Die Begünstigten bedanken sich

Ein Rückblick auf unsere Kurban-Projekte im vergangenen Jahr

Soufian El Khayari

Für Millionen von Menschen weltweit ist Fleisch ein Luxus, den sie sich im kräftezehrenden Alltag aufgrund extremer Armut und steigenden Lebensmittelpreisen einfach nicht leisten können. Dank großzügigen Spenden konnten wir auch 2025 anlässlich des Opferfestes wieder ein weitreichendes globales Kurban-Programm umsetzen.

In insgesamt 14 Ländern und durch 20 sorgfältig geplante Projekte haben wir gemeinsam knapp 30.000 bedürftige Familien erreicht. Das sind weit über 140.000 Menschen. Unsere Spender haben diesen oftmals vergessenen Geschwistern an den Festtagen nicht nur eine seltene, nahrhafte Mahlzeit geschenkt. Sie haben ihnen das wertvolle Gefühl gegeben, in ihrer tiefen Not nicht alleine gelassen zu werden.

Die Umsetzung der Kurban-Projekte 2025 war eine beachtliche logistische Leistung. Von den trockenen Regionen Afrikas bis hin zu den überfüllten Flüchtlingslagern in Südasien kam Deine Hilfe genau dort an, wo sie am dringendsten benötigt wurde. Im Folgenden möchten wir Dir einen detaillierten Überblick über die ermöglichten Kurban-Projekte geben.

Kurban-Hilfe in Afrika

In vielen afrikanischen Ländern leiden Gemeinschaften tagtäglich unter Armut, Dürren und massiver wirtschaftlicher Instabilität. In acht umfassenden Projekten auf dem afrikanischen Kontinent brachten wir Erleichterung.

Unser weitreichendstes afrikanisches Projekt fand in Kenia statt. In den Counties Kwale, Kilifi und Mombasa wurden 320 Ziegen und 200 Schafe geschächtet. Dadurch konnten wir fast 3.500 arme Familien, darunter unzählige Witwen und Waisen, mit je zwei Kilogramm frischem Fleisch versorgen. Das Projekt stärkte zudem lokale muslimische Viehhändler, deren Verkaufserlöse einen extrem wichtigen Impuls für die ganze Region darstellten. In Ruanda konnten wir 50 Rinder schächten und deren Fleisch an 1.920 zutiefst bedürftige Familien in Distrikten wie Rwamagana verteilen. In der Demokratischen Republik Kongo, um genauer zu sein in Goma, erreichten wir 600 verarmte Familien. Das durchschnittliche Tageseinkommen dieser Menschen beträgt oftmals kaum einen Euro. Die Verteilung von 3 kg Fleisch pro Familie bot eine außergewöhnliche Proteinquelle und riesige Festtagsfreude.

Einen besonderen Fokus legten wir auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. In Togo wurden 50 Rinder für 700 Familien geschächtet. Die Fleischverteilung konzentrierte sich gezielt auf Menschen mit starken visuellen, auditiven und körperlichen Beeinträchtigungen. An sie konnten sechs Kilogramm überreicht werden. In Malawi in der Region Salima wurden 600 Familien – darunter chronisch Kranke, ältere Menschen und Witwen – mit Rindfleisch bedacht. In den trockenen ländlichen Gebieten von Simbabwe in Muzarabani und Hambe erhielten 1.360 Familien Kurban-Fleisch. Im städtischen Raum in Südafrika profitierten zudem 740 Familien in den ärmsten Townships von Johannesburg und Sasolburg, die extrem unter hoher Arbeitslosigkeit leiden.

Unermüdliche Solidarität für Flüchtlinge in Asien

Asien bildet aufgrund seiner komplexen Flüchtlingskrisen und den extrem großen, unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerungsgruppen einen traditionellen Schwerpunkt unserer Hilfe. Ein gewaltiger Teil der Spenden half direkt Vertriebenen.

Besonders in den überfüllten Rohingya-Camps in Bangladesch (Cox’s Bazar) brachten wir 1.200 vor Gewalt geflohenen Familien Trost. Zudem berücksichtigten wir 400 arme bangladeschische Gastfamilien, um den sozialen Frieden zu stärken. Eine ähnlich dramatische Situation fanden wir in Indien, wo wir in Hyderabad 1.270 völlig verarmte Rohingya-Flüchtlingsfamilien mit Ziegenfleisch versorgen konnten. Für sie, die nur als Tagelöhner überleben, war dieses Fleisch mehr als simple Nahrung. Es war schieres Überleben und ein Zeichen der Hoffnung. In Pakistan (Peshawar) versorgten wir 400 afghanische Flüchtlingsfamilien. Darunter hauptsächlich alleinerziehende Mütter ohne Einkommen. Ein weiteres Projekt half dort 400 armen einheimischen Müttern und Familien.

Zusätzlich führten wir in Indien starke Einsätze für die einheimische ländliche Bevölkerung durch. Mit über drei Projekten in Indien erreichten wir 3.300 lokale Familien, vor allem witterungsabhängige Kleinbauern. Ein Kraftakt war unser Hilfsprojekt im von Unwettern gebeutelten Sri Lanka: Hier haben wir nach der Schächtung von 99 Rindern für 4.077 bedürftige Familien Fleisch bereitgestellt. Allein 1.650 Waisenkinder profitierten davon. Auch außerhalb der riesigen Camps in Bangladesch erhielten 1.686 Familien in überschwemmungsgefährdeten Gebieten wertvolles Kurban-Fleisch. Ein guter Wechselkurs ermöglichte alhamdulillah sogar mehr Tiere als geplant.

Trost für abgelegene Inseldörfer in Südostasien

In Südostasien durften sich abertausende Muslime über den reichen Segen des Opferfestes freuen. In Indonesien realisierten wir mehrere großflächige Verteilungen in Aceh, Lombok und West Nusa Tenggara. Gemeinsam wurden über 3.700 Familien bedacht, und wir brachten zudem 1.757 starken Waisenkindern ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Lokale islamische Religionslehrer wurden in die direkten Verteilungen involviert, um sie wertzuschätzen. In Kambodscha dehnten wir das Kurban-Programm auf sage und schreibe 32 Dörfer in 11 völlig unterschiedlichen ländlichen Provinzen aus. Exakt 2.250 Familien von Reisbauern und einfachen Fischern, die mit großen finanziellen Nöten extrem schwer zu kämpfen haben, durften sich am Festtag über Rindfleisch für ihre Familien und Kinder freuen.

Europa: Direkte Hilfe in Bosnien

In der europäischen Nachbarschaft wird Hilfe ebenso dringend benötigt. In Bosnien in Städten wie Srebrenica, Srebrenik und Zvornik wurden an den Festtagen 10 Rinder geschächtet. Insgesamt 30 der bedürftigsten Waisenfamilien wurden direkt mit Spenden von frischem Kurban-Fleisch versorgt. Zudem sorgten wir für eine nachhaltige Weiterverwendung: Ein beträchtlicher Großteil des Fleisches wurde eingefroren, um über das Jahr verteilt einem Aufnahmezentrum, städtischen Armenspeisungen sowie einer speziellen Einrichtung für bedrohte Internatskinder laufend zugutezukommen.

Der wahre Segen des Teilens

Hinter diesen beeindruckenden Zahlen von 20 erfolgreichen Projekten und über 140.000 versorgten Begünstigten, stehen echte Menschen mit echten Emotionen. Beispielhaft ein lachendes kambodschanischen Waisenkind, eine Witwe tief im ländlichen Peshawar voller Erleichterung, der spürbare Trost eines blinden Menschen in Afrika. Sie alle haben gemerkt, dass Geschwister wie Du sie nicht vergessen haben.

