Die Begünstigten bedanken sich

Kleinbauernhilfe in Simbabwe und Malawi: Ein Projekt zur Bekämpfung von Hunger und Armut

Aleyna Işık
Verteilung von Hilfsgütern in Simbabwe

In Simbabwe und Malawi sind Kleinbauernfamilien stark von der Landwirtschaft abhängig, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. In den ländlichen Distrikten Harare und Mashonaland West in Simbabwe sowie im Distrikt Nkhotkota in Malawi konnten zahlreiche Familien durch gezielte Hilfsprojekte unterstützt werden, um ihre Existenzgrundlage zu sichern.

Besonders in Simbabwe ist die Situation dramatisch: Die Ernteerträge, die das Überleben der Familien sichern, sind durch aufeinanderfolgende Dürren und die hohe Inflationsrate bedroht. Ohne Zugang zu finanziellen Mitteln ist es den Kleinbauern unmöglich, notwendige Betriebsmittel wie Saatgut und Dünger zu kaufen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, erhielten 336 Kleinbauernfamilien im Rahmen eines Projekts jeweils 5 kg Maissamen, 50 kg Basisdünger und 50 kg Ammoniumnitratdünger. Eine erfolgreiche Maisernte kann die Ernährung der Familien für ein ganzes Jahr sichern. Überschüsse aus einer guten Ernte bieten die Möglichkeit, sie zu verkaufen und so zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Dieses Projekt, das vom 28. November bis zum 28. Dezember 2023 umgesetzt wurde, ist bereits die vierte Initiative zur Unterstützung von Kleinbauern in Simbabwe.

Erste Ernteerfolge in Simbabwe

In Malawi wurden 182 Kleinbauernfamilien im Distrikt Nkhotkota unterstützt. Sie erhielten ebenfalls 5 kg Maissamen, 50 kg NPK-Dünger und 50 kg UREA-Dünger, um ihre Ernten zu sichern. Das Projekt lief vom 4. Januar bis 4. Februar 2024. Auch hier kann eine erfolgreiche Ernte die Familien ein Jahr lang versorgen und ihnen die Möglichkeit geben, Überschüsse zu verkaufen.

Ein Beispiel für die positiven Auswirkungen der Hilfe in Simbabwe ist die Geschichte von Taibu, einem 56-jährigen Kleinbauern aus Mashonaland West. Er äußert seine Dankbarkeit: „Zuerst danke ich Allah für die Unterstützung der Maisproduktion durch muslimehelfen. Ich wünsche mir, dass dieses Programm jeden Winkel Simbabwes erreicht, in dem Muslime leben, um den Hunger zu lindern.“

Während die Aussaat in Malawi noch läuft, sind in Simbabwe die ersten positiven Ergebnisse bereits sichtbar. Auf den Feldern der Kleinbauernfamilien in Mashonaland West zeigen sich erste vielversprechende Ernten, die Hoffnung auf eine gute Versorgungslage in den kommenden Monaten machen.

Die Projekte in Simbabwe und Malawi sind wichtige Schritte in Richtung einer selbstbestimmten Zukunft für Kleinbauern. Sie bieten nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern helfen dabei, langfristig Lebensbedingungen zu verbessern und die Abhängigkeit von externer Hilfe zu verringern.

Kleinbauernhilfe in Simbabwe und Malawi: Ein Projekt zur Bekämpfung von Hunger und Armut

Zugehöriges Projekt

Die Bedeutung der Zakat im Jahresverlauf

Die Zakat ist mehr als nur eine finanzielle Pflicht im Islam – sie ist eine spirituelle Verpflichtung, die das Vermögen reinigt und das soziale Gefüge stärkt. Über den Zeitpunkt der Zakat sagte der Prophet Muhammad (s) in sinngemäßer Übersetzung: „Es gibt keine Zakat für Vermögen, bis es ein Jahr im Besitz ist“ (überliefert in Abu Dawud und Ibn Majah). Diese Aussage betont, dass die Zakat fällig wird, sobald ein Muslim über ein volles Mondjahr (Hawl) hinweg das Mindestvermögen (Nisab) erreicht hat.

Zwischen den Jahren stellen daher viele Muslime die Frage: Bin ich überhaupt zakatpflichtig? Überschreite in den Nisab? Um dies herauszufinden und die genaue Höhe der Zakat zu berechnen, bietet wir Dir mit www.zakat-rechner.de eine einfache und praktische Lösung. Dort kannst Du mit wenigen Klicks Deine Zakatpflicht ermitteln und die genaue Summe bestimmen, die entrichtet werden muss.

