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Burundi

Burundi - Waisenzentrum: Die Mauern stehen...

Nach nur drei Monaten dürfen wir uns über große Fortschritte beim Bau des Waisenzentrums in Burundi freuen: Die Mauern stehen, al-hamdu li-llah. Damit ist die erste Bauphase bereits geschafft. Nun müssen die Dächer folgen, dann Fenster, Türen und der Innenausbau. Wenn dies alles ebenso unverzögert durchgeführt werden kann, wäre die Eröffnung inschallah Anfang 2010 zu erwarten.

Erste Bilder vom zukünftigen WaisenzentrumLupe
Erste Bilder vom zukünftigen Waisenzentrum

muslimehelfen unterstützt seit 2003 Waisenkinder in Bujumbura, der Hauptstadt Burundis, darunter viele, die Vater oder Mutter durch AIDS verloren haben oder sogar selbst infiziert sind. Die Kinder wurden mit Lebensmitteln versorgt, medizinisch betreut und auch im Hinblick auf den Schulbesuch unterstützt.

Anfangs planten wir, 100 Kindern zu helfen, doch schon im ersten Jahr wurden daraus 315 Kinder. Sie erhielten damals 3.095 kg Reis und 2.510 kg Bohnen. Bei 31 Kindern musste ein HIV-Test gemacht werden, bei 16 stellte sich heraus, dass sie den Virus in sich tragen. Auch in den folgenden Jahren konnte muslimehelfen diese und andere Waisenkinder in Burundi unterstützen. Im Jahr 2008 sind es insgesamt 949 Waisen gewesen. Sie erhielten eine monatliche Grundnahrungsmittelration (Bohnen, Reis, Zucker) und darüber hinaus, je nach Bedarf, medizinische Versorgung, Schulgeld und andere kleine Hilfen. Zweimal konnten wir inzwischen auch im Auftrag unserer Spender Ziegen schlachten und die Kinder zu einem Festmahl einladen. Das war für sie und die sie betreuenden Angehörigen jedes Mal ein Tag großer Freude. Nur sehr selten bekommen sie überhaupt Fleisch zu essen.

Als sehr großes Problem stellte sich im Laufe der Zeit die Schulbildung der Waisenkinder heraus. Selbst zum Besuch öffentlicher Schulen brauchen viele finanzielle Unterstützung, um sich die Schuluniform und das einfachste Material wie Hefte, Stifte usw. beschaffen zu können. In der öffentlichen Schule stehen sie als Waisen meist hinter anderen Kindern  zurück. Die Lehrer kümmern sich eher um Kinder aus intakten Familien. Zudem gilt das Unterrichtsniveau in der öffentlichen Schule als niedrig. Besondere Förderung bekommen die Kinder dort auch nicht, obwohl viele von ihnen sie gerade wegen ihrer schwierigen Situation als Waisen nötig haben. Angesichts dieser Umstände und der stark angestiegenen Zahl von Kindern, die von mh unterstützt werden, entstand der Gedanke, in Bujumbura ein „Waisenzentrum“ zu errichten. Ziel dieses Vorhabens ist es, einen Platz zu schaffen, an dem zukünftig die Waisen besser betreut und nicht zuletzt in einer eigenen Grundschule unterrichtet werden können. Nur so ist eine bessere Ausbildung und damit auch eine bessere Zukunftsperspektive für sie vorstellbar.

Um die monatlichen Lebensmittelverteilungen durchzuführen, muß bisher eine öffentliche Schule genutzt werden. Das ist nur mit Zustimmung der Behörden und nur an Wochenenden möglich und bedeutet jedes Mal viel Hektik, weil die Schulräume nach der Nutzung durch die Waisen wieder in ordnungsgemäßen Zustand zu bringen sind, damit auch der Schulbetrieb ungestört weiterlaufen kann. Bei mehreren hundert Kindern, die sich zu solchen Anlässen versammeln, ist das keineswegs einfach. Im eigenen Gebäude können solche Aktionen dann unabhängig von anderen Institutionen geplant und viel leichter durchgeführt werden.

Das Waisenzentrum wird inschallah um einen Innenhof herum gebaut und besteht aus sechs Klassenzimmern, dazu Sanitäranlagen, Lehrerzimmer, einer Bibliothek, Büro für die Verwaltung, Lagerraum, einer kleinen Klinik, einem kleinen Labor, Küche und Speiseraum für die Schulkinder, alles um einen Innenhof angeordnet. Im August 2008 wurde ein 1.500 m² großes Grundstück gefunden, für 15.427 Euro gekauft und im Januar 2009 mit dem Bau begonnen. Jetzt, im März, stehen bereits, wie gesagt, die Mauern, al-hamdu li-llah. Wir erwarten, daß der gesamte Bau zwischen 120.000 und  150.000 Euro kosten wird. Die genauen Baukosten hängen von den teils stark schwankenden Preisen vor allem der Baumaterialien ab. Burundi ist eines der ärmsten Länder der Erde und von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise natürlich ganz besonders betroffen.

Ohne Allahs Segen und die großzügige Unterstützung der Spenderinnen und Spender von muslimehelfen, die engagierte Arbeit unserer Partner in Burundi – Orphans Care, unter der Leitung von Hussein Kahinga – die tatkräftige Mithilfe unserer ehrenamtlichen „Ansar“ und unseres Mitarbeiter-Teams ließe sich das alles nicht verwirklichen. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben und bitte um weitere großzügige Unterstützung für dieses und ähnliche Waisenprojekte von muslimehelfen.

Ahmad von Denffer,
Vorsitzender mh e.V.

 

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