Wenn Dein Kind zur Waise wird…
Was ist, wenn du plötzlich nicht mehr da bist?
Woche der Waisen
Assalamu aleikum,
es gibt ein arabisches Sprichwort das besagt:
„Wenn dein Vater stirbt, dann bette dein Haupt auf Mutters Schoß
Wenn deine Mutter stirbt, dann bette deine Haupt auf einer Treppenstufe.“
Der Verlust eines Elternteils ist in den meisten Fällen eine Katastrophe. Ob bei Scheidung oder Tod – für Kinder bricht eine Welt zusammen, wenn eine Bezugsperson plötzlich fehlt - und diesen sicher geglaubten Halt misst man für den Rest seines Lebens…
Zu Zeiten des Propheten Mohammed (ss) war der Tod ein ständiger Begleiter. Er wurde bereits als Halbwaise geboren und verlor auch noch seine Mutter als er erst 6 Jahre alt war. 6 Jahre!… da trauen wir unseren Kindern erstmals ihre eigenen Schritte auf dem Schulweg zu – wenn überhaupt. Der kleine Mohammed (ss) lebte in einer Zeit, als Waisen üblich, ihr Vermögen Freiwild und ihre Rechte nichtig waren.
Unser Prophet (ss) musste das Schicksal selbst durchleiden, um niemals zu vergessen…
… Und bestimmt wird dein Herr dir geben, und du bist zufrieden. - Hat Er dich nicht als Waise gefunden und Bleibe gegeben? – Und er hat dich fehlgehend gefunden und rechtgeleitet? – Und Er hat dich verarmt gefunden und reich gemacht? – Also, was die Waise angeht, so nötige sie nicht, – Und was den Bittenden angeht, so schelte ihn nicht, – Und was die Wohltat deines Herrn angeht, so teile sie mit! (93:5-11)
Das Leben hat ihm seine Liebe zu den Waisen ins Herz eingebrannt.
Aber wie steht es mit unserem Bewusstsein? In unseren behüteten Wohnungen, die wir nur verlassen, um die Kinder zur Schule zu fahren und ihnen den Schulranzen das letzte Stück Weg noch zu tragen? Denken wir zwischen Spielkonsole und Globuli daran, dass das Schicksal es gut mit uns meint….
Empfinden wir für dieses tägliche Glück auch tägliche Dankbarkeit und Wertschätzung?
Müssen wir erst das Leid am eigenen Leib erleben, um zu wissen, dass wir helfen müssen?
Wir leben auf einer Insel der Glückseeligkeit – eingepackt in die Watte des Wohlstands, geplagt von den kleinen Nöten des Alltags, verschont von Krieg und Erdbeben. Es ist eine trügerische Hülle, die unsere Sinne betäubt – zerplatzt sie, dann wird uns ihr Verlust schmerzlicher bewusst werden als uns lieb ist.
…. dann werden unsere Kinder von der Dankbarkeit anderer abhängig sein.
Werden diese „Anderen“ dann in ihrem betäubten Wohlstandsrausch an sie denken?
- in diesem Moment sind wir die "anderen"
wa salam
Eure Emha
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