Obwohl jeder den Stichtag dafür selbst festlegen kann, nutzen hierzulande viele Muslime oftmals die Zeit vor dem Jahreswechsel für Berechnung und die Spende. 

Die Entrichtung der Spende zum Jahresende bietet nämlich den praktischen Vorteil, dass die Zakat somit noch für 2024 steuererleichternd gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden kann, da muslimehelfen ein gemeinnützig anerkannter Verein ist.

Damit dies möglich ist, muss Deine Spende jedoch unbedingt bis zum 31.12.2024 bei uns eingehen. Bei sehr kurzfristigen Spenden empfehlen wir schnelle Überweisungsverfahren wie Echtzeit-Überweisung oder Paypal, um sicherzustellen, dass Deine Zakat rechtzeitig ankommt. Solltest Du die Abbuchung per Lastschrift wählen, achte bitte auf das im Formular angegebene Abbuchungsdatum, damit der Betrag nicht erst im neuen Jahr eingezogen wird.

Um Dir die Abgabe beim Finanzamt zu erleichtern, senden wir als bequemen Service Ende Februar 2025 automatisch eine Zuwendungsbescheinigung als PDF an alle Spender, von denen wir die E-Mail-Adresse und die vollständigen Kontaktdaten haben, um die Spende korrekt zuzuordnen. Diese Bescheinigung kannst Du dann bei Bedarf gegenüber dem Finanzamt einreichen. Vorausgesetzt es wurde im Laufe des Jahres mindestens 300 Euro gespendet. Bei weniger als 300 Euro genügt Überweisungsbeleg als Nachweis.

Der beiliegende Jahreskalender in dieser Ausgabe soll Dir dabei helfen, Deine Spende und insbesondere Deine Zakat zu planen. Der Kalender enthält sowohl die gregorianischen als auch die islamischen Monate.

Wie wird Deine Zakat eingesetzt?

Zakat-Spenden kommen bei muslimehelfen in einer Vielzahl von Hilfsprojekten zum Einsatz, da alle Begünstigten in unseren Projekten – sei es in Bildungsprojekten, wie zum Beispiel bei der Verteilung von Schulsachen in Bangladesch (mehr dazu auf Seite 14), in medizinischen Projekten oder in Not- und Katastrophen – berechtigt sind, Zakat zu empfangen. Deine Spende erreicht somit genau diejenigen, denen sie am meisten zugutekommt und hilft dabei, ihre Lebensumstände nachhaltig zu verbessern.

Einige Beispiele von Hilfsprojekten aus 2023 und 2024, die dank Zakat-Spenden umgesetzt werden konnten:

Klinikpersonal und Medikamente in Haiti, Kleinbauernhilfe in Malawi, Computerkurse für Waisen in Sri Lanka, Lebensmittelhilfe in Ruanda, Hilfe nach einem Häuserbrand in Kambodscha u.v.m.

„Wahrlich, die Taten werden nach den Absichten beurteilt, und jedem Menschen wird das zuteil, was er beabsichtigt hat“ (Prophet Muhammad (s) überliefert in Al-Bukhari und Muslim)

Dein muslimehelfen-Team
Die Bedeutung der Zakat im Jahresverlauf

Zugehöriges Projekt

Herzerwärmende Hilfe: Wie die Winterhilfe Leben verändert

Soufian El Khayari

In den Armenvierteln des indischen Distrikts Dharwad zeigt sich die bittere Realität des Winters: Für viele Familien, die unter der Armutsgrenze leben, ist die Kälte eine echte Bedrohung. Besonders Witwen und Kinder leiden unter der eisigen Witterung, die ihre ohnehin schon schweren Lebensbedingungen weiter verschärft. Doch für zwei dieser Familien brachte die Winterhilfe von muslimehelfen eine entscheidende Wende. Ihre Geschichten stehen stellvertretend für die Hoffnung und den Trost, den diese humanitäre Aktion mit sich brachte.

Nazeemas Geschichte: Sie konnte sich keine warme Decke für ihre Kinder leisten „Jetzt können wir endlich warm schlafen – danke, muslimehelfen!“, sagt Nazeema, eine 37-jährige Witwe aus Hubli, mit einem Lächeln. Nach dem Tod ihres Mannes Mustak im Januar 2023 stand Nazeema plötzlich allein mit drei Kindern da. Mustak, der ein kleines Geschäft betrieb, erkrankte an Krebs, und trotz aller Bemühungen und u verstarb trotz aller Bemühungen und Behandlungen.

