Die Begünstigten bedanken sich

Ein Rückblick auf unsere Kurban-Projekte im vergangenen Jahr

Soufian El Khayari

Für Millionen von Menschen weltweit ist Fleisch ein Luxus, den sie sich im kräftezehrenden Alltag aufgrund extremer Armut und steigenden Lebensmittelpreisen einfach nicht leisten können. Dank großzügigen Spenden konnten wir auch 2025 anlässlich des Opferfestes wieder ein weitreichendes globales Kurban-Programm umsetzen.

In insgesamt 14 Ländern und durch 20 sorgfältig geplante Projekte haben wir gemeinsam knapp 30.000 bedürftige Familien erreicht. Das sind weit über 140.000 Menschen. Unsere Spender haben diesen oftmals vergessenen Geschwistern an den Festtagen nicht nur eine seltene, nahrhafte Mahlzeit geschenkt. Sie haben ihnen das wertvolle Gefühl gegeben, in ihrer tiefen Not nicht alleine gelassen zu werden.

Die Umsetzung der Kurban-Projekte 2025 war eine beachtliche logistische Leistung. Von den trockenen Regionen Afrikas bis hin zu den überfüllten Flüchtlingslagern in Südasien kam Deine Hilfe genau dort an, wo sie am dringendsten benötigt wurde. Im Folgenden möchten wir Dir einen detaillierten Überblick über die ermöglichten Kurban-Projekte geben.

Kurban-Hilfe in Afrika

In vielen afrikanischen Ländern leiden Gemeinschaften tagtäglich unter Armut, Dürren und massiver wirtschaftlicher Instabilität. In acht umfassenden Projekten auf dem afrikanischen Kontinent brachten wir Erleichterung.

Unser weitreichendstes afrikanisches Projekt fand in Kenia statt. In den Counties Kwale, Kilifi und Mombasa wurden 320 Ziegen und 200 Schafe geschächtet. Dadurch konnten wir fast 3.500 arme Familien, darunter unzählige Witwen und Waisen, mit je zwei Kilogramm frischem Fleisch versorgen. Das Projekt stärkte zudem lokale muslimische Viehhändler, deren Verkaufserlöse einen extrem wichtigen Impuls für die ganze Region darstellten. In Ruanda konnten wir 50 Rinder schächten und deren Fleisch an 1.920 zutiefst bedürftige Familien in Distrikten wie Rwamagana verteilen. In der Demokratischen Republik Kongo, um genauer zu sein in Goma, erreichten wir 600 verarmte Familien. Das durchschnittliche Tageseinkommen dieser Menschen beträgt oftmals kaum einen Euro. Die Verteilung von 3 kg Fleisch pro Familie bot eine außergewöhnliche Proteinquelle und riesige Festtagsfreude.

Einen besonderen Fokus legten wir auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. In Togo wurden 50 Rinder für 700 Familien geschächtet. Die Fleischverteilung konzentrierte sich gezielt auf Menschen mit starken visuellen, auditiven und körperlichen Beeinträchtigungen. An sie konnten sechs Kilogramm überreicht werden. In Malawi in der Region Salima wurden 600 Familien – darunter chronisch Kranke, ältere Menschen und Witwen – mit Rindfleisch bedacht. In den trockenen ländlichen Gebieten von Simbabwe in Muzarabani und Hambe erhielten 1.360 Familien Kurban-Fleisch. Im städtischen Raum in Südafrika profitierten zudem 740 Familien in den ärmsten Townships von Johannesburg und Sasolburg, die extrem unter hoher Arbeitslosigkeit leiden.

Unermüdliche Solidarität für Flüchtlinge in Asien

Asien bildet aufgrund seiner komplexen Flüchtlingskrisen und den extrem großen, unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerungsgruppen einen traditionellen Schwerpunkt unserer Hilfe. Ein gewaltiger Teil der Spenden half direkt Vertriebenen.

Besonders in den überfüllten Rohingya-Camps in Bangladesch (Cox’s Bazar) brachten wir 1.200 vor Gewalt geflohenen Familien Trost. Zudem berücksichtigten wir 400 arme bangladeschische Gastfamilien, um den sozialen Frieden zu stärken. Eine ähnlich dramatische Situation fanden wir in Indien, wo wir in Hyderabad 1.270 völlig verarmte Rohingya-Flüchtlingsfamilien mit Ziegenfleisch versorgen konnten. Für sie, die nur als Tagelöhner überleben, war dieses Fleisch mehr als simple Nahrung. Es war schieres Überleben und ein Zeichen der Hoffnung. In Pakistan (Peshawar) versorgten wir 400 afghanische Flüchtlingsfamilien. Darunter hauptsächlich alleinerziehende Mütter ohne Einkommen. Ein weiteres Projekt half dort 400 armen einheimischen Müttern und Familien.

