Lebensmittelhilfe für Opfer der Unruhen
1/3
Projektcode:
 

Hilf mit

Rohingya In Myanmar – Hilfe Jetzt Möglich

Erste Meldungen über Gewalt mit Todesopfern in Myanmar kamen Anfang Juni. Die Umstände mögen unklar sein, doch die eigentliche Ursache ist klar: Im Krisengebiet leben die Rohingya, etwa 800 000 Menschen muslimischen Glaubens, und für die buddhistische Mehrheitsbevölkerung und insbesondere die Regierung gelten diese weder als Einheimische noch als Staatsbürger. Das Problem der Rohingya ist primär ein politisches Problem, aus dem, weil ungelöst, ein humanitäres wurde. Obwohl die Rohingya laut UN zu den am stärksten verfolgten Minderheiten gehören, blieben sie weitgehend unbeachtet. Auch die muslimische Welt hat hier versagt. Seit 1978 leben im Nachbarland Bangladesch hunderttausende Rohingya-Flüchtlinge, die allermeisten bis heute in Lagern, und als nun wieder Rohingya Zuflucht suchten, schloß Bangladesch kurzerhand die Grenze.

Die Unruhen verschlimmerten sich, die Medien berichteten von niedergebrannten Häusern, zerstörten Siedlungen und vielen Toten. Das Krisengebiet war zunächst abgeriegelt, bis einige muslimische Länder bei der Regierung vorstellig wurden. Auch gab es lange keine zuverlässigen Informationen. Leider haben nicht alle, die helfen wollten, dem Rechnung getragen. Nicht alles, was berichtet wurde, war korrekt. Wir von Muslime Helfen haben uns daran nicht beteiligt und stattdessen unser für solche Fälle bewährtes Konzept befolgt: Nicht reden, sondern tun!

muslimehelfen hat in Myanmar seit 2008 einheimische Partner bei mehreren Projekten unterstützt. Durch diese Verbindungen war es möglich, zunächst einen Versuch zu machen. Ein zuverlässiger Helfer, der Zugang zum Krisengebiet hatte, konnte 263 Familien in einer Notunterkunft kleine Geldbeträge für den Kauf von Lebensmitteln übergeben. Inzwischen erhielt nach viel Mühe unsere Partnerorganisation die offizielle Erlaubnis, den Opfern der Unruhen zu helfen. Nun wurden weitere Lebensmittel verteilt. Wir wissen, daß die Not groß ist und möchten sie lindern. Der Weg ist jetzt frei, der Zugang offen. Wie lange das so bleibt, ist unklar. Die Nachrichten sind nicht gut, gerade erfuhren wir, daß am 5. September erneut vier Rohingya ermordet wurden. Aber solange es möglich ist, den Notleidenden zu helfen, wollen wir es tun, und wer dabei mithelfen will, möge dafür beten und dafür spenden. Dschasakumu llah – Gott vergelt’s!

Ahmad von Denffer

Nachtrag:

Inzwischen hat eine weitere Hilfsmassnahme begonnen, die mh mit € 27 000 finanziert. Im Bezirk Pauk Taw sollen 1500 Familien mit jeweils 50 kg Reis versorgt werden.