Für Nazeema brach eine Welt zusammen. Ohne die Unterstützung der Familie ihres verstorbenen Mannes war sie gezwungen, sich und ihre Kinder mit Näharbeiten über Wasser zu halten. Sie verdiente nur wenige Rupien am Tag und konnte damit kaum die Grundbedürfnisse ihrer Familie decken. Besonders im Winter wurde die Situation unerträglich. „Meine Kinder hatten keine warme Kleidung, und ich konnte es mir nicht leisten, Decken zu kaufen. Die Kälte machte uns allen zu schaffen,“ erzählt sie.

In diesem Moment kam die Winterhilfe von muslimehelfen genau zur rechten Zeit. Die Freiwilligen verteilten warme Decken, Bettlaken und Pullover an bedürftige Familien – und Nazeema war eine der glücklichen Empfängerinnen. „Die Decken sind so warm und groß, und meine Tochter trägt den Pullover jetzt jeden Tag zur Schule. Ohne Eure Hilfe hätte ich solche Sachen nie kaufen können. Ich bete von Herzen für die Menschen, die uns unterstützt haben. Möge Allah ihnen Gesundheit und Wohlstand schenken“, sagt sie mit Tränen in den Augen.

„Keiner hat uns je so geholfen“ – Hazrat Bis Geschichte

Auch Hazrat Bi, eine 30-jährige Witwe und Mutter von drei Kindern, erlebte die Kälte des Winters auf besonders schmerzhafte Weise. Nachdem ihr Mann 2020 unerwartet an einer Krankheit gestorben war, musste sie mit ihren Kindern in das kleine, marode Haus ihrer Mutter zurückkehren. Der Zustand des Hauses war katastrophal: Das Dach leckte, und in den kalten Nächten bot das kleine Heim kaum Schutz vor der bitteren Kälte.

Hazrat Bi versucht, mit dem Verkauf von Gemüse auf dem lokalen Markt über die Runden zu kommen. Doch mit nur rund 200 Rupien (etwa 2,25 Euro) am Tag ist es fast unmöglich, die Bedürfnisse ihrer Familie zu decken. „Es war mir nie möglich, warme Decken oder Kleidung zu kaufen. Die Kälte war unerträglich, und meine Kinder wurden ständig krank. Es war eine Qual, sie leiden zu sehen,“ berichtet sie.

Die Winterhilfe brachte jedoch einen Hauch von Hoffnung in ihr Leben. Als die Freiwilligen ihr Haus fanden und ihr ein Winterhilfspaket überreichten, konnte sie ihre Tränen nicht zurückhalten. „Bisher hat uns noch nie jemand so geholfen wie ihr. Jetzt können meine Kinder endlich warm schlafen, und wir sind vor der Kälte geschützt. Möge Allah die Spender segnen und ihnen Gesundheit und Wohlstand schenken“, sagte sie voller Dankbarkeit.

 

Geschichten wie diese zeigen eindrucksvoll, wie schon kleine Gesten der Unterstützung das Leben von Menschen verändern können. Für Nazeema und Hazrat Bi bedeuten die warmen Decken und Pullover nicht nur Schutz vor der Kälte – sie sind ein Zeichen der Hoffnung und des Mitgefühls in Zeiten größter Not.

Eine Not, die wir gemeinsam lindern können.

Vielen Dank, dass Du ein Teil von muslimehelfen bist.
Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) Dich für Deine Großzügigkeit belohnen. Amin.

Dein muslimehelfen-Team
Herzerwärmende Hilfe: Wie die Winterhilfe Leben verändert

Zugehöriges Projekt

Ein Rückblick auf unsere Winterhilfe 2023-2024

Bangladesch: Ein Rohingya-Flüchtlingsjunge präsentiert eine wärmende Decke und einen Schal.

In der Wintersaison 2023-2024 hat sich muslimehelfen um zahlreiche Projekte gekümmert, um Bedürftigen in verschiedenen Regionen der Welt durch den Winter zu helfen. Von den Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch und Indien über die Unterstützung einheimischer Gemeinschaften in Südasien bis hin zur Winterhilfe in Europa und dem südlichen Afrika – unsere Mission bleibt, den Bedürftigen Wärme, Hoffnung und Unterstützung zu bringen.

In diesem Rückblick möchten wir Dir die Höhepunkte unserer Winterhilfe präsentieren und dabei die besonderen Herausforderungen und Erfolge in den jeweiligen Regionen beleuchten.

Winterhilfe für Rohingya-Flüchtlinge

Im Winter 2023 haben wir gezielte Hilfsprojekte für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch und Indien unterstützt. Im Flüchtlingslager von Cox’s Bazar, dem größten seiner Art weltweit, wurden 675 Rohingya-Familien mit warmen Wintersachen versorgt. Jede Familie erhielt eine warme Decke und einen Schal, während zusätzlich 225 bedürftige einheimische Familien in der Region unterstützt wurden.