Mit dem Kurban 2025 hast Du mehr als eine fleischhaltige Mahlzeit gespendet. Du hast Inklusion, echte Wertschätzung und Lebensfreude ermöglicht. Im Namen aller begünstigten Familien und den Partnern von muslimehelfen bedanken wir uns von tiefstem Herzen. Möge Allah (swt) Deine herzlichen Spenden annehmen, Dich und Deine Familie segne und Euch in beiden Welten Frieden schenken. Amin. Lass uns diesen Weg der Barmherzigkeit gemeinsam stetig weitergehen!

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Ein Rückblick auf unsere Kurban-Projekte im vergangenen Jahr

Zugehöriges Projekt

Ein Fundament für die Zukunft: Moderne Bildungschancen in Indonesien

Soufian El Khayari

Von der „Kreidezeit“ ins moderne Zeitalter: Wie Deine Spende eine Schule in Banten digital transformiert und Kindern aus armen Verhältnissen neue Hoffnung schenkt.

Unser Prophet Muhammad (saw) sagte sinngemäß: „Das Streben nach Wissen ist eine Pflicht für jeden Muslim.“ Doch während wir in Europa den Zugang zu digitaler Bildung oft als selbstverständlich ansehen, sieht die Realität in den ländlichen Regionen Indonesiens häufig anders aus. In dem kleinen Dorf Cihideung, gelegen in der Provinz Banten, mussten sich Lehrer und Schüler jahrelang mit mangelnden Ressourcen zufriedengeben. Doch pünktlich zum Schuljahr 2025/2026 hat sich das Blatt gewendet und ein neues technisches Zeitalter bricht an.

Indonesien: Eines der fünf neuen Notebooks angeschlossen an einen Beamer für den multimedialen Unterricht der Kinder.

Wenn Motivation auf Grenzen stößt

Die Islamic Primary School in Cihideung ist mehr als nur ein Gebäude; sie ist das Herz der Gemeinde. Hier kommen Kinder aus einkommensschwachen Familien zusammen, um die Grundlagen für ihr späteres Leben zu erlernen. Doch vor Beginn unseres Projekts war der Schulalltag von Entbehrungen geprägt: Die Klassenräume waren unzureichend ausgestattet, was sowohl die Motivation der Schüler als auch die Effektivität der Lehrkräfte dämpfte. Ohne moderne Lehrmittel war es fast unmöglich, den Kindern die Kompetenzen zu vermitteln, die sie in der heutigen Welt benötigen.

Indonesien: Ein starkes Team für eine bessere Zukunft: Dank der Spenden in Höhe von 6.674 Euro konnten die Lehrkräfte und Kinder der Islamic Primary School in Cihideung pünktlich zum neuen Schuljahr mit moderner Ausstattung durchstarten.

Ein Paket voller Möglichkeiten

Dank der großzügigen Unterstützung der Spender von muslimehelfen konnte ein umfassendes Ausstattungspaket im Wert von 6.674 Euro realisiert werden. Zwischen dem 25. September und dem 25. Oktober 2025 wurde die Schule systematisch modernisiert.

Das Projekt konzentrierte sich auf drei Säulen:

  • Digitale Infrastruktur: Die Bereitstellung von 5 Laptops, 2 Projektoren, einem All-in-One-Drucker und Laminiergeräten ermöglicht multimedialen Unterricht.
  • Struktur und Ordnung: 13 neue Schranksysteme mit insgesamt 156 Einzelfächern sorgen dafür, dass jedes Kind einen sicheren Platz für seine Sachen hat.
  • Würdevolle Arbeitsbedingungen: 14 neue Tisch- und Stuhlgarnituren für das Lehrpersonal schaffen eine professionelle Umgebung.

Stimmen der Dankbarkeit

Die wahre Wirkung des Projekts zeigt sich in den Worten der Menschen vor Ort:

Wahyu (23), Lehrer: 

“Alhamdulillah, wir danken muslimehelfen herzlich für die Unterstützung unserer Schule. Gerade in dieser digitalen Zeit ist Eure Hilfe eine große Bereicherung für unsere Lernaktivitäten und hat einen sehr großen Einfluss auf unseren Unterrichtsprozess.“

Suminar (26), Mitarbeiterin: 

Wir als große Familie der Schule in Cihideung möchten uns zutiefst bedanken. Diese Hilfe ist ein wahrhaft sichtbares Zeichen der Liebe gegenüber uns. Möge Allah die Güte und Aufrichtigkeit von muslimehelfen mit vielfacher Belohnung segnen.

Alfian (32): 

Ein riesiges Dankeschön an muslimehelfen für die Unterstützung und all die Dinge, die für unsere Schule so nützlich sind. Hoffentlich wird uns dies jetzt und in der Zukunft von Nutzen sein. Möge Allah Euch dafür doppelt belohnen.

Spielend lernen: Ein Herz für Kinder

Indonesien: Nach getaner Arbeit: Unsere Helfer vor Ort nach dem Aufbau des Spielgeräts für die Kinder.

Besonders für die 80 Kinder, von denen 11 Waisen sind, ist die Schule ein Ort der Entfaltung. Ein Highlight der Modernisierung war daher die Installation eines neuen Indoor-Spielgeräts mit einer Rutsche. Gerade wenn sonst in der Umgebung private Spielmöglichkeiten oftmals fehlen, fördert dies nicht nur die Bewegung, sondern schenkt den Kindern auch Momente unbeschwerter Freude.

Mehr als nur Unterricht. Die leuchtenden Augen der Kinder sind der schönste Beweis für die Wirkung Deiner Hilfe. Deine Spende schenkt diesen Kindern eine Perspektive und ein Stück unbeschwerte Kindheit.

Indonesien: : Eines der Mädchen beim Spielen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Dieses Projekt ist eine Investition in die Zukunft. Durch die verbesserte Lernumgebung steigt die Motivation der Kinder und die Qualität der schulischen Lehre. In diesem Ramadan blicken wir voller Stolz auf das Erreichte in Indonesien. Insgesamt haben 95 Personen direkt von dieser Maßnahme profitiert. Noch mehr wenn, man die nachfolgenden Schulkinder mitzählt. Dies zeigt eindrucksvoll: Deine Spende ist mehr als nur eine finanzielle Zuwendung. Sie ist ein Versprechen für eine bessere Zukunft der heranwachsenden Kinder.

Indonesien: : Das neue Spielgerät bei der Einweihung.
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Ein Fundament für die Zukunft: Moderne Bildungschancen in Indonesien

Zugehöriges Projekt

Burundi – von Waisen, der Schule und Waqf

Jusuf v.Denffer

Südlich des Äquators inmitten des afrikanischen Kontinents am Tanganyika-See gelegen, befindet sich Burundi. Wie bei uns in Deutschland leben auch in Burundi die Muslime in einer Minderheit. Im Gegensatz zu uns in Deutschland sind die Lebensbedingungen für sie jedoch sehr schwer, da sie unter machtpolitischen Unruhen, kriegerischen Auseinandersetzungen und einer maroden Wirtschaftslage leiden. Die meisten Menschen in Burundi leben unterhalb der Armutsgrenze. Bei muslimehelfen ist Burundi als das ärmste Projektland aufgelistet. Seit dem Jahr 2003 werden in Burundi für die Belange der Waisenkinder Projekte als Unterstützung umgesetzt. Zu Beginn dieser Unterstützung von muslimehelfen waren AIDS und HIV leider ein sehr aktuelles Thema. Viele Kinder in Burundi sind durch den Tod ihrer Eltern daran zu Waisenkindern geworden und einige von ihnen selbst sind daran erkrankt. Aus diesem Grund stand bei der Unterstützung der Waisenkinder in Burundi von muslimehelfen von Anfang an das Wesentliche im Vordergrund: die Betreuung und Verpflegung der Waisenkinder.

