Sri Lanka
Mit Stiftung zu mehr Unabhängigkeit
Für seine beiden Waisenhäuser in Sri Lanka stiftetet mh ein fruchtbares Stück Land. Dank der neuen Einkommensmöglichkeiten erhalten die beiden Heime mehr Handlungsfreiheit. Für eine langfristige Entwicklung der Kinder sind damit ideale Voraussetzungen geschafft.
Sri Lankas Wirtschaft erfährt gegenwärtig eine in seiner Geschichte noch nie dagewesene Talfahrt. Die wohl härteste Wirtschaftsperiode im Lande lässt die Lebenshaltungskosten explodierenden, während zugleich der Konjunkturabschwung einen langatmigen Marathon fährt.
Wie uns von unserem örtlichen Kooperationspartner Azizah Foundation mitgeteilt wurde sind hiervon auch die beiden Waisenhäuser betroffen, die mh nach der Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 für Jungen wie Mädchen erbauen lies, mh berichtete. In jüngster Zeit war es wiederholt zu Engpässen in der Finanzierung der Betriebskosten der beiden Heime gekommen. 4.000 Euro – so hoch liegen die monatlichen Ausgaben für die rund 200 Kinder, die hier untergebracht sind. Durch sporadische Donationen lokaler oder ausländischer Sponsoren kommen aber gerade einmal 2.000 Euro in die Haushaltskasse rein. Angesichts der Wirtschaftslage wird es zunehmend schwieriger, die nötigen Restmittel aufzutreiben. Auch steigt die Anzahl der Kinder in den Waisenheimen langsam aber stetig an.
Einkünfte aus dauerhaft unabhängigen Quellen gewinnen deshalb immer mehr an Bedeutung. Eine Möglichkeit hierfür ist die Koppelung einer Stiftung an die beiden Waiseninstitutionen, die mittels eigener Einkommensgenerierung einen langfristigen Ausweg aus dieser Notlage bietet. Eine derartige Einrichtung heißt in der islamischen Terminologie waqf und bezeichnet alle Anlagen die im Stande sind, über einen langen Zeitraum hinweg Geld zu erwirtschaften, das wohlgefällig für die Unterhaltung einer gemeinnützigen Einrichtung eingesetzt wird. Bebaubarer Ackerboden ist nur einer von vielen Wegen, eine Stiftung zu realisieren. Im Falle unserer Waisenförderung bietet er sich geradezu von selbst an.
Bereits seit Längerem befindet sich unsere Partnerorganisation im Besitz einer circa 40.470 Quadratmeter großen Landfläche. Das entspricht etwa einem Rechteck von 200 Meter mal 200 Metern Länge. Das fruchtbare Landstück befindet sich in Kinniya in nur drei Kilometern Entfernung zu unseren Waisenheimen und bietet daher ideale Aufsichtsmöglichkeiten für angehende Stiftungswärter. Die knapp 60.000 Einwohner zählende Ortschaft im Trincomalee Distrikt an der Nordküste des Landes ist zudem ein traditionelles agrarwirtschaftliches Gebiet. In dieser tropischen Klimazone, die sich unter anderem durch ganzjährig hohe Sonneneinstrahlung und Tageslängen zwischen 10,5 und 13,5 Stunden kennzeichnet, gedeihen Melonenbaum- und Kürbisgewächse besonders gut. Die meisten Niederschläge fallen hier während der Nordostmonsunsaison im November und Dezember. So wächst hier innerhalb nur weniger Monate verschiedenstes tropisches Obst und Gemüse heran, wie zum Beispiel Papaya, Wassermelonen, Kürbisse, Flaschenkürbisse, Schlangengurken und Auberginen. Die ertragreichen Sorten haben in der Gegend zudem einen guten Absatzmarkt und sind folglich optimal für den Anbau geeignet. Kokospalmen, die in etwa fünf bis sechs Jahren erste Früchte tragen, können auf langen Strecken zusätzlich zum Budget für die Unterhaltung der Waisen beitragen.
Für seine Umsetzung brauchte Azizahs Konzept einen zahlungskräftigen Sponsor. muslimehelfen erklärte sich bereit auszuhelfen und stellte Azizah das erforderliche Startkapital in Höhe von 25.200 Euro aus. Nach der der Registrierung der waqf-Einrichtung in Sri Lankas Landesstiftungsamt konnte im August 2009 die Umsetzung des Planes schließlich beginnen.