Insgesamt profitierten über 5.200 Menschen von dieser Initiative.

Das Projekt wurde vom 01. Oktober bis zum 17. Dezember 2023 durchgeführt und hatte einen Wert von 14.900,00 €.

In Indien, im Distrikt Hyderabad, konnten 800 bedürftige Rohingya-Familien mit dringend benötigten Wintersachen versorgt werden. Jede Familie erhielt eine dicke Decke, einen Pullover sowie ein großes Bettlaken mit Kissenbezügen. Die Unterstützung war entscheidend, da viele Flüchtlinge als Tagelöhner arbeiten und oft nur ein sehr geringes Einkommen erzielen, das nicht ausreicht, um ihre Familien ausreichend zu versorgen. In der kalten Jahreszeit sind diese Familien besonders gefährdet, da sie kein richtiges Zuhause haben und häufig krank werden. Das Projekt fand in der Zeit vom 10. November bis zum 16. Dezember 2023 statt und hatte einen Wert von 19.960,00 €.

Indien: Ein Rohingya-Flüchtlingsvater und sein Kind freuen sich über den Erhalt der Winterhilfe.
Winterhilfe für Einheimische in Südasien

Neben den Rohingya-Flüchtlingen haben wir auch einheimische Gemeinschaften in Indien und Bangladesch unterstützt. In Bangladesch wurden in den Distrikten Sirajganj und Dinajpur insgesamt 900 bedürftige Familien mit warmen Wintersachen, darunter große Decken und Schals, unterstützt. Diese Familien, die in der Landwirtschaft und im Kleingewerbe tätig sind, sehen sich erheblichen sozioökonomischen Herausforderungen gegenüber, die durch Naturkatastrophen und globale Krisen verschärft wurden. Das Projekt fand vom 1. Oktober 2023 bis 15. Januar 2024 statt und hatte einen Wert von 15.000,00 €.

In Indien wurde im Distrikt Dindigul Winterhilfe für 287 Familien geleistet. Jede Familie erhielt eine Decke, eine warme Unterlage zum Schlafen sowie Lebensmittelpakete mit Grundnahrungsmitteln, um die finanzielle Belastung zu verringern. Die Unterstützung fand vom 4. Oktober bis 5. Dezember 2023 statt und hatte einen Wert von 19.840,00 €.

Darüber hinaus wurden in den Armenvierteln des Distrikts Dharwad 600 bedürftige Familien mit dicken Decken, Pullovern und Bettwäsche versorgt. Die Begünstigten, darunter Tagelöhner, Alte, Witwen und Waisen, leiden besonders im Winter unter der Kälte. Das Projekt wurde vom 1. November bis 10. Dezember 2023 umgesetzt und hatte einen Wert von 14.997,00 €.

In Nepal, speziell im Distrikt Kathmandu, wurden warme Winterkleidung und Decken an 436 bedürftige Familien verteilt. Diese Familien setzen sich aus Bettlern, Müllsammlern, Lohnarbeitern, Obdachlosen und Menschen mit Behinderungen zusammen. 

Aufgrund ihres niedrigen Lebensstandards können sie sich nicht angemessen gegen die Kälte kleiden. Besonders nachts und morgens wird es in Nepal sehr kalt, was die Lebensbedingungen dieser Bedürftigen erheblich erschwert. Durch die Bereitstellung warmer Kleidung können sie trotz der widrigen klimatischen Bedingungen ihren täglichen Aktivitäten nachgehen und ihre Lebensgrundlage sichern. Dieses Projekt wurde vom 20. Oktober 2023 bis 20. Januar 2024 umgesetzt und hatte einen Wert von 13.007,00 €, was insgesamt 2.834 begünstigten Personen zugutekam.

Nepal: Einer der Begünstigten nimmt lächelnd eine Decke und warme Kleidung entgegen.
Winterhilfe in Pakistan

Im Distrikt Peshawar wurden warme Wintersachen an 190 bedürftige Familien verteilt. Jede Familie erhielt zwei Steppdecken sowie für jedes Kind einen Pullover, eine Jacke, eine Mütze und ein Paar Socken. Auch die erwachsenen Familienmitglieder erhielten jeweils einen Schal. Das Winterhilfeprojekt fand vom 1. bis 20. Februar 2024 statt. 

Pakistan: Einige der begünstigten Kinder gemeinsam mit den Hilfsgütern.
Winterhilfe in Europa
Bosnien: Eines der Waisenkinder vor dem Brennholz im Schnee.

