Projekte > Tschetschenien

Tschetschenien

Betreuung von schwangeren Frauen und Säuglingen im „Medical Point“

Der Medical Point, den muslimehelfen seit 2004 finanziert, ist längst zu einem unverzichtbaren Stützpunkt für notleidende Frauen und Säuglinge geworden. Sieben Tage die Woche werden hier Schwangere aus Grozny und umliegenden Dörfern betreut. 220 Patientinnen suchten die Wohlfahrtseinrichtung zwischen Juni und Dezember 2007 auf.

Mutter erhält ein erstes Versorgungspaket für ihr KindLupe
Mutter erhält ein erstes Versorgungspaket für ihr Kind

Es handelt sich hierbei oftmals um junge Frauen, die mit komplizierten Beschwerden in die Klinik kommen. Einige von ihnen unterliegen einer strengen ärztlichen Beobachtung und Kontrolle . Sie werden regelmäßig untersucht und erhalten, wie alle angehenden und frisch gebackenen Mütter, kostenlos Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine sowie Hygiene-Päckchen für ihre Neugeborenen. In Notfällen kümmert sich eine Krankenschwester um die Patientinnen und bringt ihnen die notwendigen Medikamente sogar nach Hause.

Neben der kostenlosen medizinischen Betreuung sorgt der Medical Point mit Schwangerschaftsgymnastik und Massagen für eine angemessene Geburtsvorbereitung der Frauen. Neuerdings betreibt ein Arzt eine Aufklärungskampagne für angehende Mütter, die in allen für die Schwangerschaft wichtigen Themen unterwiesen werden. Nachhaltigkeit erlangt das Projekt aber nicht zuletzt dadurch, dass er nun auch junge Generationen in der Schule über grundlegende Themenbereiche informiert. Das Wissen, dass Schülern hier vermittelt wird dient dazu, sie mit den alltäglich Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, vertraut zu machen und so bestehende gesundheitliche Risiken zu mindern.

So wichtig die Behandlung gesundheitlicher Probleme ist, so ist auch die psychologische Hilfeleistung für die Frauen. Unter den Patientinnen sind auch Flüchtlinge, die aus Nachbarstaaten in ihre Heimat ausgewiesen wurden und seitdem unter schlimmsten Verhältnissen in Flüchtlingslagern leben. Das Elend will kein Ende nehmen. Die Lebensumstände verschlimmerten sich unlängst, nachdem ihre Notunterkünfte seit Januar 2008 nur noch zur Miete bewohnt werden dürfen. Viele Frauen, die hierher kommen, erzählen ihre Geschichte. Alieva L. hat zwei Kinder, ihr Mann ist körperlich behindert und arbeitslos. Sie lebt zusammen mit ihrer Schwiegermutter und ihren zwei Schwägerinnen. Zelimhan, ihr neunjähriger Sohn, verlor nach einem Minenunfall vor drei Jahren sein linkes Auge, Teile seiner beiden Hände mussten amputiert werden. Zum dritten Mal ist sie nun schwanger. In die Klinik kam sie mit einer Nahrungsmittelvergiftung und einer schweren Anämie. Sie ist sehr arm und leider selbst an einer Behinderung.Ohne die Unterstützung des Medical Point und muslimehelfen hätte sie ihr Kind höchstwahrscheinlich verloren...

Für das Projekt stellte mh 4.750 Euro bereit. Mit 5.700 Euro wird der Medical Point vorerst bis Juli 2008 weiter unterstützt.

TSCH0002-04P07;TSCH33700-05P08
Jetzt spenden !