Die Anzahl der Waisenkinder in Burundi ist mit den Jahren nicht kleiner geworden, ihre Situation hat sich jedoch etwas verändert. Die Waisenhilfe von muslimehelfen in Burundi ist mittlerweile fest etabliert und Projekte werden kontinuierlich umgesetzt. Neben den grundlegenden Bedürfnissen der Waisenkinder nach Betreuung und Verpflegung rückt die Bildung immer mehr in den Vordergrund. So wurde beispielsweise im Jahr 2010 in Bujumbura, der ehemaligen Hauptstadt von Burundi, ein von muslimehelfen finanziertes Waisenzentrum eröffnet. Noch im selben Jahr, im Herbst, wurden dort die ersten vier Klassen der „Muslime Helfen Primary School” (Grundschule) für den Schulunterricht eingerichtet. Mit jedem darauffolgenden Jahr wurde die Schule um eine Klasse erweitert. Im Jahr 2018 fand eine von muslimehelfen finanzierte Instandsetzung der bisherigen Räumlichkeiten statt und das Gebäude des Waisenzentrums wurde für den Schulbetrieb der „Muslime Helfen School“ nun bis zur neunten Klasse ausgebaut.

Aktuell werden durch zwei fortlaufende größere Projektumsetzungen von muslimehelfen die Waisenkinder in Burundi unterstützt: die Waisenhilfe und der Schulbetrieb der Muslime Helfen School. Bei beiden Projekten ist der seit 2008 aktive und gut arbeitende Partner in Bujumbura stets ein verlässlicher Ansprechpartner, denn beide Projekte laufen seit 15 Jahren durchgehend und ohne Unterbrechung bei muslimehelfen. Die aktuelle Waisenhilfe von muslimehelfen in Burundi ist vielseitig und umfasst die Finanzierung von Lebensmitteln, Schulgebühren, Gesundheitskosten und Betreuung für die Waisenkinder. So erhielten über das Jahr 2025 verteilt 400 Waisenkinder mit ihren Familien insgesamt je 72 kg Reis, 72 kg Bohnen und 24 kg Zucker. Für rund 70 Waisenkinder, die nicht die Muslime Helfen School besuchen, sondern an anderen Schulen am Unterricht teilnehmen, wurden die Schulgebühren bezahlt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr auch für 900 Waisenkinder die Kosten für ärztliche Behandlungen und medizinische Versorgung übernommen. Das Mädchenwaisenhaus Kiyange bei Bujumbura wurde im vergangenen Jahr mit 5.400 kg Reis, 3.600 kg Maniokmehl, 2.520 kg Bohnen, 360 l Speiseöl und 750 kg Zucker versorgt. Dies reicht für etwas mehr als 60 Waisenkinder. In der Waisenhilfe von muslimehelfen in Burundi sind auch die Kosten für die Betreuung der Waisenkinder und ihrer Familien enthalten. Beispielsweise kümmern sich eine Krankenschwester, eine Sozialarbeiterin oder auch Mitarbeiter unseres Partners direkt und regelmäßig um das Wohl der Waisenkinder und ihrer Familien und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Burundi: Lebensmittel für Waisenhilfe.

Der Schulbetrieb der Muslime Helfen School in Bujumbura ist das andere große und langfristige Projekt von muslimehelfen in Burundi. In dieser Schule können sich die Waisenkinder in einer angenehmen und sicheren Umgebung auf das Lernen konzentrieren. In Burundi gibt es eine neunjährige obligatorische Schulzeit. Die Schule verfügt seit ihrer Instandsetzung und Erweiterung im Jahr 2018 über Klassenzimmer für die Klassen 1 bis 9. Zu den Schulfächern gehören die Landessprache Kirundi und weitere Sprachen wie Französisch, Englisch und Kiswahili, aber auch Mathematik sowie in den höheren Klassen Gesellschaftskunde, Chemie, Biologie, Physik und Technik. Neben dem Schulunterricht werden die Schulkinder täglich mit warmen Mahlzeiten versorgt. Die laufenden Kosten für den Schulbetrieb werden von muslimehelfen finanziert, darunter sind Lebensmittel für das Schulessen, Schulmaterial und Schuluniformen für rund 250 Schulkinder, Gehälter für elf Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal, Strom- und Wasserrechnungen, die Miete für die Küche, Löhne für die Köche und weitere Helfer sowie administrative Ausgaben.

Burundi: Im Innenhof der Muslime Helfen School in Bujumbura.

Wenn man Nachrichten wie die des 11-jährigen Issa liest: „Assalam Alaikum Warahmatullah Warabarakatuh. Ich bin Issa und ich danke Euch, dass Ihr mir die Chance gegeben habt, an der Muslime Helfen School zu lernen! Wir bekommen kostenloses Essen, können kostenlos lernen und auch die Behandlungen sind kostenlos. Wir danken Euch von unseren Herzen und beten dafür, dass Ihr uns und noch vielen anderen wie uns weiterhelft.,” dann wird deutlich, welche Bedeutung die Muslime Helfen School in Bujumbura für die Waisenkinder hat. Die Schule ist für die Waisenkinder nicht nur ein Ort des Lernens, sondern fast schon wie ein zweites Zuhause geworden, an dem sie gerne Zeit verbringen. Für muslimehelfen war es ein großes Anliegen, die Waisenhilfe in Burundi auch vor Ort mit eigenen Mitteln zu unterstützen.

Burundi: Das im Jahr 2011 errichtete Lagerdepot in Rugombo.

Ein paar Monate nach der Eröffnung des Waisenzentrums in Bujumbura und kurz nach Beginn des ersten Schuljahres für die ersten vier Klassen an der Muslime Helfen School erwarb muslimehelfen im Jahr 2010 drei Grundstücksflächen für die agrarwirtschaftliche Nutzung und übergab sie dem Partner vor Ort als Waqf-Land. Im darauffolgenden Jahr 2011 finanzierte muslimehelfen auch den Bau eines Lagerdepots zur Aufbewahrung der Ernteerträge. Ziel der beiden Projekte war es, durch die agrarwirtschaftliche Nutzung des Waqf-Landes Einnahmen zu erzielen und damit einen Beitrag zur Unterstützung der Waisenhilfe und des Schulbetriebs der Muslime Helfen School zu leisten.

Bereits drei Jahre nach Erhalt des Waqf-Landes war es unserem Partner möglich, das Jahresgehalt zweier Lehrer der Muslime Helfen School selbstständig zu finanzieren. Seit 2019 beteiligt er sich an der Zahlung der Jahresgehälter von sechs der 17 angestellten Lehrkräfte der Muslime Helfen School. Er versucht, sich auch an den weiteren Kosten der Schule zu beteiligen und die Einnahmen aus dem Waqf-Land direkt für die Waisenhilfe zu nutzen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land ist dies nicht leicht zu bewältigen, aber immerhin ist es gelungen, mit den verfügbaren Mitteln selbstständig einen Beitrag zur Unterstützung der Waisenkinder zu leisten …

… Im Oktober 2025 hatte ich im Rahmen einer Projektreise nach Burundi, Ruanda und in die Demokratische Republik Kongo die Gelegenheit, mir vor Ort ein aktuelles Bild von Burundi und den dort umgesetzten Projekten zu machen. Einige der dargelegten Informationen über Burundi und die dort umgesetzten Projekte waren mir durch meine Arbeit als Projektadministrator bei muslimehelfen bereits bekannt. Ich war aber auch auf neue Details und Situationen gespannt, die mir zuvor nicht bekannt waren. Die Verhältnisse in Burundi sind nicht gut. Die oft erlebten Motive der sehr langen Autoschlangen vor leeren Tankstellen und der vielen Fahrräder, die mit meist zwei senkrechten Holzpfählen auf dem Gepäckträger montiert waren, um daran größere Gegenstände oder auch Personen zu transportieren, verdeutlichten diesen Eindruck noch mehr. Normalerweise verbrachte ich die Abende während einer Projektreise im Hotelzimmer damit, mir Notizen für den nächsten Tag zu machen, Nachrichten nach Hause zu schicken und dem Büroteam von den Neuigkeiten der Projektreise zu berichten. In Burundi war mir das aufgrund der häufig auftretenden Stromausfälle jedoch nicht möglich. Eines Abends saß ich wieder im Dunkeln im Hotelzimmer. Ich merkte, dass nicht einmal von außen das Licht der Straßenlaternen hereinschien, da das gesamte Viertel um das Hotel vom Stromausfall betroffen war. Von solchen Verhältnissen war ich zuvor noch nie direkt betroffen gewesen, aber für ein paar Nächte würde ich damit schon zurechtkommen. Die Menschen in Burundi müssen jedoch ständig damit zurechtkommen, wenn die Stromausfälle nicht nur nachts, sondern auch tagsüber mehrere Stunden andauern und so vieles im Lebensalltag zum Erliegen kommt.

