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Land: Tansania Region: Ostafrika Jamhuri ya Muungano wa Tanzania Fläche: 945.087 km² Bevölkerung: 38.329.000 (2005) Hauptstadt: Dodoma Amtssprache: Swahili, Englisch Bruttonationaleinkommen: 241 € pro Kopf (2005) Währung: 1 Tans.-Schilling (T.Sh.) = 100 Cents; 1 € = 1707 T.Sh. Bevölkerungswachstum: 1,8%; letzte Zählung 2002: 34569233 Einw.; Tanganjika: 33584607 Einw., Sansibar und Pemba: 984626 Einw. - insg. 120 Ethnien: ca. 60% Bantu-Gruppen (Haya, Makonde, Njamwesi, Sukuma, Chagga u.v.a.), außerdem ostnilotische Maasai, arabisch-afrikanische Swahili; Minderheiten von Asiaten, Arabern und Europäern
Wege aus der Armut: Die Tansania-Kooperative
Ein Bauer berichtet wie er von Händlern ausgebeutet wurde.
Mit der Tansania-Kooperative konnte muslimehelfen von Februar bis vorerst Dezember 2009 ein besonderes Projekt zur Selbsthilfe muslimischer Bauern unterstützen: die Tansania-Kooperative. Unsere Partnerorganisation Jumuiya Zawiyatul Qadiriya Tanzania (JZQT) gründete für dieses Programm eine eigene Einrichtung namens Hekima, die sich um die Koordination dieses Projekts kümmert.
Die Kooperative arbeitete folgendermaßen: Bauern im Bezirk Mbeya im Westen Tansanias erhielten insgesamt eine finanzielle Starthilfe in Höhe von 2.000 US$ (etwa 1.500 Euro) für die Produktion ihrer kommenden Ernte. Es handelte sich dabei um den Anbau von Getreide (Reis und Mais), Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln und Gewürzen. Dieses Geld war nur eine Anleihe und sollte zurückgezahlt werden, und zwar in Form von Ernteerträgen, die zum aktuellen Marktpreis an Hekima verkauft wurden. Hekima garantierte den Absatz der Ernte – vom Beginn der Erntezeit an bis zum Ende der Saison. Die Anleihe reichte den Bauern aus, um die Kosten für Dünger zu decken, den sie bis zur Erntezeit im April 2009 benötigten. Die Bauern verpflichteten sich ihrerseits, jeweils mindestens 5 US$ (etwa 4 Euro) ihres Gewinns in die Renovierung einer Schule und andere Bildungsprojekte für ihre Kinder zu investieren. Hekima hatte außerdem 200 Hektar Land von einem Bauern zur Verfügung gestellt bekommen und konnte dort mit dem Anbau von Reis zusätzliche Erträge für das Projekt erwirtschaften. Im Projektzeitraum wurden die teilnehmenden Bauern in regelmäßigen Seminaren von Hekima auf das Projekt vorbereitet und informiert, wie sie den Erfolg des Projektes steigern können. Besonders Sparmaßnahmen waren hierbei ein Thema. Neben den landwirtschaftlichen Seminaren startete Hekima eine Aufklärungskampagne für Eltern, um sie auf die Bedeutung von Bildung für die Zukunft ihrer Kinder aufmerksam zu machen. Durch die Armut der Bauern ist Kinderarbeit weit verbreitet. Für die Bauern vor Ort war das Projekt ein Rettungsanker. Jährlich werden sie von Händlern regelrecht ausgebeutet und müssen unter dem wirtschaftlichen Druck ihre Erträge für einen Bruchteil des Marktpreises hergeben, teilweise für nur 5 Prozent des Warenwertes. Die Armut zwingt die Bauern zudem, Anleihen bei solchen Händlern zu nehmen, die wiederum ihrerseits bis zu 75 Prozent Zins auf die Rückzahlung draufschlagen. Verständlich, dass die Bauern unter diesen Umständen in eine Armutsspirale geraten und in der ständigen Abhängigkeit von den Händlern verbleiben. Ihr Einkommen ist zu gering, und sie können ihre Kinder ohne die entsprechenden