Zusätzlich führten wir in Indien starke Einsätze für die einheimische ländliche Bevölkerung durch. Mit über drei Projekten in Indien erreichten wir 3.300 lokale Familien, vor allem witterungsabhängige Kleinbauern. Ein Kraftakt war unser Hilfsprojekt im von Unwettern gebeutelten Sri Lanka: Hier haben wir nach der Schächtung von 99 Rindern für 4.077 bedürftige Familien Fleisch bereitgestellt. Allein 1.650 Waisenkinder profitierten davon. Auch außerhalb der riesigen Camps in Bangladesch erhielten 1.686 Familien in überschwemmungsgefährdeten Gebieten wertvolles Kurban-Fleisch. Ein guter Wechselkurs ermöglichte alhamdulillah sogar mehr Tiere als geplant.

Trost für abgelegene Inseldörfer in Südostasien

In Südostasien durften sich abertausende Muslime über den reichen Segen des Opferfestes freuen. In Indonesien realisierten wir mehrere großflächige Verteilungen in Aceh, Lombok und West Nusa Tenggara. Gemeinsam wurden über 3.700 Familien bedacht, und wir brachten zudem 1.757 starken Waisenkindern ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Lokale islamische Religionslehrer wurden in die direkten Verteilungen involviert, um sie wertzuschätzen. In Kambodscha dehnten wir das Kurban-Programm auf sage und schreibe 32 Dörfer in 11 völlig unterschiedlichen ländlichen Provinzen aus. Exakt 2.250 Familien von Reisbauern und einfachen Fischern, die mit großen finanziellen Nöten extrem schwer zu kämpfen haben, durften sich am Festtag über Rindfleisch für ihre Familien und Kinder freuen.

Europa: Direkte Hilfe in Bosnien

In der europäischen Nachbarschaft wird Hilfe ebenso dringend benötigt. In Bosnien in Städten wie Srebrenica, Srebrenik und Zvornik wurden an den Festtagen 10 Rinder geschächtet. Insgesamt 30 der bedürftigsten Waisenfamilien wurden direkt mit Spenden von frischem Kurban-Fleisch versorgt. Zudem sorgten wir für eine nachhaltige Weiterverwendung: Ein beträchtlicher Großteil des Fleisches wurde eingefroren, um über das Jahr verteilt einem Aufnahmezentrum, städtischen Armenspeisungen sowie einer speziellen Einrichtung für bedrohte Internatskinder laufend zugutezukommen.

Der wahre Segen des Teilens

Hinter diesen beeindruckenden Zahlen von 20 erfolgreichen Projekten und über 140.000 versorgten Begünstigten, stehen echte Menschen mit echten Emotionen. Beispielhaft ein lachendes kambodschanischen Waisenkind, eine Witwe tief im ländlichen Peshawar voller Erleichterung, der spürbare Trost eines blinden Menschen in Afrika. Sie alle haben gemerkt, dass Geschwister wie Du sie nicht vergessen haben.

Mit dem Kurban 2025 hast Du mehr als eine fleischhaltige Mahlzeit gespendet. Du hast Inklusion, echte Wertschätzung und Lebensfreude ermöglicht. Im Namen aller begünstigten Familien und den Partnern von muslimehelfen bedanken wir uns von tiefstem Herzen. Möge Allah (swt) Deine herzlichen Spenden annehmen, Dich und Deine Familie segne und Euch in beiden Welten Frieden schenken. Amin. Lass uns diesen Weg der Barmherzigkeit gemeinsam stetig weitergehen!

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Ein Rückblick auf unsere Kurban-Projekte im vergangenen Jahr

Zugehöriges Projekt

Große Projekte, große Wirkung – Rückblick auf unsere nachhaltigsten Projekte

Miriam Laiouar und Kashfa Butt

muslimehelfen blickt in diesem Jahr auf 40 Jahre Projektarbeit zurück. In dieser Zeit konnten zahlreiche Hilfsprojekte entstehen, wachsen und sich nachhaltig etablieren – Projekte, die auf langfristige Wirkung und nachhaltige Verbesserung abzielen. Zum Jubiläum möchten wir einige der langjährigsten und prägendsten Projekte vorstellen, die zeigen, wie gezielte Hilfe echte Perspektiven schaffen und das Leben vieler bedürftiger
Menschen auf lange Sicht verbessern kann.