Burundi: Eine große und eine kleine Ölpalmenfrucht.

In Burundi besuchte ich mit dem Team unseres Partners die drei Grundstücke, die vor 15 Jahren von muslimehelfen erworben wurden. Nach einer 90-minütigen Autofahrt von Bujumbura aus erreichten wir den Ort Rugombo, wo sich das erste Stück Land befindet. Wir hielten neben dem im Jahr 2011 von muslimehelfen errichteten Lagerdepot für die Ernteerträge an. Es befindet sich an der Zufahrt zu einem Ölpalmenfeld. Das Lagerdepot war bereits leer, da die Ernte verkauft worden war. Am Boden des Lagers befanden sich aber hier und da noch kleine Haufen Erntereste. Ich pickte mir einige Früchte heraus, um sie mir genauer anzuschauen. Das Team unseres Partners bemerkte, was ich getan hatte, und erklärte mir, dass die Ernte in diesem Jahr nicht die beste gewesen sei und sich die Qualität der Ölpalmenfrüchte erheblich unterschied. In meiner Hand konnte ich diesen Unterschied sehen, da ich zwei unterschiedlich große Ölpalmenfrüchte aufgehoben hatte. Die größere der beiden Früchte war fast dreimal so groß wie die kleinere.

Burundi: Die Ölpalmen auf dem vor 15 Jahren erhaltenem Waqf-Land in Rugombo.

Das Team des Partners fuhr mit seiner Erklärung fort: Vor 15 Jahren hatte man auf dem Waqf-Land Ölpalmen gepflanzt. Der Erlös aus dem Verkauf der Ernteerträge hatte nicht nur ausgereicht, um einen Teil der Lehrergehälter der Muslim Helfen School zu finanzieren, sondern auch den Kauf eines Schulbusses und den Erwerb eines zweiten Feldes für die Anpflanzung weiterer Ölpalmen ermöglicht. Diese zusätzlichen Informationen über den Schulbus und das zweite erworbene Feld hatte ich in unseren Projektunterlagen so nicht vorgefunden. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es sich beim Ölpalmenfeld am Lagerdepot, um das vor 15 Jahren erhaltene Waqf-Land handelte. Tatsächlich handelt es sich jedoch um das zweite erworbene Ölpalmenfeld unseres Partners. Nach der Besichtigung des Lagerdepots gingen wir noch etwa 200 Meter durch das schattige Ölpalmenfeld weiter, vorbei an einem brachliegenden Feld, zu dem Ölpalmenfeld, dem ersten Stück Waqf-Land, das muslimehelfen damals an unseren Partner übergeben hatte. Erst jetzt fiel mir der Unterschied zu dem zuvor besichtigten Ölpalmenfeld beim Lagerdepot auf. Die Stämme der Ölpalmen waren dicker, aber kürzer, und der Boden um die Palmen herum war von Gräsern und weiteren Pflanzen bedeckt. Hier stammte also die größere Ölpalmenfrucht her, die die Grundlage für die Lehrergehälter, den Schulbus und das zweite Ölpalmenfeld beim Lagerdepot bildete. Diese Eindrücke und Erkenntnisse kann man nicht bei der Aktenschau der Projektunterlagen oder im E-Mail-Verkehr erlangen. Das ist nur möglich, wenn man vor Ort ist und der Partner einem die gesamte Entwicklung persönlich schildern kann.

Gemeinsam haben wir uns noch die beiden weiteren zwei Stücke Waqf-Land in der Umgebung von Rugombo angeschaut. Auch darüber könnte ich noch einiges erzählen, aber ich möchte die Aufmerksamkeit auf eine wichtige Angelegenheit aus der Reise nach Burundi lenken. In Burundi habe ich mehrere Waisenhäuser sowie die Muslime Helfen School mit seinen neun Schulklassen, 250 Schülern, 17 Lehrkräften und weiterem Schulpersonal besucht und die dort anwesenden Begünstigten getroffen. Insgesamt entsprachen die erlebten Eindrücke und Erfahrungen den Informationen aus den Projektunterlagen. Etwas Wichtiges war den Projektunterlagen jedoch nicht zu entnehmen und ist mir erst vor Ort aufgefallen. Sowohl beim Besuch der Waisenhäuser als auch bei dem am darauffolgenden Tag erfolgten Besuch der Muslime Helfen School wurde erst am späten Nachmittag die Stromversorgung wiederhergestellt. Das bedeutete, dass während meines Besuchs bei den Waisenkindern in den Waisenhäusern und bei den Schulkindern in der Muslime Helfen School vom frühen Vormittag an bis zum späten Nachmittag kein Strom zur Verfügung stand. Das sind wirklich extrem schwere Lebensbedingungen, und ich habe großen Respekt davor, wie die Betroffenen damit umgehen.

Zuletzt möchte ich den Blick erneut auf die Eröffnung des Waisenzentrums und der heutigen „Muslime Helfen School” in Bujumbura am 19. August 2010 richten. Damals konnten alle eingeladenen Gäste und Teilnehmer der Eröffnung erst nach dem Abendgebet gemeinsam etwas essen und trinken, da der Ramadan 1431 wenige Tage zuvor begonnen hatte.

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Burundi – von Waisen, der Schule und Waqf

Zugehöriges Projekt

One village at a time – Lebensmittel und Trinkwasser in Aceh

Jusuf von Denffer

Im Herbst 2024 hat muslimehelfen gemeinsam mit seinem indonesischen Partner in Aceh die Projektreihe „One Village at a time – Ein Dorf nach dem anderen“ (OVAAT) gestartet. Die Projektreihe besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Projektphasen und hat das Ziel, ländliche Gemeinden in Indonesien ganzheitlich zu fördern. Dabei stehen die dringendsten humanitären Bedürfnisse dieser Gemeinden im Vordergrund. In Anlehnung an die internationalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sollen so für Muslime in Indonesien Abhängigkeiten verringert und Gemeinschaften gestärkt werden.

Für die Projektreihe wurde der Ort Linge ausgewählt, der sich mehrere Stunden von der nächstgelegenen Stadt entfernt ziemlich isoliert in den Bergen von Zentral-Aceh befindet, also fernab von funktionierender Infrastruktur. Die meisten der 8.000 Einwohner sind Kleinbauern oder Viehzüchter, die in mehreren Dörfern des Ortes leben und sich selbst versorgen. Sie haben zumeist nur die Grundschule besucht und leben in sehr einfachen bis ärmlichen Verhältnissen. Aufgrund der isolierten Ortslage ist der Weg zu den Märkten der nächstgelegenen Stadt sehr mühselig, sodass die Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Tätigkeit begrenzt sind. Auch die Gesundheitsversorgung und der Zugang zu weiterführender Bildung sind stark eingeschränkt, sodass sich das Leben der Menschen auf Linge konzentriert.