Mittel nicht zur Schule schicken, es geht ums Überleben der Familie. Die Teilnahme der Bauern an der Kooperative zahlte sich inzwischen aus. Unsere Partner vor Ort kauften den Bauern im Jahr 2009 Ernteerträge mit dem Gegenwert von 40.000 Euro ab. Hekima hatte hierfür Sammelstellen eingerichtet, bei denen die Bauern ihre Erträge abgeben konnten. Die Organisation heuerte zudem Bauern an, um die Ernten und Rückzahlungen von den Teilnehmern einzusammeln. Diese konnten dadurch ihr Einkommen aufbessern. Die meisten Bauern bauten Mais und Reis an, und hierfür konnte bereits ein südafrikanisches Unternehmen zum Vertrieb in Ost-Afrika gefunden werden. Der Vertrieb der weiteren Waren ist in Planung. Für den Transport der Ernte steht ein hierfür erworbener Lastwagen zur Verfügung, außerdem ein Lagerhaus, dessen Mietkosten übernommen wurden. Zusätzlich bot Hekima die Ernte kostengünstig Frauen an, überwiegend Witwen, die jeweils ein kleines Geschäft (so genannte „Mama Lishes“) betrieben. Etwa 80 Frauen konnten mit diesen Waren ihr Einkommen steigern. Weitere Teile der Ernte wurden in die Großstadt Daressalam transportiert und dort verkauft. Abnehmer waren neben „Mama Lishes“ einige Hotels, die den Reis ebenso wie die Witwen kostengünstiger erhielten. Insgesamt nahmen 500 Bauernfamilien mit jeweils etwa acht Familienmitgliedern an der Tansania-Kooperative teil. Außerdem hatten sich alle TeilnehmerInnen verpflichtet, ihr Wissen mit den Dorfnachbarn zu teilen, wodurch dann insgesamt etwa 1.700 Landwirte von dem Projekt profitierten. Durch den Erfolg der Tansania-Kooperative konnte schließlich auch ein erstes Schulprojekt durchgeführt werden. 300 Kinder islamischer Schulen erhielten täglich ein kostenloses Frühstück. Außerdem wurden eine Schule und deren Sanitäranlagen renoviert. Als Nebeneffekt führte das Projekt zur Gründung einer Initiative von 100 Bauernfrauen, die mit Hilfe von Hekima einen Rat aus fünf Frauen zusammenstellten und sich wöchentlich zur Koordination der Bauernfrauen treffen. Das Projekt soll langfristig selbsttragend weiterlaufen und befindet sich hierzu bereits auf einem guten Weg. mh stellte für die Tansania-Kooperative im Jahr 2009 insgesamt Die Kooperative arbeitete folgendermaßen: Bauern im Bezirk Mbeya im Westen Tansanias erhielten insgesamt eine finanzielle Starthilfe in Höhe von 2.000 US$ (etwa 1.500 Euro) für die Produktion ihrer kommenden Ernte. Es handelte sich dabei um den Anbau von Getreide (Reis und Mais), Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln und Gewürzen. Dieses Geld war nur eine Anleihe und sollte zurückgezahlt werden, und zwar in Form von Ernteerträgen, die zum aktuellen Marktpreis an Hekima verkauft wurden. Hekima garantierte den Absatz der Ernte – vom Beginn der Erntezeit an bis zum Ende der Saison. Die Anleihe reichte den Bauern aus, um die Kosten für Dünger zu decken, den sie bis zur Erntezeit im April 2009 benötigten. Die Bauern verpflichteten sich ihrerseits, jeweils mindestens 5 US$ (etwa 4 Euro) ihres Gewinns in die Renovierung einer Schule und andere Bildungsprojekte für ihre Kinder zu investieren. Hekima hatte außerdem 200 Hektar Land von einem Bauern zur Verfügung gestellt bekommen und konnte dort mit dem Anbau von Reis zusätzliche Erträge für das Projekt erwirtschaften. Im Projektzeitraum wurden die teilnehmenden Bauern in regelmäßigen