Das Tawfiq Hospital in Kenia – eine Erfolgsgeschichte

Malindi, Kenia: Tawfiq Hospital

Das Tawfiq Hospital in Malindi wurde 1992 von unserer Partnerorganisation in Kenia gegründet. Was einst als kleines medizinisches Zentrum mit nur fünf Mitarbeitenden begann, hat sich dank kontinuierlicher finanzieller Unterstützung zu einem voll ausgestatteten Krankenhaus mit über 230 Mitarbeitenden, mehr als 85 Betten und einem 24-Stunden-Betrieb entwickelt. Die Zusammenarbeit mit muslimehelfen begann im Jahr 2007 mit der Finanzierung der ersten „Woche der Barmherzigkeit“. Während dieser Aktionswoche wurden im Tawfiq Hospital dringend notwendige Operationen für bedürftige Patientinnen und Patienten kostenfrei durchgeführt. Viele von ihnen warteten bereits seit Jahren auf einen chirurgischen Eingriff, konnten sich diesen aber finanziell nicht leisten. Durch die Unterstützung von muslimehelfen in Höhe von 7.855 € konnten damals 70 Menschen erfolgreich operiert werden. In den folgenden Jahren wurden weitere medizinische Camps vom Krankenhaus organisiert und ebenfalls von muslimehelfen gefördert. Darüber hinaus ermöglichte die Zusammenarbeit Projekte zur Anschaffung medizinischer Geräte sowie den Ausbau verschiedener Fachbereiche.
Zu den Meilensteinen dieser Partnerschaft zählen unter anderem die Anschaffung eines Stromgenerators (2007), eines Autorefrakto-Keratometers zur Diagnose von Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (2011), ein modernes Röntgengerät (2013), Inkubatoren für Neugeborene (2014), ein Rettungswagen (2015), sowie Anästhesiegeräte und Patientenmonitore (2019 und 2024). Auch die Erweiterung des Krankenhauses wurde durch muslimehelfen unterstützt. 2018 wurde ein neues Ambulanzgebäude errichtet, 2020 die Dialyseabteilung ausgebaut und 2021 eine eigene Krebsstation mit einem Pallia-tivbereich eröffnet, um Patientinnen und Patienten in der letzten Lebensphase bestmöglich versorgen zu können. Die jüngste Maßnahme wurde im Jahr 2025 umgesetzt: Für insgesamt 92.351 €wurde die Augenklinik umfassend renoviert und mit hochmodernen Geräten ausgestattet. Damit kann nun jährlich circa 1.000 Augenpatienten effizient geholfen werden.

Kenia: Ältere Patientin bei einer Augenuntersuchung im Jahr 2025

Dank der kontinuierlichen Förderung durch muslimehelfen konnte das Tawfiq Hospital in den vergangenen Jahren Tausende Patientinnen und Patienten behandeln, die sich eine medizinische Versorgung sonst nicht hätten leisten können. Während private Kliniken oft unerschwinglich sind und öffentliche Krankenhäuser an Ausstattung und Personal mangeln, bietet das Tawfiq Hospital hochwertige medizinische Versorgung zu fairen Preisen oder übernimmt die Behandlungskosten für Bedürftige sogar vollständig.
Heute ist das Tawfiq Hospital ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in der Region. Seit Beginn der Partnerschaft hat muslimehelfen das Krankenhaus mit insgesamt 1.037.425 €unterstützt – und wird es auch in Zukunft begleiten, um die medizinische Versorgung in Kenia weiter auszubauen und eure Spenden dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden.

