Kenia
Die Welt mit anderen Augen sehen
Medizinische Hilfe ist keine Selbstverständlichkeit. Erst recht nicht dort, wo große Armut vorherrscht. mh hilft seit Jahren dort, wo kaum Hilfe durchdringt.
Ijara ist ein schwer zugängliches Gebiet in der Nordost-Provinz Kenias. Gerade zu Regenzeiten erschweren schlecht passierbare Straßen den Zugang zu dieser Region. Über Jahre hinweg wurde daher kaum eine Hilfsorganisation hier tätig. Erst seit 2008 lockert sich diese Lage allmälich auf - Hilfsorganisationen lassen sich hier nieder und beginnen langsam, Projekte aufzubauen.
Unserer langjährigen Partnerschaft mit der örtlichen Wohltätigkeitsorganisation Tawfiq Muslim Youth (TMY) machte es muslimehelfen dennoch möglich Hilfe dort zu leisten, wo andere Organisationen aufgrund struktureller Schwierigkeiten nicht durchdringen.
Seit 2005 organisiert muslimehelfen mit TMY ein sogenanntes „Eye Camp“. Einmal im Jahr werden im Distriktkrankenhaus in der Bezirkshauptstadt Masalani arme Menschen mit Augenproblemen kostenlos medizinisch untersucht und behandelt, zuletzt im März 2009. Viele Begünstigte – zumeist somalische Nomaden – leiden unter massiven Beeinträchtigungen der Seekraft und konnten sich bisher keine Behandlung leisten. 600 der insgesamt 1.500 Patienten bekamen Medikamente verabreicht – Schmerzmittel, antibiotische Augentropfen und Salben. Darunter befanden sich auch 51 ältere starblinde Menschen. Sie alle wurden erfolgreich operiert und erhielten eine entsprechende medikamentöse Nachbehandlung. 250 sehschwache Patienten bekamen Lesebrillen ausgehändigt.
Arabo Jimale erzählt uns: „Ich bin eine 83 Jahre alte Frau, seit 10 Jahren verwitwet und komme aus Warsame-Stadt. Von meinem verstorbenen Mann habe ich neun Kinder. Von ihnen haben wir 23 Enkelkinder. Ich lebe von der Unterstützung einer meiner Söhne in Masalani. Die letzten sieben Jahre habe ich mit Sehsproblemen zu kämpfen gehabt, und alhamdulillah wurde ich am Samstag, 21. März 2009, auf meinem linken Auge operiert. Am nächsten Morgen gegen 8 Uhr hat man mir den Verband von meinem Auge abgenommen und zu meiner Überraschung konnte ich viele meiner Enkel sehen. Ich bete zu Allah, Er möge Ihnen allen Licht in Ihrem Grabe versichern und sie mit dem Jannatul-Firdaus belohnen.“
Seit 2008 organisiert TMY parallel zum „Eye Camp“ auch eine Dentalklinik. Insgesamt wurden hier heuer 350 Menschen zahnmedizinisch behandelt und mit Schmerzmittel versorgt – zu 98% Frauen. Das dringend notwendige Hilfs-Projekt wurde von einem 14-köpfigen Ärzte- und Pflegeteam getragen.
Unser inzwischen viertes "Eye Camp" kostete 7.395 Euro.
Land: Kenia
Region: Ost-Afrika
Jamhuri ya Kenya
Fläche: 582.646 in km²
Bevölkerung: 34.256.000 Einwohner (2005)
Hauptstadt: Nairobi
Amtssprache: Swahili, Englisch
Bruttonationaleinkommen: 348,87 EUR pro Kopf (2005)
Währung: 1 Kenia-Schilling (K.Sh.) = 100 Cents
Bevölkerung: Bevölkerungswachstum: 2,3%; letzte Zählung 1999: 28.686.607 Einw. - rd. 40 Ethnien: (S 1989) über 60% Bantu (u.a. 20,8% Kikuyu, 14,4% Luhya, 11,4% Kamba), 12,4% Luo (West-Niloten), 11,5% Kalenjin (Ost-Niloten), 1,6% Maasai u.a.; 89185 Asiaten (v.a. Inder), 41595 Araber und 34560 Europäer
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„Bitte kommt nächstes Jahr wieder, um unseren Leuten hier zu helfen“
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