Mit dem Projekt „Indonesien/Linge/Lebensmittelhilfe 2024” von muslimehelfen konnte die sozioökonomische Situation der Einwohner von Linge jedoch, alhamdulillah, etwas verbessert werden. Am 14. Oktober 2024 wurden Lebensmittelpakete an jeweils 500 Familien verteilt. Jede Familie erhielt 20 kg Reis, 1 kg Zucker, 2 l Speiseöl, 500 g Salz, 425 g Fischkonserven, 600 g Maisnudeln und 2 Packungen Reismehl. Der 41-jährige Ali war sehr gerührt und sagte: „Die Leute aus der Stadt kommen so gut wie nie zu uns ins Dorf. Heute ist es das erste Mal, dass ich sowas erlebe. Diese Leute hier sind zu uns gekommen und bringen Lebensmittel für mich und meine Familie. Ich bin so glücklich darüber. Möge Allah euch ohne Ende Freude gewähren. Amin.“ Somit konnte nicht nur die sozioökonomische Situation der Einwohner verbessert werden, sondern auch ein dringendes humanitäres Bedürfnis, nämlich das nach Lebensmitteln. Mit dem Abschluss dieses Lebensmittelhilfeprojekts war auch die erste Phase der OVAAT-Projektreihe beendet worden.

Indonesien: Das Lebensmittelpaket für Linge
Indonesien: Freude über die erhaltenen Lebensmittel

Nachdem eine ausreichende Lebensmittelversorgung sichergestellt war, sah die nächste Phase der OVAAT-Projektreihe die Gewährleistung eines weiteren dringenden und unverzichtbaren humanitären Bedarfs vor: den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die lokalen Behörden hatten zwar Wasserleitungen gebaut, doch diese konnten den Bedarf kaum decken. Im Frühjahr 2025 bot das Projekt „Indonesien/OVAAT/Wasseranlage” von muslimehelfen eine Lösung für diese Situation. In den Dörfern Linge und Penaron wurde jeweils eine Wasseranlage errichtet, um die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Beide Wasseranlagen sind mit einem 1.000-Liter-Wassertank, Wasserhähnen und einer elektrischen Wasserpumpe ausgestattet. Sie wurden an gut erreichbaren Stellen in den beiden Dörfern errichtet. Dadurch konnte das Risiko von Krankheiten durch unsauberes Wasser und mangelnde Hygiene verringert werden. In den beiden Dörfern wurde ein Komitee gegründet, das für die Instandhaltung, Wartung und die Nutzungszeiten der Wasseranlagen zuständig ist.

Wie in der OVAAT-Projektreihe vorgesehen, waren die Dorfbewohner und lokalen Behörden bei der Planung und den Vorbereitungen vor Ort und wurden auch beim eigentlichen Bau der Wasseranlagen miteinbezogen. So konnte die Bereitstellung des dringendsten humanitären Bedarfs an sauberem Trinkwasser gesichert und die diesbezügliche Abhängigkeit des Ortes Linge verringert werden. Die Gemeinschaft der Dorfbewohner wurde durch die Teilnahme an Planung und Bau sowie der anschließenden gemeinsamen Verantwortung für die Wasseranlage deutlich gestärkt.

Indonesien: Die Wasseranlage im Dorf Linge

Diese beiden Aspekte wurden schließlich in der nächsten Phase der OVAAT-Projekte durch das Projekt „Indonesien/OVAAT/Linge Health, Hygiene and Sanitation Training” (Schulung für Gesundheit, Hygiene und Reinigung) von muslimehelfen im März 2025 nochmals hervorgehoben. Die Dorfbewohner von Linge und Penaron wurden zunächst durch Informations- und Aufklärungsveranstaltungen über die Wartung und Reinigung der Wasseranlage informiert. Im Anschluss wurden sie speziell zu Gesundheits-, Hygiene- und Reinigungsfragen geschult. Ziel war es, nicht nur die ordnungsgemäße Nutzung der Wasseranlage zu vermitteln, sondern auch ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit und Körperhygiene sowie den sicheren und hygienischen Umgang mit sauberem Trinkwasser zu schaffen. Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene verursacht wurden und einen Arztbesuch sowie die Einnahme von Medikamenten erforderlich gemacht hätten, konnten so vermieden werden. Die Abhängigkeit von einer medizinischen und gesundheitlichen Versorgung in der weit entfernt gelegenen nächsten Stadt konnte so ebenfalls verringert werden.

Die Kenntnisse zur Wartung und Instandhaltung der Wasseranlage machten die Dorfbewohner unabhängiger von Wartungs- und Reinigungsfachpersonal. Die gegenseitige Verantwortung für die Wartung und Reinigung der Wasseranlage förderte zudem das Gemeinschaftsgefühl in den beiden Dörfern. Zum Projektabschluss erhielten die Dorfbewohner von Linge und Penaron jeweils ein Gesundheits-Hygiene-Reinigungs-Kit, um das Erlernte in die Praxis umsetzen zu können. Dieses enthielt jeweils 3 Zahnbürsten, 2 Zahnpasten, 4 Kernseifen, 2 Shampoos, 1 Waschmittel, 1 Geschirrspülmittel, 2 Packungen Kosmetiktücher und einen 15-Liter-Wassereimer. Damit war die aktuellste Phase der OVAAT-Projektreihe vorerst zu einem Abschluss gekommen …

Indonesien: Das Gesundheits-Hygiene-Reinigungs-Kit

… Am 21. April 2025 kam ich um 8:27 Uhr im Dorf Linge an. Vor der Reise hatte ich mich mit den zuvor geschilderten Details zu den drei Projekten von muslimehelfen aus den Projektunterlagen zur OVAAT-Projektreihe vertraut gemacht. Die Anreise am Tag zuvor hatte um 8 Uhr in Banda Aceh, der Hauptstadt Acehs, gemeinsam mit dem Team des indonesischen Partners begonnen und war am Abend um 19 Uhr in der Unterkunft Pangmoed im Ort Linge zu Ende gegangen. Die nächstgelegene Stadt Takengon am Laut-Tawar-See hatten wir am Tag zuvor während der Durchfahrt kurz gesehen. Bis nach Linge waren es dann noch knapp über zwei Stunden. Mein erster Eindruck von Linge war: Es ist ein sehr ländlich geprägtes, ruhiges Dorf inmitten der Berge und Wildnis von Zentral-Aceh. Die Beschreibung der isolierten Lage Linges inmitten von Bergen stimmte also mit den Details aus den Projektunterlagen überein. Die Temperaturen im Dorf waren für Indonesien ungewöhnlich angenehm kühl, wohl wegen der frühen Tageszeit und der Lage in den Bergen.

Der Dorfvorsteher Zainuddin hatte uns bereits bei unserer Ankunft im Dorf begrüßt. Nun wollte ich mehr über die Situation der Dorfbewohner und die errichtete Wasseranlage erfahren. Die Wasseranlage war neben der Moschee errichtet worden, das war also die für alle Dorfbewohner gut erreichbare Stelle. Die Wasseranlage kannte ich bereits aus den zugeschickten Projektfotos. Es war jedoch ein ganz anderer Eindruck, die errichtete Wasseranlage neben der Moschee in Linge selbst zu sehen. Während unseres Aufenthalts kamen zwei Dorfbewohnerinnen zur Wasseranlage, um Wasser für die tägliche Wäsche zu holen. Die Wasseranlage funktionierte also und wurde von den Dorfbewohnern genutzt. In den Gesprächen mit Zainuddin stellte sich heraus, dass die nächste Stelle für sauberes Trinkwasser vor der Errichtung der Wasseranlage fünf Kilometer vom Dorf entfernt gewesen war. Nun können die Dorfbewohner die Wasseranlage bei der Moschee benutzen und das Wasser steht allen kostenlos zur Verfügung.

Eigentlich gäbe es noch viel mehr über meinen Aufenthalt in den Dörfern Linge und Penaron zu berichten. In Penaron wurde neben der Moschee eine zweite Wasseranlage errichtet, die besonders für die Dorfbewohner eine Erleichterung darstellt, da sie nun nicht mehr am Flussufer die Gebetswaschung machen müssen. Mit der kurzen Schilderung der Situation der Dorfbewohner von Linge möchte ich aufzeigen, dass die Eindrücke einer Projektreise die bereits vorhandenen, detailreichen Informationen aus den Projektunterlagen ergänzen und somit die Projektarbeit bei muslimehelfen abrunden. Alhamdulillah ist es muslimehelfen nach fast sechs Jahren nun wieder gelungen, seine Partner im Ausland zu besuchen und sich ein eigenes Bild von den Lebenssituationen der Begünstigten vor Ort zu machen. In Linge mussten die Dorfbewohner fünf Kilometer gehen, um sich sauberes Trinkwasser zu holen, bevor die Wasseranlage neben der Moschee errichtet wurde. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter bis zur Moschee.