Von der Donation wurden zunächst ein Handtraktor, 400 Zaunpfähle, 5 Rollen zu je 4.000 Fuß Maschendrahtzaun, Baumaterialien für zwei Bewässerungsbrunnen, zwei Wasserberieselungsanlagen, Obstbäumchen, Saatgut, Dünger sowie Hacken, Schaufel, Wasserschläuche und Schubkarren gekauft. Zudem errichtete unser Partner auf dem Land ein Gartenhäuschen mit Abstellkammer für die Arbeitsgerätschaft sowie einem Sozialraum und einer Toilette für drei angestellte Facharbeiter. Mit einem Teil der Zuwendung werden bis Ende August 2010 für ein Jahr auch ihre monatlichen Lohnkosten eingedeckt.
In der anfänglichen Vorbereitungsphase erfolgten zuerst die Einzäunung des Geländes und die Funktionalisierung des Bewässerungsapparates. Im Anschluss daran lief die Aufbereitung des Bodens für die Kultivierung der Pflanzen ab. Die Fachleute machten sich daran, mit speziellen Maschinen das Feld zu ebnen, das anschließend gepflügt und entlang seiner gesamten Ausdehnung mit Kokosbäumchen sowie Reissaatgut versehen wurde. Letzteres soll schon bald erste Erträge bringen.
Die finanzielle Unabhängigkeit der Waiseninstitutionen für Mädchen und Jungen sorgen künftig inschallah für mehr Autonomie der verantwortlichen Betreuer und damit für mehr Möglichkeiten, neue Waisen ins Haus zu holen. Insbesondere Straßenkinder werden hiervon profitieren. In den allermeisten Fällen sind das notdürftig bei Verwandten untergebrachte Vollwaisen. Oftmals sind sie in ihren Pflegefamilien unerwünscht und entbehren eine angemessene psychologische und bildungserzieherische Fürsorge. Manche Verwandte jedoch verfügen selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um den Kindern alles das zu bieten, was sie für eine gute Entwicklung brauchen.
Land: Sri Lanka
Region:
Fläche: 65.610 in km²
Bevölkerung: 19.625.000 Einwohner (2005)
Hauptstadt: Colombo
Amtssprache: Singhalesisch, Tamil
Bruttonationaleinkommen: 749,31 EUR pro Kopf (2005)
Währung: 1 Sri-Lanka-Rupie (S.L.Re.) = 100 Sri Lanka Cents
Bevölkerung: Bevölkerungswachstum: 0,8%; letzte Zählung 2001: 18.797.257 Einw. - 81,9% Singhalesen, 8,0% Moors (Muslime), 5,1% Indien- oder Kandy-Tamilen, 4,4% Ceylon- oder Jaffna-Tamilen, 0,3% Malaien, 0,2% Burghers (Nachkommen der Portugiesen und Niederländer)
Humanitäre Ramadan-Hilfsaktion in Sri Lanka
Verteilaktion zu Ramadan in Kinniya
Adaq- und Aqiqa-Programm in Sri Lanka
100.000 Menschen erhalten Kurban
Waisenhaus in Sri Lanka fertiggestellt
Hilfe zur Selbsthilfe:Ziegenhaltung sichert langfristige Eigenversorgung
Kurbanfleisch für Tsunami- und Bürgerkriegsgeschädigte
Vorbildliche Unterstützung von Waisenkindern im neu erbauten Mädchenwaisenhaus
Ramadanpakete für Bedürftige
Nahrungsmittel für fastende Dorfbewohner
Ramadan - Versorgungsprojekt für Schüler und Waisen
Ziegenfleisch für Bedürftige
Notküche für Bürgerkriegsflüchtlinge aus Mutur und Topor
Einsatz der Mobilen Klinik wird beendet
Bauarbeiten am Jungenwaisenhaus schreiten voran
Projekt zur Ziegenzucht wird fortgesetzt
Ein neues Zuhause für elternlose Jungen
Ziegenzucht für den Lebensunterhalt
Versorgung der Waisenmädchen im neuen Heim
Tischlerausbildung für Bürgerkriegsflüchtlinge












