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Kauthar und Opferung

Kauthar und Opferung

 

Kauthar ist die Bezeichnung der 108. Sure im Koran. Dieser Begriff entspringt aus der arabischen Wortwurzel „kathra“. Seine Bedeutung ist „Vielfalt, Überfluss und Barakah (Segen)“. „Kauthar“ ist gleichzeitig der Name des Flusses im Paradies, an dem der Prophet Muhammad (s) im Jenseits sich mit seiner Umma treffen wird. Dies symbolisiert die große Zahl und die geistige Überlegenheit der Umma Muhammads. Diese Sure wurde nach dem Tode des Sohnes des Propheten (s) und dem Vorwurf der Götzendiener offenbart: Sie hatten behauptetet, dass die Nachkommenschaft des Propheten Muhammad (s) zum Ende gekommen sei.

Einer der Führer der Götzendiener, As bin Waa’il, dachte wie viele andere, dass wenn man keinen männlichen Nachkommen besitzt, keiner mehr die Botschaft des Betreffenden weitergeben könne und sie somit zugrunde gehen würde.  So offenbarte Allah dieses Kapitel im Koran, um Seinen Gesandten zu trösten und um die Muslimen zu stärken. Die Sure liest sich wie folgt:

„1. Wir haben dir ja den Überfluß gegeben, 2. Also bete zu deinem Herrn und schächte, 3. Es ist ja der dich haßt, - er ist der Abgetrennte.“

So geschah es dann auch, dass die Nachkommenschaft derer, die ihm diesen Vorwurf machten, selbst niemanden mehr hatten, der ihre Sache weiterführte. Die Nachkommenschaft der Gläubigen aber geht mit Botschaft des Islam seit über 14 Jahrhunderten weiter. 

Neben diesen Punkten spricht Allah in dieser Sura das islamische Gebet und Opfern an und gibt die Verantwortun, die die Umma des Propheten (s) besitzt, bekannt.

Das zu schächtende Opfertier wird auch Qurban(Kurban) genannt, was vom arabischen Wort „näher kommen“ abgeleitet ist. Mit dem Opfern des Tieres gewinnt man die Nähe Allahs: “Sicher erreicht nicht ihr Fleisch Allah, und nicht ihr Blut, sondern es erreicht Ihn die Gottesfurcht von euch. Derart hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr die Größe Allahs rühmt, wie Er euch rechtgeleitet hat, und künde den Guthandelnden Gutes an.“ (22:37)

Zugleich besitzt die Umsetzung dieses Gebotes die Symbolik, dass man bereit ist mit dem Qurban die weltlichen Bedürfnisse seines nafs (Egos) zu opfern. Dies deutet uns auch die Geschichte der Söhne Adam Habil und Kabil an (siehe Koran 5:27).  Auch hier wird der Kern der Opferung, nämlich der Bezug zur Gottesfurcht, betont.

Eine weitere Geschichte mit Opferung ist natürlich die Begebenheit, dass der Prophet Ibrahim den Auftrag von Gott erhielt, seinen Sohn zu opfern (siehe Koran 21:68–69). Er gehörte zu den Propheten des ulul azm (die, die überaus große Willenstärke bewiesen) und er mit dem Ehrennamen „Khalilullah“ (der enge Freund Allahs) bezeichnet wurde.

Er mit der Bereitschaft zur Opferung seines Sohnes Ismails geprüft. Bis heute folgen die Gläubigen nämlich dem Ritus von Ibrahim, der dies zum ersten Mal aus Gottergebenheit umsetzte (sieh auch Koran 60:4).

Also ist das Darbringen von Opfertieren ein Akt des Gottesdienstes seit dem ersten Menschen und Propheten Adam. Es ist für einen Gläubigen nicht einfach das Opfertier zu schächten. Noch schwerer wird es sein, wenn es das Tier selbst herangezogen hat. Aber damit soll der Muslim erkennen, dass er bereit sein sollte, alles, auch wenn es ihm schwer fällt, für Allah opfern zu können. Er soll nachvollziehen können, dass alles, was er besitzt und liebt, ein anvertrautes Gut (eine amana) von Allah ist. Ihm soll bewusst werden, dass jegliche Liebe, außer zu Allah selbst, Grenzen besitzen muss und - wenn nötig - für die Liebe zu Allah geopfert werden muss.

Wenn man ein Opfertier schächtet oder schächten lässt, bleibt für einen selbst, oft nichts übrig – außer der Gottesfurcht bzw. die Liebe zum Schöpfer. Diejenigen, die ihr Qurban über muslimehelfen schächten lassen, sehen nicht mal die Menschen, die das Fleisch bekommen.

Zudem haben nicht nur Menschen, die das ganze Jahr über kein Fleisch essen, einen Nutzen vom Qurban, sondern auch bedürftige Menschen, die mit Viehhandel überleben, profitieren davon. Die Wirtschaft wird z.B. dadurch belebt.

Zum Vorwurf der Tierquälerei kann man sagen, dass wenn die Schächtung nach islamischen Vorgaben und vom Fachmann geschieht, das Opfertier minimale Schmerzen erleidet, was ich selber sogar bei Bullen und Kühen, die schwieriger zu schächten sind, beobachten konnte.

Das Darbringen von Opfertieren ist also ein sinnvoller Bestandteil der islamischen Praxis und seinen Platz und Sinn im Leben der Muslime.