Indonesien: Die Dorfbewohner während einer Schulung
Indonesien: Dorfschule in Linge mit dem Plakat über Gesundheit, Hygiene und Reinigung

Was mir von der Projektreise nach Indonesien am stärksten im Gedächtnis geblieben ist, ist die Tatsache, dass die Lebenssituationen der Begünstigten vor Ort sehr schwierig sind und ihnen einiges abverlangen. In Linge hat sich die Trinkwasserversorgung sehr verbessert, alhamdulillah, aber trotzdem muss immer noch überlegt werden, wie viel Wasser für welchen Zweck von der Wasseranlage geholt werden muss. Bei uns sind es nur ein paar Schritte, um sich ohne irgendwelche Gedanken mal die Hände zu waschen. Mir liegt viel daran, noch einmal daran zu erinnern und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass viele unserer Geschwister in Indonesien und an anderen Orten auf der Welt es im Leben nicht leicht haben und auf Unterstützung angewiesen sind.

Die OVAAT-Projektreihe sieht gemeinsam mit muslimehelfen bald die Fortführung der weiteren Projektphasen vor. Die Dorfschule in Linge, an der das Plakat
über die Gesundheits-, Hygiene- und Reinigungsschulung angebracht ist, verfügt derzeit über kein Toilettengebäude. Die Schulkinder nutzen stattdessen die Büsche hinter der Schule als Toilette. Die Schule ist insgesamt in einem sehr renovierungsbedürftigen Zustand, weil bisher wenig bis kaum Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Wenn Du Dich an dem Projekt für die Dorfschule beteiligen möchtest und Dich für die weitere Entwicklung in Linge interessierst, dann folge uns in den sozialen Medien und Netzwerken sowie auf unserer Homepage, um über die OVAAT-Projektphase auf dem Laufenden zu bleiben.

Indonesien: Moschee im Dorf Penaron, rechts der Fluß und links die Wasseranlage

Möge Allah Euch für Eure Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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One village at a time – Lebensmittel und Trinkwasser in Aceh

Zugehöriges Projekt

Ein Rückblick auf die Kurban-Projekte im Jahr 2024

Jusuf von Denffer

Id Mubarak, Kurban bayramınız mübarek olsun, Urime Kurban Bajrami heißt es hierzulande unter anderem, wenn wir Muslime uns nach dem Id-Gebet beglückwünschen, und weil es Idul Adha ist, wäre man nun mit dem Schächten des Opfertiers beschäftigt. Zum Hadsch, der großen Pilgerfahrt nach Mekka, erinnern sich Muslime weltweit auf diese Weise an die Opferbereitschaft und dem vorbildlichen Gottesgehorsam von Ibrahim (a.s.) und Ismail (a.s.). Hierzulande ist die Teilnahme an diesem weltweiten Gemeinschaftsritus am höchsten Feiertag der Muslime aufgrund der rechtlichen, gesellschaftlichen und letztlich politischen Verhältnisse äußerst schwierig bis gar unmöglich …

Wie auch andere muslimische Hilfsorganisationen bietet muslimehelfen durch die stetige Spendenbereitschaft die Möglichkeit an, Opfertiere für das Idul Adha im Ausland zu schächten und dann das Kurban-Fleisch an Bedürftige zu verteilen. So kommen unsere bedürftigen Geschwister auch zu einer der wenigen Gelegenheiten, Fleisch zu essen. Sie können dann mit Freude oder zumindest mit einem guten Gefühl am höchsten muslimischen Feiertag teilnehmen. Durch diese Unterstützung kann dann doch noch im Sinne des weltweiten muslimischen Gemeinschaftsritus hierzulande die Ibada (gottesdienende Handlung) von Ibrahim (a.s.) und Ismail (a.s.) in Erinnerung gerufen werden.

Rinder für das Id ul Adha in Simbabwe.

Im Jahr 2024 hat muslimehelfen 18 Kurban-Projekte in 13 Ländern durchgeführt. In den Ländern Bangladesch, Bosnien-Herzegowina, Indien, Indonesien, Kambodscha, Kenia, D.R. Kongo, Malawi, Ruanda, Simbabwe, Sri Lanka, Südafrika und Togo konnte an 32.388 Familien Kurban-Fleisch verteilt werden. Wie in den vergangenen Jahren wurden auch in diesem Jahr wieder verschiedene Opfertiere geschächtet. In 2024 waren es 409 Rinder, 1.333 Ziegen und 293 Schafe, was erst durch Eure großzügige Spendenbereitschaft von 413.391 Euro ermöglicht wurde und insgesamt dann 163.832 Menschen erreicht hatte.

In Afrika befanden sich 2024 mit 7 Ländern die meisten Länder, in denen muslimehelfen das Kurban-Fleisch an Bedürftige verteilt hat. Neben ärmeren Familien sind ältere alleinstehende Menschen, Witwen, Waisenkinder, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und Bewohner aus den ländlichen Gebieten Empfänger des Kurban-Fleischs gewesen. Sie alle sind von einer bedrückenden Armut betroffen und einige müssen sogar mit etwa nur 1 Euro pro Tag auskommen. Wenigstens zum Idul Adha gab es einen Grund zur Erleichterung und Freude in ihrem sonst sehr schwierigen Alltag.

links: Empfang des Kurban-Fleischs in der D.R. Kongo. rechts: Kurban-Fleisch wird in Simbabwe überreicht.
Freude über das Kurban-Fleisch in Kenia.

In Südafrika ist das Kurban-Fleisch für manche sogar ein Luxusgut. Die 68-jährige Hajira aus Johannesburg erzählte nämlich: „Ich bin Euch so dankbar dafür, dass ihr mir Kurban-Fleisch gegeben habt, und bin Euch und allen denen, die das möglich gemacht haben, zutiefst dankbar. In meiner jetzigen Situation kann ich mir kein Fleisch leisten und ich dachte, dass ich in diesem Jahr gar keine Chance haben werde, Fleisch zu essen, aber Allah hat Euch zu mir geschickt. Vielen Dank dafür.“

In Asien wiederum gab es mit 10 Projekten die meisten Projekte, in denen muslimehelfen das Kurban-Fleisch zum Idul Adha an Bedürftige überreicht hat. Auch hier ist der Kreis der Empfänger des Kurban-Fleischs breit gefächert und umfasst arme Familien und Menschen aus der Landwirtschaft, der Fischerei und dem einfachen Handel, verarmte Lehrer, Tagelöhner, ältere Menschen, Witwen, Waisenkinder, Menschen mit Behinderungen und diejenigen, die direkt von Naturkatastrophen betroffen sind. Sie alle versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen, müssen aber täglich gegen die bittere Armut ankämpfen.

Eine Besonderheit der Projekte in Asien ist, dass wie in den Vorjahren in den beiden Nachbarländern Indien und Bangladesch jeweils ein Kurban-Projekt für die aus Myanmar geflüchteten Rohingya geplant war. Mit dem Erhalt von Kurban-Fleisch wurde den Rohingya nicht nur der seltene Genuss von Fleisch ermöglicht, sondern sie konnten auch mit Freude an den Idul Adha Feiertagen in der Fremde teilnehmen.

links: Kurban-Fleisch-Box, 2 kg Rind, in Aceh, Indonesien. rechts: Freudiger Empfang des Kurban-Fleischs in Aceh, Indonesien.
Kurban-Fleisch (Ziege) in Indien wird von Helfern vorbereitet.