Die Wintermonate in Europa sind besonders hart für Menschen, die aufgrund von Konflikten und Krisen aus ihrer Heimat geflohen sind. In dieser Region haben wir gezielte Hilfsprojekte durchgeführt, um denjenigen zu helfen, die leiden oder Leid erfahren.

In den ukrainischen Regionen Kiew und Lwiw wurde Winterhilfe für geflüchtete Familien geleistet, die aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs ihr Zuhause verlassen mussten. Die größte Sorge der Kriegsbetroffenen im Winter ist, sich warm zu halten. Insgesamt wurden 150 Familien mit elektrischen Heizgeräten und warmen Decken ausgestattet. Das Winterhilfeprojekt fand vom 5. Dezember 2023 bis 5. Januar 2024 statt.

In Bosnien wurde ein Projekt umgesetzt, das speziell Waisenfamilien begünstigte.

In den Kantonen Sarajevo, Tuzla und Zenica-Doboj erhielten insgesamt 82 Waisenfamilien dringend benötigtes Brennholz. Jede Familie bekam zwei Kubikmeter vorgeschnittenes Holz, um ihre Häuser während der kalten Monate zu beheizen. Diese Familien leben unter der Armutsgrenze und haben mindestens eine Elternteil verloren, was ihre Situation besonders herausfordernd macht. In den bergigen Regionen von Bosnien und Herzegowina sind die Winter extrem kalt, und der Zugang zu Wärme ist lebensnotwendig. Während diejenigen, die über Brennholz oder Kohle verfügen, den Winter erträglich gestalten können, wird das Leben für Familien ohne diese Ressourcen nahezu unerträglich.

Im Kanton Tuzla wurde auch an bedürftige Familien ohne Waisen Brennholz und Kohle verteilt. Insgesamt erhielten 50 bedürftige Familien jeweils zwei Raummeter vorgeschnittenes Holz, um sich in den kalten Monaten zu wärmen. 

Zudem wurden 26 Tonnen Kohle an das Aufnahmezentrum Duje geliefert, das Obdachlose und Menschen mit Behinderungen beherbergt. Durch diese Unterstützung konnten zusätzlich 440 Personen durch den Winter kommen. Da die Sozialhilfeleistungen des Landes diese Art der Hilfe nicht abdecken, sind viele Bedürftige auf externe Unterstützung angewiesen. Die Winterhilfeprojekte in Bosnien wurden vom 10. Oktober 2023 bis 10. Januar 2024 umgesetzt.

Bosnien: Eine ältere Dame schaut in die Kamera während Helfer das vorgeschnittene Brennholz entladen.
Winterhilfe im südlichen Afrika

Der Winter im südlichen Afrika bringt für die dort lebenden Menschen eine ganz eigene Reihe von Herausforderungen mit sich, die oft in der Gesellschaft hierzulande nicht wahrgenommen werden. Viele Menschen in dieser Region sind auf Hilfe angewiesen, um die kalten Monate zu überstehen.

In Malawi erhielten 1.000 bedürftige Familien in den Regionen Kasungu und Dowa warme Decken, um die kalten Nächte von Mai bis Juli zu überstehen. Die Unterstützung richtete sich insbesondere an alleinerziehende Mütter, Waisen, Witwen und ältere Menschen, die oft in schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen leben. Das Projekt wurde vom 30. Juni 2023 bis 15. August 2023 durchgeführt und hatte einen Wert von 26.774,00 €. Insgesamt profitierten 6.000 Menschen.

In Simbabwe erhielten 457 bedürftige Familien in vier Ortschaften der Provinz Manicaland ebenfalls warme Decken.

Darüber hinaus wurden 300 Waisen und gefährdete Kinder mit Trainingsanzügen ausgestattet, um sie in den kalten Wintermonaten warm zu halten. Diese Unterstützung zielte auf ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranke ab, die in der Regel auf die bäuerliche Landwirtschaft angewiesen sind. Das Projekt fand vom 30. Juni 2023 bis 30. Juli 2023 statt und hatte einen Gesamtwert von 19.855,00 €, was insgesamt 3.042 begünstigten Personen zugutekam.

In Südafrika wurden in zwei Projekten insgesamt 1.510 bedürftige Familien mit Winterhilfen versorgt. 

In Johannesburg erhielten 510 Familien Decken, während in Kapstadt und Gauteng 1.000 Familien mit Decken sowie Sets aus Mützen, Handschuhen und Socken unterstützt wurden. Die Wintermonate von Juni bis August sind in Südafrika durch sinkende Temperaturen und heftige Regenfälle gekennzeichnet, was die Situation für einkommensschwache Familien, Witwen und Menschen mit Behinderungen besonders herausfordernd macht. Die Projekte in Südafrika wurden zwischen dem 20. Juni und 30. August 2023 durchgeführt, mit einem Gesamtwert von 24.292,00 € für beide Projekte.

