Tansania
Pionier-Projekt in tansanischen Armutsregionen
Für abgeschieden lebende Tansanier in ländlichen Armutsregionen ihres noch in Entwicklung begriffenen Landes ist keine Hilfe zu groß. mh's Kurban-Hilfe 2009 ist die erste ihrer Art hier. 6.000 Menschen profitieren von unserer Unterstützung.
Nach der erfolgreichen Abwicklung unseres Ramadanprojekts kehrte Abubakr Francis im November 2009 zurück in jene Gebiete, die er von seinem letzten Besuch im September in besonders schlimmer Erinnerung behalten hatte. Orte, die wohin das Auge blickt vom Elend zeugen, in dem Menschenleben Geschichten ganz besonderer Art schreiben. Hilfe im Dritte-Welt-Staat Tansania ist überall notwendig, doch hier in den abgeschiedenen Gemeinden von Masoko, Kisiwani, Malandegu, Mandawa - um nur einige Ortschaften der Verwaltungseinheiten Lindi, Rufuji und Kilwa zu nennen - hier wo es keine Infrastruktur und große Armutsleiden gibt, ist sie es in ganz besonderem Maße.
Schon damals stand für den Vorsitzenden unserer tansanischer Partnerorganisation Hekima fest, dass die hiesigen Bewohner seine und unsere Hilfe sehr bald und dringend wieder brauchen würden. Denn selbst an grundlegenden Nahrungsmitteln fehlt es den Menschen hier. „Lieber Bruder“, schreibt uns Abubakr, „die Bedingungen, unter denen Muslime in ländlichen Gegenden leben, ist für uns alle beschämend. So etwas habe ich noch nie gesehen.“
muslimehelfen kam in Ihrem Auftrag seiner Verpflichtung nach und stellte mit 30.000 Euro die notwendigen finanziellen Zuwendungen für die Durchführung einer längst dringend gewordenen Kurban-Hilfe aus. 6.000 Menschen, darunter 2.000 Männer, 3.500 Frauen und 500 Kinder erhielten Fleischrationen. Die Größe der Portion richtete sich je nach Anzahl der zu versorgenden Familienmitglieder und variierte zwischen 3 Kilo und 0,5 Kilo, letztere verwaisten Schülern vorbehalten. Ein Teil des Opferfleisches ging an muslimische Flüchtlinge, die zur Projektzeit in Krankenhäusern stationiert waren.163 Kühe ließ Hekima zu diesem Zwecke opfern.
„Das ist das erste Mal in der Geschichte unserer Gemeinde, dass wir einen solchen Segen erhielten“ sagt Yassin Hussein, Oberhaupt der muslimischen Gemeinde Kama Chum. „Nicht nur für uns Muslime, sondern auch für unsere Nachbarn, denn wir laden sie zu unseren Festessen ein. Jedermann ist glücklich.“Eine Mutter bricht derweilen in Tränen aus, als sie ihr Stück Kurban bekommt. Der Gedanke, ihre Kinder nicht einmal zum Opferfest ernähren zu können, hatte sie in hilflose Trauer versetzt. Der Augenblick der Kurban-Überreichung übertrifft all ihre Hoffnungen und Träume. Ihr Gesicht versteckt sie hinter ihrem Kopftuch, während ihre Kinder um sie sichtbar überwältigt lächeln...
„Aus tiefstem Herzen senden die Menschen muslimehelfen ihren Dank für das Kurban-Fleisch, das mh Ihnen zuteilwerden ließ“ berichtet Abubakr aus der tansanischen Hauptstadt Dar Es Salam. Kurz bevor er seine letzten Grüße ausrichtet gibt er uns jedoch etwas weiter. Es ist nur ein Satz, doch er ist beladen mit schwerwiegenden Worten derjenigen, die jeden Tag ein bitteres Dasein in existenzieller Armut kosten. Es klingt fast wie ein persönlicher Appell und doch ist es nur eine demütige Bitte aller Begünstigten unseres Kurban-Programms, die wir an dieser Stelle gerne an Sie weitergeben möchten:
„Sie flehen um weitere Unterstützung, vor allem zu Ramadan und Udhia (Kurban).“
Land: Tansania
Region: Ostafrika
Jamhuri ya Muungano wa Tanzania
Fläche: 945.087 km²
Bevölkerung: 38.329.000 (2005)
Hauptstadt: Dodoma
Amtssprache: Swahili, Englisch
Bruttonationaleinkommen: 241 € pro Kopf (2005)
Währung: 1 Tans.-Schilling (T.Sh.) = 100 Cents; 1 € = 1707 T.Sh.
Bevölkerungswachstum: 1,8%; letzte Zählung 2002: 34569233 Einw.; Tanganjika: 33584607 Einw., Sansibar und Pemba: 984626 Einw. - insg. 120 Ethnien: ca. 60% Bantu-Gruppen (Haya, Makonde, Njamwesi, Sukuma, Chagga u.v.a.), außerdem ostnilotische Maasai, arabisch-afrikanische Swahili; Minderheiten von Asiaten, Arabern und Europäern