Wie bereits erwähnt, ist die Verteilung von Kurban-Fleisch in manchen Fällen die seltene oder sogar einzige Gelegenheit, Fleisch zu essen. Der 62-jährige Mohammad aus Moulvibazar in Bangladesch, der mittellos und für das Sauber- und Reinhalten der örtlichen Moschee betraut ist, teilte folgendes an Idul Adha mit: „Heute, am Id Tag, habe ich nichts zu essen im Haus. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Reis mit Fleisch gegessen habe – es ist mehr als sechs Monate her. Heute Morgen kam ich hierher, nachdem ich fermentierten Reis gegessen hatte. Zwei Kilo Fleisch zu bekommen, hat mich sehr glücklich gemacht, denn so kann ich an den Id Tagen gut essen. Ich habe zu Allah für diese Hilfe gebetet. Möge Allah die Spender mit Freude und Frieden segnen und ihre Taten annehmen.”

Bosnien-Herzegowina war das einzige Land und Projekt von muslimehelfen in Europa, in dem Kurban-Fleisch verteilt wurde. Es ist auch das Land, das uns geografisch am nächsten liegt. Trotz dieser Nähe ist der Alltag unserer Geschwister in Bosnien-Herzegowina sehr hart und von Schwierigkeiten und Not geprägt. Leider sind die Lebensmittelpreise, vor allem für Fleisch, so stark gestiegen, dass sich Menschen ohne Einkommen die einfachsten Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können. Das Kurban-Fleisch war daher nicht nur eine Freude zum Idul Adha, sondern stellte für einige angesichts der hohen Lebensmittelpreise auch sicher, überhaupt etwas zu essen zu haben. Zu den Empfängern des Kurban-Fleischs zählten bedürftige Familien, Binnenflüchtlinge, von Armut betroffene Haushalte und Waisenkinder.

Zum Abschluss dieses Rückblicks auf die Kurban-Projekte im Jahr 2024 möchte ich noch einmal daran erinnern, dass das Kurban-Fleisch für einige unserer Geschwister sowohl im fernen und sehr nahen Ausland manchmal praktisch die einzige Gelegenheit ist, Fleisch zu essen! Mit den Kurban-Projekten von muslimehelfen kannst Du also nicht nur das Schächten am Idul Adha ersatzweise durchführen und Dich damit an die Ibada (gottesdienende Handlung) von Ibrahim (a.s.) und Ismail (a.s.) erinnern. Du kannst damit gleichzeitig unseren Geschwistern im Ausland eine Freude und Erleichterung in ihrem von Armut geprägten Alltag bereiten und ihnen damit auch in ihrer Not helfen.

Wer das alles für das kommende Idul Adha 1446 der Hidschra im Jahr 2025 gerne bei muslimehelfen tun möchte, kann einen Kurban-Auftrag für den Preis von 200 Euro aufgeben. Wer beim Schächten vor Ort von unseren Helfern namentlich genannt werden möchte, sollte den Kurban-Auftrag bis zum 03.06.2025 erteilen! Alle weiteren Details und Informationen findet Du auch auf unserer Homepage unter: www.muslimehelfen.org/kurban/.

Möge Allah Euch für Eure Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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Ein Rückblick auf die Kurban-Projekte im Jahr 2024

Zugehöriges Projekt

Eine Chance auf Bildung: Schulsachen für Kinder in Not

Aleyna Işık

Das neue Schuljahr hat begonnen – für viele Kinder ein freudiger Moment voller neuer Möglichkeiten, doch für andere auch eine Erinnerung an die Herausforderungen, die der Schulstart mit sich bringt. Besonders für Waisenkinder, deren Elternteile fehlen, wird der Schulbeginn oft zu einer finanziellen Belastung und führt zur Diskriminierung durch ihre Mitschüler. Doch dank gezielter Projekte konnten im Jahr 2024 in mehreren Ländern Hunderte bedürftige Kinder mit dringend benötigten Schulsachen ausgestattet werden.

Übergabe von Schulsachen an Grundschüler in Bangladesch

In Bangladesch wurden in den Distrikten Moulvibazar und Sirajganj insgesamt 1.100 benachteiligte Kinder mit Schulsachen ausgestattet. Jedes Kind erhielt einen Schulranzen, 6 Hefte, Buntstifte, Bleistifte, Anspitzer, Radiergummis, ein Lineal, einen Bleistiftkasten und ein Klemmbrett. Die Verteilung von Schulmaterialien ist ein entscheidender Schritt, um die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen. Für viele von ihnen, die aus armen Familien stammen, war der Zugang zu solchem Material bisher ein unüberwindbares Hindernis. Diese Unterstützung ermöglicht es ihnen, regelmäßig die Schule zu besuchen und aktiv am Unterricht teilzunehmen. Das Projekt wurde im Zeitraum von Februar bis März 2024 mit einer Gesamtsumme von 15.000 Euro erfolgreich umgesetzt.

Auch in Indonesien wurde auf die Bedürfnisse von Waisenkindern in den Provinzen Aceh, Yogyakarta und Nord-Sumatra eingegangen. Insgesamt 668 Kinder erhielten Rucksäcke, Hefte, Bleistifte, Kugelschreiber, Radiergummis, Lineale und ein Englisch-Wörterbuch. Die Kinder kommen aus Familien, die häufig nur als Tagelöhner oder Kleinhändler arbeiten und sich Schulsachen nicht leisten können. Diese Unterstützung ist ein wichtiger Schritt, um ihnen zu helfen, ihren Bildungsweg fortzusetzen und ihre Zukunftschancen zu verbessern. Das Projekt wurde von September bis Oktober 2024 erfolgreich durchgeführt und mit 10.078 Euro finanziert.

Die 9-jährige Schülerin Affida, die in Indonesien von diesem Projekt profitiert hat, äußerte sich mit Freude: „Assalamu alaikum warahmatullah. Heute haben meine Freunde und ich ein wunderbares Geschenk von Ihnen erhalten: eine Schultasche, Schulmaterial und ein Englisch-Wörterbuch – drei Dinge, von denen wir immer geträumt haben. Diese Dinge schienen für uns unerreichbar. Einige meiner Freunde haben sogar nur eine Einkaufstasche, um zur Schule zu gehen. Das Paket ist so schön und wir sind sehr dankbar. Möge Allah uns alle segnen und uns mehr Rizq gewähren.”

Verteilung von Schulmaterial an Waisenkinder in Indonesien

In Bosnien erhielten 700 Kinder, darunter 350 Waisenkinder, eine Vielzahl von Schulmaterialien, darunter Rucksäcke, Hefte, Stifte, Radiergummis, Spitzer, Geometrie-Sets, Übungshefte, Farbtuben und Wasserfarben-Sets. Viele dieser Kinder lebten in Armut oder hatten ihre Eltern verloren, und die Bereitstellung der Materialien half ihnen, sich in die Schulgemeinschaft zu integrieren. Diese Maßnahme stärkte nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern ermöglichte ihnen auch einen gerechteren Zugang zu Bildung. Das Projekt wurde von Oktober bis November 2024 durchgeführt. Die Projektkosten betrugen hier 22.225 Euro.

Die Verteilung von Schulsachen entlastet nicht nur die Familien, sondern öffnet den Kindern auch die Tür zu einer besseren Zukunft. Mit dem nötigen Material ausgestattet, können sie regelmäßig zur Schule gehen, ihr Selbstbewusstsein stärken und den Kreislauf der Armut durchbrechen.

Möge Allah Euch für Eure Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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Eine Chance auf Bildung: Schulsachen für Kinder in Not

Zugehöriges Projekt

Id-Geschenke, die Herzen erleuchten

Soufian El Khayari

Zum Ende vom vergangenen Ramadan konnten 1750 Kinder in Indonesien mit neuer Kleidung ein ganz besonderes Fest erleben. Unter den Begünstigten waren 1489 Waisenkinder, die in den Provinzen Aceh, Yogyakarta, Nord-Sumatra und Nusa Tenggara Barat leben. Dank großzügiger Spenden konnten diese Kinder, die aus sehr bedürftigen Familien stammen, das Fest in einer Weise feiern, die für viele von ihnen ein lang ersehntes Geschenk war.

