Albanien
Haus der Hoffnung - Ein Erfolgskonzept
Nach der verheerenden Explosion im März 2008 finanzierte mh die Erbauung eines Hilfs-Zentrums für Kinder und Frauen in Gerdec. Heute, knapp zwei Jahre nach der Katastrophe, ernten Betroffene die ersten Früchte der hiesigen Arbeit.

Das Zentrum begünstigt und arbeitet mit Hinterbliebenen der Explosion eines Minenlagers inmitten Gerdecs. Diese forderte ihrer Zeit Dutzende Menschenleben und mehrere hundert Verletzte.
Nach der Eröffnung des Zentrums im Dezember 2008 förderte mh bis zum Jahresende 2009 auch den Betrieb des Zentrums. Mit insgesamt 12.000 Euro wurden Kosten gedeckt für den Lohn der Psychologin, einer teilzeitbeschäftigten Englischlehrerin sowie einer ebenfalls teilzeitbeschäftigten Handarbeitstrainerin. Regelmäßig betreuen sie hier traumatisierte Frauen und Kinder oder halten Sprach- und Nähkurse für Frauen und Schüler ab. Gerade im letzteren werden Fachkenntnisse vermittelt, welche eine solide Grundlage für selbständiges Arbeiten oder eine etwaige betriebliche Anstellung der Frauen bieten. Darüber hinaus deckte diese Summe Aufwendungen für das Essen der Kindergartenkinder (durchschnittlich 30 Euro pro Monat) sowie für das Gehalt der dafür zuständigen Köchin. Ein geringer Teil des Budgets wurde für Veranstaltungen mit den Kindern ausgegeben. So erfreuten sich die Sprösslinge bei einer Neujahrsfeier gemeinsam an Süßigkeiten und kleinen Geschenken.
„Die Psychologin hat wirklich hervorragende Arbeit geleistet“, erfahren wir von der Vorsitzenden unserer albanischen Partnerorganisation Vizion O.J.F. Der Stress der Kinder sei abgeklungen, ihre Aggressivität habe abgenommen. Manche von ihnen hätten sogar das Schreiben erlernt. "Die Kinder sind kaum wiederzuerkennen."
Die positive Entwicklung verdankt ihren Erfolg einer guten konzeptionellen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Eltern, Vizion-Mitarbeitereinnen und die Psychologin beraten sich gemeinsam über Möglichkeiten, den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Eltern sind mit der bisherigen Leistung sehr zufrieden.
Die Zentrumsarbeit ist inzwischen so erfolgreich, dass sie selbst Medieninteresse geweckt hat. Die örtliche Regierung sowie die in Albanien präsente OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) würdigten die Leistung des Zentrums im Rahmen seiner offiziellen Einweihungsfeier im März 2009. Mittlerweile wird unser Hoffnungshaus von 7 Freiwilligen unterstützt. Ein Mal im Monat bieten sie hier Workshops an.
Um auch künftig zuversichtlich ins Leben gehen zu können, werden Gerdecs Frauen und Waisen mit einer erneuten Zuwendung in Höhe von 12.000 Euro begünstigt. Damit wird die Finanzierung aller erforderlichen Betriebs- und Lohnkosten für einen reibungslosen Arbeitsablauf bis Ende Dezember 2010 sichergestellt.
Land: Albanien
Region: Südosteuropa
Republika e Shqipërisë
Fläche: 28.748 km²
Bevölkerung: 3.130.000 (2005)
Hauptstadt: Tirana
Amtssprache: Albanisch
Bruttonationaleinkommen: 1.807 € pro Kopf (2005)
Währung: 1 Lek = 100 Qindarka; 1 € = 124,26 Lek
Bevölkerungswachstum: 0,6%; letzte Zählung 2001: 3069275 Einw. - über 95% Tosken und Gegen, Minderheiten von Griechen, Mazedoniern, Walachen (Aromunen) und Roma