Bildung als Schlüssel zur Zukunft – Das Blindenzentrum in Sokodé

Wer in Togo blind geboren wird oder früh erblindet, hat kaum Chancen auf Bildung und damit auf ein selbstbestimmtes Leben. Denn ohne Schulbildung bleibt oft nur ein Leben in Abhängigkeit und Armut. Um dem entgegenzuwirken, gründete muslimehelfen im Jahr 2010 ein Blindenzentrum in Sokodé, der zweitgrößten Stadt des Landes. Ziel war es, sehbehinderten Kindern aus ärmsten Verhältnissen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und ihnen so eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen. Die Arbeit begann in einfachen, angemieteten Räumen mit zwölf Kindern. Sie wurden in Blindenschrift unterrichtet,
erhielten täglich warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und einen sicheren Schlafplatz. Der Bedarf wuchs rasch, und schon bald wurde es zu eng. 2013 entstand daher auf einem drei Hektar großen Gelände in Kadambara, unweit von Sokodé, ein neues Blindenzentrum mit Platz für mehr Kinder und besseren Bedingungen. Heute verfügt es über acht Klassenräume, acht Schlafräume, eine Kantine, sanitäre Anlagen sowie zwei Wohnräume für Lehrkräfte und Betreuungspersonal. Dabei übernimmt muslimehelfen sämtliche Betriebskosten – von Gehältern über Lebensmittel und Lehrmaterialien bis hin zu Medikamenten und Strom. Alle sechs Monate fallen dafür durchschnittlich rund 26.000 Euro an.

Togo: Einige Gebäude des Blindenzentrums in Kadambara
Togo: Zwei blinde Schülerinnen lesen in Brailleschrift

Aktuell werden im Zentrum 24 sehbehinderte Kinder unterrichtet und betreut. Der Unterricht folgt dem offiziellen Lehrplan des Schulministeriums und wird in
Blindenschrift vermittelt. Nach der Grundschule können die Kinder eine weiterführende Schule in Kadambara besuchen. Dort besuchen sie gemeinsam mit sehenden Schülern den Unterricht. Dank eines von muslimehelfen bereitgestellten Computers und Braille-Druckers kann das Unterrichtsmaterial für die blinden Schülerinnen und Schüler mithilfe spezieller Software zunächst in Blindenschrift übersetzt und anschließend gedruckt werden. 14 Schülerinnen und Schüler des Zentrums besuchen die Schule derzeit. Im Blindenzentrum erhalten sie jedoch weiterhin Unterkunft und Verpflegung – auch ihre Schulgebühren werden übernommen. Insgesamt sind aktuell 38 Kinder und Jugendliche im Zentrum untergebracht. Einige von ihnen verfolgen ambitionierte Ziele – zehn ehemalige Schüler studieren mittlerweile an der Universität in Lomé. Dort erhalten sie Zugang zu barrierefreier Bildung und werden von muslimehelfen
weiterhin mit einem monatlichen Beitrag unterstützt.
Im Dezember 2023 feierte das neue Blindenzentrum sein zehnjähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung, an der rund 700 Gäste teilnahmen: Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien, Vertreter der Behörden, Imame, lokale Politiker sowie zahlreiche Unterstützer.
Mit Straßenzügen, Radiobeiträgen, Konferenzen und Sportveranstaltungen wurde das Zentrum in der Region bekannt gemacht – mit Erfolg: Bereits im Januar 2024 meldeten sich sechs neue Kinder an.
Besonders bewegend ist die Geschichte von Waïbou. Als blinder Junge wurde er 2010 ins Zentrum aufgenommen. Nach erfolgreichem Grundschulabschluss und Abitur studierte er Zeitgeschichte an der Universität Lomé und kehrte schließlich als Lehrer an die weiterführende Schule in Kadambara zurück, wo er nun selbst Kinder aus dem Blindenzentrum unterrichtet. Ein Beweis dafür, was möglich ist durch gezielte Förderung und Fürsorge.

Neue Perspektiven für junge Menschen in Ruanda - Das Berufsbildungszentrum in Rwamagana

Wer ohne Schulabschluss oder berufliche Qualifikation aufwächst, hat kaum eine Chance, der Armut zu entkommen. Viele junge Menschen in Ruanda stehen genau vor diesem Problem. Für gut bezahlte Arbeitsplätze sind sie nicht qualifiziert, und so bleiben häufig nur schlecht bezahlte, körperlich schwere Arbeiten. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, wurde 2014 mit der Unterstützung von muslimehelfen ein Berufsbildungszentrum in der Stadt Rwamagana eröffnet.