Indonesien: Bedürftige Kinder präsentieren ihre Festgeschenke

Dieses Projekt lief vom 15. März bis zum 30. April 2024 und brachte den Kindern nicht nur neue Kleidung, sondern auch ein Stück Freude und Wertschätzung.

Die Organisation des Projekts war in diesem Jahr besonders effizient. Schon lange vor dem Fest wurden die Kleidergrößen der Kinder erfasst und die Kinder entsprechend ihren Wohnorten in kleinere Gruppen aufgeteilt. Freiwillige begleiteten sie dann zu den Geschäften, wo sie ihre vorbestellten Kleidungsstücke abholten. Diese Planung ermöglichte eine reibungslose Durchführung, sodass alle 1750 Kinder pünktlich zum Fest ihre Kleidung in den Händen hielten. Für viele war es das erste Mal, dass sie neue Kleidung anlässlich von Id erhielten. Solche Momente der Freude bleiben ihnen in ihrem Alltag oftmals verwehrt.

Indonesien: Drei begünstigte Mädchen mit ihren Festgeschenken

Ein Beispiel für die tiefe Dankbarkeit, die dieses Projekt hervorrief, ist die Geschichte von Muhammad, einem 8-jährigen Jungen aus Banda Aceh. Sein Vater verstarb, als er gerade mal 6 Jahre alt war. Seitdem versorgt ihn seine Mutter als einzige. Muhammad erzählte uns von seiner aufopfernden Mutter und sagte: „Sie verkauft Reis vor unserem Haus und macht manchmal die Wäsche für andere. Ich bin so glücklich, dass ich dieses Jahr zum Fest neue Kleider bekomme. Meine Mutter hatte mir letzten Monat gesagt, dass sie mir leider keine neuen Kleider kaufen kann, aber alhamdulillah, jetzt habe ich doch welche! Vielen Dank an alle Spender, möge Allah euch immer segnen.“

Für andere Kinder war das Geschenk genauso bedeutend. Zakia, 10 Jahre alt, eine Viertklässlerin aus Aceh Utara, drückte ihre Freude mit folgenden Worten aus: „Ich bin so glücklich, dieses Geschenk zu bekommen. Ich wollte immer neue Kleidung für Id, aber oft war es so schwer für meine Familie, mir welche zu kaufen. Jetzt ist es, als würde ein Traum wahr werden. Möge Allah alle Spender segnen und Euch ein langes Leben und mehr Rizk schenken.“

Zafran, ein 13-jähriger Junge aus Banda Aceh, sprach ebenfalls voller Dankbarkeit: „Ich bin so froh, neue Kleidung zu bekommen, und noch glücklicher, meine Mutter glücklich zu sehen. Dass ich neue Kleidung von einem Spender bekomme, bedeutet so viel für sie. Ich werde sie auf jeden Fall am Id-Tag tragen.“

Dieses Projekt, das mit einem Gesamtwert von 24.902 Euro realisiert wurde, hat den 1.750 Kindern nicht nur zu einem festlicheren Id verholfen, sondern dies war auch Zeichen der Wertschätzung und des Stolzes. Ferner ist die neue Kleidung auch nach den Feiertagen praktisch als Alltagskleidung geeignet. Festgeschenke wurden nicht nur in Indonesien, sondern auch in Sri Lanka verteilt.

Indonesien: Große Freude bei der Abholung der Festgeschenke.

Möge Allah Euch für Eure Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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Id-Geschenke, die Herzen erleuchten

Zugehöriges Projekt

Zukunftsaussichten für Waisenkinder: Computer- und Nähkurse in Sri Lanka

Aleyna Işık

Im Distrikt Trincomalee in Sri Lanka hat unsere Partnerorganisation in den Jahren 2006 und 2008 mit Unterstützung von muslimehelfen zwei Waisenhäuser für Jungen und Mädchen errichtet. Diese bieten derzeit 31 Kindern aus schwierigen sozialen und schwachen wirtschaftlichen Verhältnissen ein sicheres Zuhause. Viele von ihnen sind durch gerichtliche Anordnung in den Waisenhäusern, da sie keine familiäre Unterstützung haben. Seit der Gründung wird das Projekt kontinuierlich unterstützt, sei es durch finanzielle Mittel, Ausstattung oder Förderprojekte.

Im Sommer 2024 wurde ein wegweisendes Programm ins Leben gerufen, das den Kindern nicht nur wertvolle Lebenskompetenzen vermittelt, sondern ihnen auch neue Perspektiven für eine bessere Zukunft eröffnet. Das Hauptziel des Projekts ist es, den Kindern wichtige Fähigkeiten wie Computerkenntnisse und Nähfertigkeiten zu vermitteln – Kompetenzen, die ihnen nicht nur im Alltag, sondern auch auf ihrem zukünftigen Lebensweg von großem Nutzen sein werden.

Computerkurse: Ein Schritt in die digitale Zukunft

Durch die Bereitstellung von zehn neuen Computern erhalten Jungen und Mädchen Zugang zu moderner Technologie, die ihre Zukunft nachhaltig prägen. Die Kinder lernen den Umgang mit Microsoft Office (Word, Excel, PowerPoint), was ihnen bei schulischen Aufgaben und späteren beruflichen Anforderungen zugutekommt. Zusätzlich eröffnen Einblicke in Grafikdesign-Programme (Canva, Photoshop) oder die Nutzung von Online-Kursen neue berufliche Perspektiven, während die digitalen Fähigkeiten ihre Chancen auf höhere Bildung und zukünftige Karrieren deutlich verbessern.

Sri Lanka: Waisenjungen im Computerkurs

Nähkurse: Chancen für Mädchen

Im Mädchenwaisenhaus wurden 5 Nähmaschinen bereitgestellt, um den Mädchen eine praktische und nachhaltige Fertigkeit zu vermitteln. Die Nähkurse ermöglichen es den Mädchen, Kleidungsstücke zu nähen und Änderungen daran vorzunehmen. So können die Mädchen wirtschaftlich unabhängiger werden und sogar eigene unternehmerische Möglichkeiten nutzen. Diese Fähigkeiten stärken ihr Selbstvertrauen und bieten ihnen eine solide Grundlage für eine sichere Zukunft.

Nachhaltigkeit und Fortschritt

Die Fortschritte der Kinder werden regelmäßig durch praktische Tests überprüft, die von ehrenamtlichen Lehrern durchgeführt werden. So wird sichergestellt, dass das gelernte Wissen sowohl in der Theorie als auch in der Praxis gut angewendet werden kann.

Rikasa, 17 Jahre alt, berichtet: Assalamu alaikum, mein Name ist Rikasa, und ich besuche die 12. Klasse. Seit drei Jahren lebe ich in diesem Waisenhaus, das über alle notwendigen Einrichtungen für unsere Ausbildung verfügt. Ich möchte muslimehelfen und der lokalen Organisation meinen Dank aussprechen, dass sie uns Nähmaschinen und Computer zur Verfügung gestellt haben. Dadurch können wir unsere Fähigkeiten weiterentwickeln und unsere freie Zeit sinnvoll nutzen, was uns in unserem späteren Leben von großem Nutzen sein wird.”

Eine bessere Zukunft für benachteiligte Kinder

Die Kinder, die in den Waisenhäusern leben, haben oft keinen familiären Rückhalt und stehen vor einer ungewissen Zukunft. Das Projekt will ihnen Hoffnung und Perspektiven geben, indem es ihnen praktische Fähigkeiten vermittelt, die ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben erhöhen. Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, Kindern in Not nicht nur ein Dach über dem Kopf zu geben, sondern sie auch auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft zu begleiten.

Möge Allah Euch für Eure Großzügigkeit reichlich belohnen! Amin.

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Zukunftsaussichten für Waisenkinder: Computer- und Nähkurse in Sri Lanka

Zugehöriges Projekt

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