Zusammengefasst konnten wir gemeinsam tausenden bedürftigen Menschen an zahlreichen Orten der Welt im Winter solidarisch beistehen. Doch unsere humanitäre Arbeit ist noch lange nicht getan. Auch diesen Winter stehen unzählige Familien erneut vor den harten Bedingungen der Wintermonate und Du kannst mit Deinem Einsatz für die Winterhilfe unterstützen und Wärme spenden.

Südafrika: Begünstigte Frauen zeigen voller Freude die erhaltenen Wintersachen und Decken.

Vielen Dank, dass Du ein Teil von muslimehelfen bist.
Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) Dich für Deine Großzügigkeit belohnen. Amin.

Dein muslimehelfen-Team
Ein Rückblick auf unsere Winterhilfe 2023-2024

Zugehöriges Projekt

Damit die Nothilfe nicht stehen bleibt

Die Not der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch ist nach wie vor groß. Seit 2017 leben viele von ihnen in überfüllten Flüchtlingslagern in Cox’s Bazar, fernab ihrer Heimat und ohne gesicherte Lebensgrundlage. Eine große Herausforderung ist dabei die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln. Dank großzügigen Spenden konnten wir von Anfang Februar bis Ende April 2024 erneut 487 Rohingya-Familien mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln versorgen. Darüber hinaus wurden auch 163 bedürftige bangladeschische Familien unterstützt.

Jeder gespendete Euro hat direkte Auswirkungen auf das Leben der Flüchtlinge.

Abdul Hamid, ein 35-jähriger Vater im Flüchtlingslager, erzählte uns beispielsweise: „Dieses Paket wird sehr hilfreich für meine Familie sein. Ich muss mir in den nächsten Wochen keine Gedanken über den Lebensmitteleinkauf machen. Jedes dieser Produkte ist von sehr hoher Qualität, worüber ich sehr froh bin.“

Unsere Lebensmittelpakete, bestehend aus Reis, Mehl, Linsen, Speiseöl, Trockenfisch, Eiern, Chilipulver und Kurkumapulver, decken den monatlichen Bedarf einer Familie und geben ihnen ein Stück Sicherheit zurück. Über 3900 Menschen konnten durch dieses Projekt besser versorgt werden, darunter viele Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter – die besonders schutzbedürftig sind.

Die Lage in den Flüchtlingslagern bleibt angespannt, und der Bedarf an Nahrung ist weiterhin enorm. Abdul Hakim, ein weiterer Begünstigter, drückt es mit folgenden Worten treffend aus: „Die reguläre Lebensmittelhilfe, die im Lager verteilt wird, reicht nicht aus, um den Bedarf meiner sechsköpfigen Familie zu decken. Dank der Unterstützung von muslimehelfen ist der monatliche Bedarf unserer Familie gedeckt.“ Doch weitere Hilfe dieser Art ist nur durch kontinuierliche Spenden möglich.

Du kannst uns helfen, diese lebensrettende Arbeit fortzuführen und langfristig zu planen. Gemeinsam können wir den Menschen in diesem Flüchtlingslager oder auch an anderen Orten in der Not beistehen. Wir möchten Dir daher ans Herz legen monatlich einen kleinen Betrag zu spenden und so regelmäßig einen Unterschied zu machen!

Weiterhin bitten wir Dich darum gemeinsam mit uns die Bedürftigen in Deine Dua einzuschließen.

Möge Allah alle Menschen in Not vor der Härte der Prüfungen bewahren, sie vor dem Leid durch Unglück schützen und jedes schlechte Schicksal von ihnen fernhalten! Amin.

Spenden statt Schenken

Abschließend möchten wir anlässlich des Schulstarts allen Eltern zur Einschulung ihres Nachwuchses gratulieren. Wäre es nicht schön, diese freudige Gelegenheit zu nutzen, um Bedürftigen zu helfen? Dies ist möglich dank einem Geschenk mit  Herz! Über unsere Webseite kannst Du nämlich einen Anlass wählen und jemanden mit einer schicken Geschenkurkunde für eine Spende in seinem Namen überraschen!