Ruanda: Die ersten Absolventen des Berufsbildungszentrums feierten ihren Abschluss im Dezember 2014

Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen aus benachteiligten Verhältnissen eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen – und damit den ersten Schritt in ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben. Aktuell können die Auszubildenden zwischen drei Berufsfeldern wählen:
Elektroinstallation, Kochen oder Schneiderei. Eine frühere Ausbildung zum Wasserinstallateur wurde mangels Nachfrage eingestellt. Jeder Ausbildungsgang dauert ein Jahr. muslimehelfen übernimmt für alle Teilnehmer die Studiengebühren, sodass sie kostenlos ausgebildet werden können. Diese Gebühren finanzieren unter anderem die Gehälter des Lehrpersonals und den laufenden Betrieb des Zentrums. Zusätzlich werden von muslimehelfen Gelder für die Anschaffung von Lehrmaterialien und Geräten zur Verfügung gestellt.

Ruanda: Auszubildende im Bereich Elektroinstallation des Jahrgangs 2024/25 bei einer praktischen Übung

Das Berufsbildungszentrum erfreut sich großer Nachfrage. Im Lehrjahr 2024/25 wurden insgesamt 150 junge Frauen und Männer erfolgreich ausgebildet: 40 im Bereich Elektroinstallation, 52 im Kochhandwerk und 58 in der Schneiderei. Unabhängig vom gewählten Schwerpunkt erhielten alle Auszubildenden zusätzlich eine Einführung in grundlegende Computerkenntnisse – eine wichtige Ergänzung in der heutigen Arbeitswelt.
Ein besonderes Highlight: Am Ende der Ausbildung erhalten die Absolventinnen und Absolventen passende Werkzeuge für den Start ins Berufsleben. Schneiderinnen und Schneider bekommen eine Nähmaschine, Köchinnen und Köche eine Gasplatte, eine Pfanne, eine Gasflasche und ein Waffeleisen, während Elektriker mit einer umfangreichen Werkzeugkiste ausgestattet werden. So können die jungen Menschen ihre Fähigkeiten sofort anwenden – sei es im eigenen kleinen Betrieb oder als Angestellte in Unternehmen der Region.

Ruanda: Elektriker-Absolvent bei Erhalt seiner Werkzeugkiste

Bildung als Hilfe zur Selbsthilfe – Die Muslime Helfen Fundamental School in Bujumbura

Angesichts der großen Nachfrage ist bereits eine Erweiterung des Berufsbildungszentrums in Planung. Damit sollen künftig noch mehr junge Menschen von einer Ausbildung profitieren können und zusätzliche Berufsfelder angeboten werden. Denn die Ausbildung im Zentrum ist weit mehr als reine Wissensvermittlung – sie ist ein Weg in ein selbstbestimmtes, würdiges Leben. Wer spendet, hilft nicht nur kurzfristig, sondern setzt auf nachhaltige Veränderung: Fähigkeiten und Perspektiven wirken weiter in den Familien, in den Gemeinschaften und über Generationen hinweg. Die Unterstützung dieses Projekts gleicht einer Sadaqa Dscharija – einer fortlaufenden guten Tat, deren Wirkung und Lohn auch lange nach der Spende weiter bestehen.

Bildung ist ein Grundrecht für alle Kinder. Vor allem Schulbildung trägt zur gesellschaftlichen Integration der Kinder und ihrer psychosozialen Entwicklung bei.
Schulen bieten Kindern eine sichere und stabile Umgebung in turbulenten Zeiten. Jedoch haben Waisenkinder es beim Bildungsweg oft schwerer. Durch den Verlust eines Elternteils fehlen den Familien oft die Mittel für Schulgebühren. Die Kinder bleiben zudem aufgrund von familiären Verpflichtungen der Schule fern. Dabei kann Bildung das Leben dieser Kinder signifikant verbessern.
Die Muslime Helfen Fundamental School in der Stadt Bujumbura, in Burundi, wurde im Jahr 2010 von unserer Partnerorganisation in Betrieb genommen, um für Waisenkinder ein Umfeld zu schaffen, das optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Mittlerweile werden 170 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1–6 sowie 75 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7–9 an der Schule unterrichtet. Mit Ausnahme weniger Kinder sind alle Schüler Waisen und stammen aus bedürftigen Verhältnissen. Die Kinder erhalten in den Pausen eine warme Mahlzeit mit einem Getränk, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 1–6 werden zudem psychologisch betreut und haben Zugang zur Gesundheitsversorgung. Des Weiteren werden Kosten für Schulmaterialien, Schuluniformen, Gehälter von Lehrern und weitere Betriebskosten der Schule übernommen. Die Schule hat das Ziel, den Waisenkindern eine bestmögliche schulische Bildung zu ermöglichen und sie in ihrer intellektuellen, sozialen, moralischen und psychologischen Entwicklung zu stärken. Zudem profitieren die Waisenkinder zusätzlich von der fortlaufenden Lebensmittelhilfe, die muslimehelfen finanziert.

