Südafrika
"Bitte vergessen Sie uns nicht."
Sie leben in ärmsten Verhältnissen. Sie beten und hoffen, dass sich eines Tages doch noch alles zum Guten wendet. Und doch erleben diesjährige Ramadanhilfe- und Zakatu-l-Fitr-Empfänger eine Art Wunder, als sie völlig unerwartet von unserer örtlichen Partnerorganisation kontaktiert und die glückliche Nachricht über eine Ramadandonation erhalten.
Sie stammen auch verschiedensten afrikanischen Staaten: Burundi, Ruanda, Kongo, Tansania, Sansibar, Liberia, Äthiopien und Somalia. Die meisten von ihnen leben in ärmsten Verhältnissen. Häufig wohnen sie zusammengeballt in einem Haus und teilen sich die dortigen Zimmer. Die Begleichung der Miete sowie der Erwerb von Nahrung und anderen lebensnotwendigen Dingen stellt eine große Herausforderung für diese Menschen dar. Ein überaus ernst zu nehmendes Problem ist die (Aus-)Bildung ihrer Kinder. Die Rede ist von Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien in Südafrika!
Die erdrückende Lage vieler Vertriebener in der südafrikanischen Republik ist kaum vorstellbar. Sie kommen als Fremde, um irgendwann wieder zu gehen. Die meisten von ihnen bleiben auch Fremde, jedoch solche, die angesichts instabiler Sicherheitslagen in ihren Heimatländern für immer bleiben. Und so werden sie selbst im vermeintlichen Zwischenstop Südafrika, in dem sie einst ihr Heil suchten, zu Opfern rassistischer Übergriffe. Sie dürfen nicht arbeiten und sind finanziell ruiniert - eine schwere Prüfung von Allah, der sich die hiesigen Flüchtlinge wohl oder übel unterziehen müssen. Sie beten und hoffen, dass sich eines Tages doch noch alles zum Guten wendet. Bis dahin aber heißt es ausharren, sich in Geduld üben, auf Allah vertrauen. Eine nicht immer leichte Aufgabe, wenn sich die Erfüllung ihrer Wunschträume doch so viel Zeit lässt. Mit baldiger Hilfe rechnete hier keiner.
Umso überraschter waren unsere diesjährigen Ramadanhilfe- und Zakatu-l-Fitr-Empfänger, als sie völlig unerwartet von unserer örtlichen Partnerorganisation Group of Muslim Refugees Without Voice (GMRWV) kontaktiert und die glückliche Nachricht über eine Ramadandonation erhielten.
"Wir bekamen einen Anruf von Bruder Abdullah Mufumbe und am nächsten Tag erreichten und Nahrungsmittel, trotz unserer großen Entfernung vom Zentrum Johannesburgs", schreibt uns eine Gruppe von Flüchtlingen aus Flüchtlingslagern der beiden Städtviertel Dider und Alberton. "Wir, muslimische Flüchtlinge aus Burundi, Ruanda, Sudan, Tansania, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo - in der Obhut von Group of Muslim Refugees Without Voice - möchten gerne die Gelegenheit nutzen „shuk’ran“ zu sagen für die geschenkten Lebensmittel und die Zakatu-l-Fitr, und das während wir unsichter waren, wo wir in diesem Dschungel etwas zu essen zu Iftar bekommen sollen."
Die Group of Muslim Refugees verteilte ausgiebige Lebensmittelspakete mit Mehl, Zucker, Zuckerbohnen, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Öl, Cornflakes, Zerealien, Trockenfrüchten, Fisch, Fleisch, Sojaprodukten, Eiern, Tee, Salz und Saft. Je nach Größe der Familie konnten auch die Inhalte der Lebensmittelpakete variieren. Die Hilfsempfänger erhielten zudem Hygieneartikel wie Waschmittel, Weichspüler uns Spülmittel. Besonderen Sozialfällen, Witwen, Waisen, Behinderten und Kranken händigten GMRWV Zakatu-l-Fitr in Höhe von je 50 Rand, umgerechnet etwa 4,50 Euro aus. Die Anzahl der Begünstigten belief sich auf insgesamt 2.971 Personen aus 435 Familien. Darunter fallen 548 Männer, 1.175 Frauen und 621 Kinder. Die Projektgesamtkosten betrugen 4.000 Euro.
Neben dem sichtbaren materiellen brachte unser Projekt auch einen vielfachen spirituellen Nutzen für seine Nutznießer. So konnten sich die begünstigten Geschwister auf das Fasten und Beten konzentrieren, an religiösen Ramadanprogrammen teilnehmen und regelmäßig das Tarawih-Gebet verrichten, ohne von Sorgen um das tägliche Brot abgelenkt zu werden. Die Spendenfreundlichkeit aller Wohltäter, so berichten uns GMRWV, war für die Hilfeempfänger ein stichfester Beweis, dass Allah über sie wacht und ihre Gebete erhört. Ein himmlisches Wunder sozusagen, dass von der Allmacht Allahs zeugt und den Iman der Gläubigen aufleben ließ. Aber auch ihre Ummah – und das kann man nicht hoch genug einschätzen – hat sie nicht im Stich gelassen. Das Gefühl des Rückhalts brachte wieder Mut und Hoffnung in den beschwerlichen Alltag der Heimatlosen. Und so lässt die Feder eines Flüchtlingswaisen stellvertretend das verlauten, was uns alle Begünstigten über unseren Projektpartner ausrichten lassen: Worte des tiefsten Dankes in Verbindung mit der Hoffnung, auch künftig in Projekte eingebunden und nicht vergessen zu werden.
"Assalamu alaikum. Ich bin Mohammed (...). Ich möchte Ihnen sehr gerne dafür danken, dass sie uns im Ramadan 2009 Essen und Geld gegeben haben. Wir machten uns unsere Gedanken über Essen, doch dann bekamen wir einen Anruf und erhielten Nahrungsmittel und Geld. (...) Möge Allah Sie segnen und all diese Menschen, die mit Ihnen arbeiten. Bitte vergessen Sie uns nicht."
Land: Südafrika
Region: Afrika
Republic of South Africa
Fläche: 1.219.090 in km²
Bevölkerung: 46.888.000 Einwohner (20059
Hauptstadt: Pretoria (Tshwane)
Amtssprache: Englisch, Afrikaans, Ndebele Nordsotho, Südsotho, Setswana, Swati, Tsonga, Venda, Xhosa, Zulu
Bruttonationaleinkommen: 3.082,09 EUR pro Kopf (2005)
Währung: 1 Rand (R) = 100 Cents
Bevölkerung: Bevölkerungswachstum: 1,1%; letzte Zählung 2001: 44.819.778 Einw. - 79,0% Schwarze (u.a. Zulu, Xhosa, Nordsotho, Südsotho, Tswana, Tsonga [Shangaan], Swasi, Ndebele, Venda), 9,6% Weiße, 8,9% Mischlinge, 2,5% Asiaten











