines Volkes nicht, solange sie sich selbst innerlich nicht ändern“ (13:11)
Wenn du dich also gefragt hast, ob du von diesem gesegneten Monat Nutzen gezogen hast und du diese Frage für dich positiv beantworten konntest, also die Voraussetzungen für die Taqwa erfüllt hast d.h. mit all seinen Sinnen und Organen gefastet hast – und nicht nur einfach hungrig und durstig warst -, du mit deinem Ego gekämpft hast usw., dann danke und preise deinen Herrn, den Allerhöchsten und erkenne, dass Er dich dazu befähigt, Er dir die Standhaftigkeit dazu verliehen hat. Bitte Ihn von nun an, dass Er dich auf diesem Weg hält, in diesem Zustand fest macht und Er dich weiterhin befähigt dein Iman zu vertiefen.
Sei also nicht wie ein Narr, der einen ganzen Monat lang Schätze angehäuft hat und für ihn Paläste im Paradies aufgrund seines Gottesdienst und seiner Ergebung zu seinem Herrn für ihn erbaut wurden und der danach die Schätze auf die Müllhalden wirft und die Paläste, die für ihn erbaut wurden, wieder abgerissen werden oder jemand anderes sie erhält. Fahre fort die rechtschaffene Handlung (al-amal as-salih) zu tun, deinen tiefen Gehorsam gegenüber Allah fortzuführen.
Der Prophet (s) sagte: „Sprich: Es gibt keinen Gott außer Allah und stehe aufrecht dazu“ (überliefert in Muslim)
Deine Zeit vor dem Ramadan darf nicht gleich sein, wie deine Zeit nach dem Ramadan. Das wäre ein großer Verlust. Es darf nicht sein, dass wir diesen Hochpunkt erreicht haben und wieder in den Tiefpunkt vor Ramadan verfallen. Hat Allah die Teufel nicht im Ramadan festgebunden und wir sind in diesen Tagen widerstandfähiger gegen sie geworden. Wenn die Satane wieder die Ketten sprengen, dann sind wir stärker, widerstandsfähiger, mit einem stärkeren Willen versehen. Es darf dann nicht sein, dass wir wieder das Gebet vernachlässigen, zu schlechten Dingen zurückkehren wie das Anschauen von unzüchtigen Dingen oder das Hören von Verwerflichem oder den intimen verbotenem Kontakten mit dem anderen Geschlecht usw.
Das würde dem Abweisen der Gnade Allahs gleichkommen und haben wir eine Garantie dafür, dass sich Allah, unser Herr, uns sich wieder mit Barmherzigkeit zuwendet?
Allah sagt im Koran
“Und als euer Herr ausrufen ließ: Wenn ihr dankbar seid, füge ich ganz bestimmt mehr hinzu...“ (14:7)
Wie lange geht diese Anstrengung weiter, bis zu welchem Zeitpunkt sollen wir gute Taten, noch besser Taten verrichten, uns besser und gegen unseren Nafs ankämpfen?
„Diene deinem Herrn bis die Gewissheit (Tod) zu dir kommt“ (15:99)
Denn wenn das Fasten im Ramadan vorbei ist, dann gibt es die Möglichkeit im Schawwal sechs Tage zu fasten, an Aschura, an Arafat, an jeweils drei Tagen im Monat, am Montag und Donnerstag.
Wenn das Tarawihgebet vorbei sein wird, dann bleibt das verdienstvolle Gebet in der Gemeinschaft, das Gebet in der Nacht, was das stärkste Sunnagebet ist. Vielleicht gehörst du dann auch zu den Gläubigen, die Allah nahe stehen und von denen Allah im Koran sagt: „Sie schliefen nur einen Teil der Nacht“ (51:17)
Wenn die Zakatul-Fitr bezahlt und der Zakat im Ramadan entrichtet wurde, dann bleibt die Sadaqa, die jederzeit gegeben werden kann.
Wenn ihr in diesem Monat die Koranlesung abgeschlossen habt, so soll er doch auch außerhalb des Ramadans gelesen und gelebt werden.
Denn der Herr des Ramadans ist genau derselbe Herr der restlichen Monate des Jahres. Er ist der Herr des Lebens und des Todes – auch der Herr deines Lebens.
Deswegen ist auch die folgende Dua gerade am Ende des Ramadans geeignet und angebracht: „Ya muqallibal quluub, thabit quluubuna ’ala dinak!“ „O Du, der Du die Herzen drehst und wendest, festige unsere Herzen in Deiner Lebensweise!“
Mit dieser Absicht und diesem Willen können wir das Fest – den Id- am 1. Schawwal feiern. Dann haben wir wirklich einen Anlass zu feiern. Und wenn wir in der Ergebenheit zu unserem Herrn standhaft sind bis zu unseren letzten Lebenszug, dann werden wir im Jenseits das größte Fest begehen- inschallah. Vielleicht wird es uns dann dort bewusst, warum das Wort ’Id (Fest) und der Begriff Ma’ad, welches ‚Jenseits’ bedeutet, miteinander zusammenhängen.
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