Burundi: Beginn des neuen Schuljahres 2024/25

In diesem Schuljahr wurden durch das burundische Bildungsministerium „tests en rèseau“, zu Deutsch Evaluationstests, auch an der Muslime Helfen Fundamental School in Bujumbura durchgeführt. Die Ergebnisse fielen erfreulich aus – die Schülerinnen und Schüler haben durchweg gute Ergebnisse erzielt. Die Stellungnahmen der Kinder, die uns erreichen, zeigen, wie optimal sie unterstützt werden. Der 12-jährige Yussuf aus Bujumbura erzählt: Assalaamu Alaikum Warahmatullah Wabarakatuh, ich schreibe diese Nachricht, um Euch für den Bau der Schule zu danken. Wir profitieren von der muslimehelfen Schule. Wir erhalten Schuluniformen, Schulmaterialien, Getreidebrei um 10:45 Uhr und Essen zur Mittagszeit – jeden Tag! Wir haben auch eine Krankenschwester, die sich um unsere Gesundheit kümmert. Wir lernen ohne Probleme für eine bessere Zukunft. Möge Allah Euch segnen! Dies sind nur einige Projektbeispiele, die zeigen, wie aus gezielter Hilfe echte Perspektiven entstehen. In den Anfangsjahren von muslimehelfen lag der Fokus vor allem auf der Nothilfe. Was einst als reine Nothilfe begann, hat sich mit der Zeit zu einer vielseitigen Projektarbeit entwickelt – mit neuen Schwerpunkten wie Bildung, Gesundheit, Frauenförderung, Existenzgründung, Landwirtschaft, Kleidung oder Winterhilfe. Allein im vergangenen Jahr haben wir etwa 3,5 Millionen Euro für unsere Hilfsprojekte ausgegeben und damit Menschen in verschiedenen Ländern der Welt erreichen und unterstützen können. Nothilfe wird weiterhin ein fester Bestandteil unserer Arbeit bleiben. Jedoch verfolgen wir zunehmend das Ziel, gemeinsam mit unseren Projektpartnern zahlreiche Projekte zu entwickeln, die über den Moment hinauswirken – für mehr Selbstständigkeit und Zukunftschancen. Mit Deiner Hilfe und mit Allahs Erlaubnis können wir auch in Zukunft Menschen unterstützen, Perspektiven eröffnen und Hoffnung geben.

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Große Projekte, große Wirkung – Rückblick auf unsere nachhaltigsten Projekte

Zugehöriges Projekt

40 Jahre muslimehelfen – Unsere Jubiläumsausgabe ist da!

Seit 1985 engagiert sich muslimehelfen für Menschen in Not. Deine Hilfe hat Spuren hinterlassen in ihren Herzen und in unserer Geschichte.

Jetzt feiern wir 40 Jahre humanitäre Hilfe – mit einer besonderen Jubiläumsausgabe:
Erlebe bewegende Geschichten, Projektmeilensteine und Stimmen von Menschen, deren Leben sich durch Hilfe verändert hat.

Darauf kannst Du Dich freuen:

  • Ein inspirierender Rückblick auf 40 Jahre Hilfe und Hoffnung
  • Berichte aus Projekten wie „One Village at a Time“ in Indonesien
  • Erfolgsgeschichten von Menschen wie Shakila aus Ruanda, die als Näherin heute selbstständig ist
  • Einblicke in unsere Waisenhilfe, Bildungsprojekte und Projekte zur Existenzsicherung
  • Stimmen und Dankesworte von Projektpartnern, Unterstützerinnen und Unterstützern

Jetzt in der Jubiläumsausgabe blättern und Hilfsprojekte entdecken!

Lade Dir die Jubiläumsausgabe als PDF herunter oder bestelle Dein gedrucktes Exemplar – kostenfrei.

oder
📩 Schreibe uns einfach eine E-Mail an: [email protected]

Danke, dass Du seit 1985 an unserer Seite bist!

Jede Geschichte, jede Hoffnung ist auch Deine. Deine Unterstützung verändert Leben – und dafür sind wir dankbar.

Möge Allah Deine Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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