Wassalam

Dein muslimehelfen-Team
Damit die Nothilfe nicht stehen bleibt​

Zugehöriges Projekt

Auf dem Boot ins Ungewisse flüchten

Die Zahl der Geflüchteten steigt jedes Jahr kontinuierlich an. Ende 2022 lag laut UNHCR die Zahl der durch Gewalt, Verfolgung, Krieg und Menschenrechtsverletzungen vertriebenen Menschen bei 108,4 Millionen. 108,4 Millionen Menschen, die oft schnellstmöglich von jetzt auf gleich ohne Koffer zu packen fliehen. Nicht selten werden Familien zerrissen. Oft unfreiwillig und auf einem Boot ins Ungewisse sind sie unterwegs ohne ausreichend Nahrung oder Hygieneartikel. Flucht hat verschiedene Ursachen, sei es Gewalt, Vertreibung, Hungersnot oder eine Naturkatastrophe. Viele sehen eine Flucht auch als ihre einzige Chance. Allein in Bangladesch leben laut UNHCR über 961.000 Menschen (Stand: 30.06.2023), die der ethnischen Minderheit Rohingya angehören und aus Myanmar vor Gewalt innerhalb des Landes flüchten mussten oder internationalen Schutz meistens in Nachbarländern wie Bangladesch suchen. Die
Lage in den Flüchtlingslagern weltweit ist generell ernst. Wie groß die Chance auf Besserung der Lebenssituation von Geflüchteten allgemein ist, bleibt jedoch offen. Doch es gibt immer einen Weg, um etwas gemeinsam zu bewegen und zu bewirken. muslimehelfen ist ein Hilfswerk mit jahrzehntelanger Erfahrung – gegründet 1985 – und schöpft ihre Möglichkeiten, die es dank der Unterstützung der Spenderinnen und Spender hat, um Menschen auch in Notsituationen bestmöglich zu helfen.

Um die Situation der Menschen und ihre Beweggründe für eine oft riskante Flucht besser nachvollziehen zu können, gehen wir auf die sogenannten Rohingya näher ein. Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit in Myanmar, die zu Hunderttausenden aus ihrem Land vertrieben wurden und vorwiegend im Nachbarland Bangladesch Schutz suchen. Doch auch dort sind die Flüchtlingslager mittlerweile überfüllt und die Lebensumstände schwierig. Es kommt in den Flüchtlingsunterkünften auch oft zu Bränden, die vieles zerstören. Obwohl die Regierung von Bangladesch den Geflüchteten eine vorübergehende Unterkunft zur Verfügung stellt, begeben sich einige aus Gründen wie Zukunftssorgen oder Mangel an Arbeitsmöglichkeiten auf eine erneute Flucht. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen begeben sie sich aus dem Flüchtlingslager in Bangladesch auf eine riskante Reise über das Meer mit einem Holzboot, wo sie manchmal Wochen und sogar Monate verbringen mussten, bevor sie in einem der Nachbarländer strandeten. Auch nach Südostasien sind sie geflohen. Es ist keine einfache Entscheidung. Sie riskieren eine gefährliche Flucht im Indischen Ozean und fahren mit einfachen Booten aufs Meer hinaus mit der Hoffnung von einem der naheliegenden Länder wie Indonesien aufgenommen zu werden.

Unter den begünstigten Rohingya-Flüchtlingen waren auch 22 Kinder.

Im Dezember 2022 und Januar 2023 flüchteten 241 Rohingya-Flüchtlinge – darunter 22 Kinder – vom Bangladesch-
Flüchtlingslager in der Region Cox‘s Bazaar auf einfachen Holzbooten. Sie strandeten an der Küste der Aceh Provinz in Indonesien. Die Geflüchteten wurden von der lokalen Regierung in temporäre Unterkünfte untergebracht und brauchten Hilfe in der für sie unbekannten Region.

Gemeinsames Essen für Rohingya in Indonesien.

Neben einem Dach über dem Kopf benötigten die Geflüchteten ebenfalls Unterstützung in Form von Lebensmitteln und Hygieneartikeln, um ihre Grundbedürfnisse stillen zu können. An acht hintereinander folgenden Tagen bekamen 241 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder drei Mahlzeiten, bestehend aus Reis mit Gemüse, Fisch oder Hähnchen als Beilage.

Hygiene-Artikel wie Zahnpasta oder auch Damenbinden waren für die persönliche Hygiene von großer Bedeutung.

An sieben Tagen wurden außerdem jeweils 20 Kanister á 20 Liter Wasser verteilt. Zu den Hilfeleistungen gehörte ebenfalls die einmalige Verteilung von Hygiene-Artikeln an alle 241 Geflüchteten. Anhand der Aussagen der Begünstigten wurde bestätigt, wie wichtig auch Hygiene-Artikel in Hilfsleistungen sind, insbesondere für Frauen und Mädchen. Die Tragetaschen mit Hygieneartikeln bestanden aus Körperseife, Zahnpasta, Waschmittel, Sandalen, Deodorants für Männer, Damenbinden für die Frauen, Windeln für Babys, Shampoo sowie Zahnbürsten für Erwachsene und Kinder. Aufgrund eines vorteilhaften Wechselkurses konnten an zwei Tagen zusätzlich Snackpakete, bestehend aus Obst, Kuchen und Säften, an alle 241 Begünstigten verteilt werden.