Seminaren von Hekima auf das Projekt vorbereitet und informiert, wie sie den Erfolg des Projektes steigern können. Besonders Sparmaßnahmen waren hierbei ein Thema. Neben den landwirtschaftlichen Seminaren startete Hekima eine Aufklärungskampagne für Eltern, um sie auf die Bedeutung von Bildung für die Zukunft ihrer Kinder aufmerksam zu machen. Durch die Armut der Bauern ist Kinderarbeit weit verbreitet. Für die Bauern vor Ort war das Projekt ein Rettungsanker. Jährlich werden sie von Händlern regelrecht ausgebeutet und müssen unter dem wirtschaftlichen Druck ihre Erträge für einen Bruchteil des Marktpreises hergeben, teilweise für nur 5 Prozent des Warenwertes. Die Armut zwingt die Bauern zudem, Anleihen bei solchen Händlern zu nehmen, die wiederum ihrerseits bis zu 75 Prozent Zins auf die Rückzahlung draufschlagen. Verständlich, dass die Bauern unter diesen Umständen in eine Armutsspirale geraten und in der ständigen Abhängigkeit von den Händlern verbleiben. Ihr Einkommen ist zu gering, und sie können ihre Kinder ohne die entsprechenden Mittel nicht zur Schule schicken, es geht ums Überleben der Familie. Die Teilnahme der Bauern an der Kooperative zahlte sich inzwischen aus. Unsere Partner vor Ort kauften den Bauern im Jahr 2009 Ernteerträge mit dem Gegenwert von 40.000 Euro ab. Hekima hatte hierfür Sammelstellen eingerichtet, bei denen die Bauern ihre Erträge abgeben konnten. Die Organisation heuerte zudem Bauern an, um die Ernten und Rückzahlungen von den Teilnehmern einzusammeln. Diese konnten dadurch ihr Einkommen aufbessern. Die meisten Bauern bauten Mais und Reis an, und hierfür konnte bereits ein südafrikanisches Unternehmen zum Vertrieb in Ost-Afrika gefunden werden. Der Vertrieb der weiteren Waren ist in Planung. Für den Transport der Ernte steht ein hierfür erworbener Lastwagen zur Verfügung, außerdem ein Lagerhaus, dessen Mietkosten übernommen wurden. Zusätzlich bot Hekima die Ernte kostengünstig Frauen an, überwiegend Witwen, die jeweils ein kleines Geschäft (so genannte „Mama Lishes“) betrieben. Etwa 80 Frauen konnten mit diesen Waren ihr Einkommen steigern. Weitere Teile der Ernte wurden in die Großstadt Daressalam transportiert und dort verkauft. Abnehmer waren neben „Mama Lishes“ einige Hotels, die den Reis ebenso wie die Witwen kostengünstiger erhielten. Insgesamt nahmen 500 Bauernfamilien mit jeweils etwa acht Familienmitgliedern an der Tansania-Kooperative teil. Außerdem hatten sich alle TeilnehmerInnen verpflichtet, ihr Wissen mit den Dorfnachbarn zu teilen, wodurch dann insgesamt etwa 1.700 Landwirte von dem Projekt profitierten. Durch den Erfolg der Tansania-Kooperative konnte schließlich auch ein erstes Schulprojekt durchgeführt werden. 300 Kinder islamischer Schulen erhielten täglich ein kostenloses Frühstück. Außerdem wurden eine Schule und deren Sanitäranlagen renoviert. Als Nebeneffekt führte das Projekt zur Gründung einer Initiative von 100 Bauernfrauen, die mit Hilfe von Hekima einen Rat aus fünf Frauen zusammenstellten und sich wöchentlich zur Koordination der Bauernfrauen treffen. Das Projekt soll langfristig selbsttragend weiterlaufen und befindet sich hierzu bereits auf einem guten Weg.
mh stellte für die Tansania-Kooperative im Jahr 2009 insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung.

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