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Burundi

Zuversichtlich ins Leben wachsen

Laut Angaben von UNHCR, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, leben derzeit weltweit 133 Millionen Kinder zwischen Null und Siebzehn Jahren als Halb- oder Vollwaisen. Der Großteil elternloser Kinder lebt in Afrika und Südost-Asien. Kriegerische Auseinandersetzungen, Naturkatastrophen und Krankheit sind die Hauptursachen für den frühzeitigen Verlust der Eltern.

mh unterstützt derzeit rund 760 Waisen in Bujumbura und weitere 200 in Bururi.Lupe
mh unterstützt derzeit rund 760 Waisen in Bujumbura und weitere 200 in Bururi.

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas, gerade mal so groß wie Brandenburg. Mit einer Einwohnerzahl von achteinhalb Millionen Menschen gehört es jedoch auch zu den am dichtest besiedeltsten Regionen Afrikas. Auf dem Welthunger-Index steht Burundi als ärmstes Land der Welt ganz oben auf der Liste. 42,6% der Bevölkerung hungern. 58% der Bevölkerung haben täglich weniger als einen US-Dollar zur Verfügung. Wie im Nachbarstaat Ruanda, haben bewaffnete Auseinander-setzungen zwischen Hutu und Tutsi immer wieder zu Genozid und Vertreibung geführt. Verwüstung, Armut und Hunger sind die unmittelbaren Folgen, unzählige Kinder ohne den lebenslangen Schutz, Liebe und Fürsorge der Eltern ein bleibendes Drama dieses Geschehens.

Bereits 1985, im Gründungsjahr von muslimehelfen, waren Waisen-Projekte ein fester Bestandteil der durchgeführten Projekte. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert. So hat mh auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Waisen-Projekte um- bzw. fortgesetzt, einige davon in Burundi.
Der Verlust der Eltern in einem Land, in dem kaum jemand mehr hat als das, was er für die eigene Familie benötigt, bedeutet meist, dass nicht einmal Verwandte in der Lage sind, die Kleinen aufzunehmen und zu versorgen. Nicht selten schlagen sich zurückgebliebene Kinder auf der Straße durch und hoffen auf Gelegenheiten, die den täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln decken. Eine Chance auf Bildung, medizinische Versorgung, ganz zu schweigen von sozialer oder moralischer Entwicklung, haben sie kaum. Der Anteil an Eltern, die mit dem HI-Virus infiziert sind, liegt bei rund 6%. Durch geringe Aufklärung und schlechte medizinische Versorgung kommt es daher bei der Entbindung häufig zur Übertragung von HIV an die Säuglinge. Diese Stigmatisierung macht es den Kindern nach dem Tod der Eltern umso schwerer, eine betreute Unterkunft zu finden.

Nichts desto trotz ist mh bemüht, Familien zu unterstützen, die die Kinder bei sich aufnehmen. Dabei steht die finanzielle Entlastung an erster Stelle. Zwischen Oktober und Dezember 2008 übernahm mh die Schulgebühren und Schulausstattung für 615 Waisen in 302 Pflegefamilien. Um einer Unterernährung vorzubeugen, erhielten alle Familien zusätzliche Lebensmittel. Eine medizinische Versorgung der Kleinen wurde ebenfalls gewährleistet. Diese beinhaltete auch die regelmäßige Durchführung von HIV-Tests. Um besonders traumatisierten Kindern bei der psychischen Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und ihrer dramatischen Erlebnisse zu verhelfen, wurde auch eine psychische und soziale Beratung angeboten. Dabei begeben sich die Betreuer direkt zu den Kindern nach Hause.

Für Kinder, die nicht bei Familien unterkommen, ist das Waisenhaus die letzte Möglichkeit einer – wenn auch bescheidenen – Versorgung. Seit  Oktober 2007 unterstützt mh mit seinen Partnern COMIBU bzw.Orphans Care die Waisenhäuser Rumonge (Bezirk Bururi) und Asia (Bezirk Bujumbura). Auch im vergangenen Jahr leistete mh einen Beitrag zur Bildung und Versorgung der Kinder und erstattete die Schulgebühren von anfangs 50, später 200 Kindern des Waisenhauses Rumonge. Schulmaterial wie  Uniformen, Hefte und Stifte wurden ebenfalls bereitgestellt. Für die Einrichtung Asia, die derzeit 145 Kinder beherbergt, übernahm mh wie auch in  den vergangenen Monaten die Miete und versorgte sie zusätzlich mit Lebensmitteln. So statte Orphans Care die Einrichtung mit 20 Litern Öl, 100 Kilo Reis, 100 Kilo stärkehaltiger Wurzelknollen (Maniok/Cassava) und 10 Gläsern Tomatenpaste aus. Hinzu kamen noch Hygieneartikel wie Seife.  Die Kosten dieser Projekte für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2008 beliefen sich auf insgesamt 22.602 Euro.

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