Die Bereitstellung dieser Sets hatte das Ziel die persönliche Hygiene der Geflüchteten zu verbessern, die tage- oder wochenlang auf Booten unterwegs waren. Auch Krankheiten und juckende Ausschläge sollten damit vorgebeugt werden. Zakatfinanzierte Projekte wie diese tragen somit dem Wohlbefinden und der Würde der Menschen bei. Insbesondere bei der täglichen Essensausgabe, wurde mit der Dorfverwaltung und der Gastgemeinde zusammengearbeitet.
Dies ist eine schöne Geste und zeugt von Respekt. Die Mahlzeiten wurden dabei von der lokalen Gemeinde gekocht und teilweise auch verteilt, wofür sie auch vergütet wurden. Dies ist sinnvoll, um etwaige Spannungen zu vermeiden sowie die Beteiligung der Gastgemeinde zu fördern und eine Verbindung zwischen Gastgemeinde und den Geflüchteten aufzubauen. Dieses Nothilfeprojekt wurde alhamdulillah im Ramadan letzten Jahres dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender erfolgreich umgesetzt.

Auf dem Boot ins Ungewisse flüchten

Zugehöriges Projekt

Ein Winterwunder für Mohammeds Familie

Von Soufian El Khayari
Indien: Mohammed erhielt eine wärmende Decke in einem Rohingya-Flüchtlingscamp.

Die Lage der Rohingya-Flüchtlinge in Indien ist nicht einfach. Die meisten arbeiten als Tagelöhner und haben daher nur ein sehr geringes und instabiles Einkommen, das nicht ausreicht, um ihre Familien zu versorgen. Die coronabedingten Lockdowns in den vergangenen Jahren machten die Situation noch komplizierter, da viele ihre Arbeit verloren und damit insbesondere in den kalten Monaten vollständig auf Unterstützung, wie zum Beispiel unsere Winterhilfe, angewiesen waren.

Von einer der 1000 begünstigten Familien im Rohingya-Flüchtlingscamp in Hyderabad, die im Winter letztens Jahres Hilfe erhielten, wollen wir Dir nachfolgend mehr berichten.
Um genau zu sein, erzählt diese Geschichte vom 21-jährigen Mohammed, seinem jüngeren Bruder und seinen Eltern. Sie sind Rohingya-Flüchtlinge aus Burma.
Mohammed verdiente seinen Lebensunterhalt als Tagelöhner durch anstrengende körperliche Arbeit. Eines Tages kam es auf einer Baustelle jedoch zu einem schmerzlichen Unfall und er brach sich sein rechtes Bein. Ein Einkommen hatte er daher nicht mehr.

Schweren Herzens sagte er: „Ich war der Einzige, der arbeitet. Mein Vater ist ein alter Mann und mein Bruder ist zu jung, um irgendwelche Arbeiten zu verrichten, aber jetzt kann ich auch nicht mehr arbeiten.”

Seine Familie stand vor dem Aus. Wie sollten sie die extreme Kälte des Winters ohne jegliches Einkommen bewältigen?

Unsere Helfer vor Ort fanden Mohammed und seine Familie frierend im Flüchtlingslager vor und statteten sie mit einer warmen Mink-Bettdecke, einem Bettlaken, einem Kissenbezug und Winterkleidung aus.

Indien: Mohammed probiert seine neue Winterjacke an.

Mohammed drückte seine Dankbarkeit aus und sagte: „Das Leben im Flüchtlingscamp ist sehr hart, und der Winter ist extrem kalt. Es ist schwierig zu beschreiben, wie elend das Leben geworden ist, und die Verantwortung lastet schwer auf meinen Schultern. Alhamdulillah ist muslimehelfen wie ein Wunder in unser Leben getreten und hat uns vor diesem Winter gerettet.”

Indien: Links Mohammeds Mutter und rechts sein jüngerer Bruder freudestrahlend beim Erhalt der Winterhilfe.

Er bedankte sich herzlich bei den Spendern von muslimehelfen, die ihm und seiner Familie in dieser schwierigen Zeit geholfen haben. Möge Allah ihre Güte anerkennen und sie und ihre Familie reichlich mit Gesundheit und Wohlstand segnen, bittet Mohammed.

Ein Winterwunder für Mohammeds Familie

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