Wissen & tun > Artikel > Das Fasten im Islam - Mehr als eine Pflicht
  1. Waisen und unsere Verantwortung als Muslime
  2. Anstiften zum Guten
  3. Spenden im Islam
  4. Geringes kann viel bewirken!
  5. Die letzten zehn Nächte des Ramadan
  6. I’tikaf in den letzten zehn Tagen des Ramadan
  7. 15 Praktische Tipps für die letzten zehn Tage des Ramadan
  8. Darf man Nichtmuslime zum Iftar einladen
  9. Darf man Koran beim Tarawihgebet in der Hand halten?
  10. Ramadan – Zeit zum Nachdenken, Handeln & für Veränderung
  11. Ramadan – eine Zeit der Tat!
  12. Das Fasten im Ramadan
  13. Die Ansprache des Propheten (s) zum Ramadan
  14. Wie können wir unseren Kindern den Ramadan näher bringen?
  15. Waisen: Uns allen von Allah (swt) und dem Propheten (s) anvertraut
  16. Die Bedeutung der Waisenhilfe im Islam
  17. Waisen im Koran
  18. Muharram und der Tag Aschura
  19. "Friede sei über Ibrahim"
  20. Isra’ und Miradsch
  21. Das Fasten im Islam - Mehr als eine Pflicht
  22. Lailat-ul-Bara’a (Berat Kandili)
  23. Fünf Nutzen der Sadaqa im Jenseits
  24. Was bringt uns der Ramadan?
  25. Die letzte Ansprache des Propheten (s) vor seinem Tod*
  26. Muharram 1426 n.H.
  27. Das Fasten: Eine Medizin für den Körper
  28. Scha'baan Vorbereitung auf den Ramadan
  29. Radschab 1425 – Chance für glücklichere Zeiten
  30. Prinzipien des Erfolgs im Lichte der Prophetenbiographie
  31. Beginn des Jahres 1425 n. H.
  32. Opferfest 1430-2009
  33. Ibrahim (as) opfert Ismail
  34. Die Vorzüge des Tages von Arafat
  35. Die ersten zehn Tage im Dhu l-Hiddscha
  36. Fest des Fastenbrechens
  37. Die letzten zehn Nächte des Ramadan und die Nacht der Bestimmung
  38. Ramadan – Monat der Wohltätigkeit
  39. Scha’baan
  40. Die Heiligen Monate und der Monat Radschab
  41. Das Tarawih-Gebet
  42. Die Abschiedspredigt
  43. Wahrhafte Liebe zum Propheten Muhammad (s)
  44. Maulidu n-Nabi - der Geburtstag des Propheten
  45. Beginn des neuen Jahres 1424 nach der Hidschra
  46. Kalender und Zeitrechung im Islam
  47. Kurban – das Schlachtopfer
  48. Takbir des Id
  49. Freiwillig helfen
  50. Gedenktage im Ramadan
  51. Ramadan in Berlin gegen Ende des 2. Weltkrieges
  52. 25 Fragen zum Fasten im Monat Ramadan
  53. Duas für die Nächte im Ramadan
  54. Duas für den Ramadan
  55. 10 Praktische Tipps für die Vorbereitung zum Ramadan
  56. Kapitel über Ramadan aus Riyad-us-salihin mit Kommentar und Lehrsätzen
  57. Eine Auswahl von Bittgebeten für den Ramadan und das Fasten
  58. Praktische Vorschläge für den Monat Ramadan
  59. Hinweise zum Fest
  60. Spenden im Ramadan
  61. Zwölf Dinge, die man in der Lailatu l-Qadr tun kann
  62. Anregungen für einen gesunden Ramadan
  63. Sieben Gründe, den glorreichen Koran zu lesen
  64. Das "In Ketten legen" der Teufel
  65. Was wird sein nach Ramadan?
  66. Das Fest der Freude
  67. Die Freude und die Dankbarkeit des Festes
  68. Was sind die Takbirat des Festes?
  69. Ramadan Selbstbewertung
  70. Weisheit und geistiger Nutzen der Hadsch
Das Fasten im Islam - Mehr als eine Pflicht

Das Fasten im Islam - Mehr als eine Pflicht

Das Fasten ist ein einzigartiges religiöses Ritual des Islam. Der wörtliche Sinn des Fastens liegt darin, sich während des kompletten Monats Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Jahres, vom Beginn der Morgendämmerung an bis hin zum Sonnenuntergang vollständig von Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr und Rauchen zu enthalten. Beschränken wir jedoch den Sinn des islamischen Fastens auf diese Bedeutung, würden wir traurigerweise missverstanden werden. Denn als der Islam diese unvergleichliche Sitte einführte, pflanzte er einen ewig wachsenden Baum von unendlicher Tugend und mit unbezahlbaren Früchten.

Das islamische Fasten hat eine wichtige spirituelle Bedeutung:

  1. Es lehrt den Menschen das Prinzip der aufrichtigen Liebe: Hält er das Fasten ein, dann tut er dies nämlich aus tiefer Liebe zu Gott. Und ein Mensch, der Gott wahrhaftig liebt, ist ein Mensch, der wirklich weiß, was Liebe bedeutet.
  2. Es stattet den Menschen mit einem kreativen Sinn der Hoffnung aus und ebenso mit einer optimistischen Lebensanschauung; denn wenn er fastet, hofft er, Gott zufrieden zu stellen und erstrebt Dessen Gnade.
  3. Es bildet im Menschen ein aufmerksames und verantwortungsbewusstes Bewusstsein. Denn die fastende Person hält ihr Fasten sowohl im Öffentlichen als auch im Geheimen ein. Vor allem beim Fasten gibt es keine weltliche Instanz, welche das Verhalten des Menschen kontrolliert oder ihn dazu anhält, dieses durchzuführen. Er hält es ein, um Gott zu gefallen und um sein eigenes Gewissen zu befriedigen, indem er sich sowohl öffentlich als auch im Geheimen gewissenhaft verhält. Es gibt keinen besseren Weg, um ein gutes Bewusstsein zu erreichen.
  4. Es weist den Menschen in Ausdauer und Selbstlosigkeit ein, da er durch das Fasten die Schmerzen der Enthaltsamkeit spürt, sie aber geduldig erträgt.
  5. Es ist eine effektive Lehre in angewandter Mäßigung und Willensstärke.
  6. Das Fasten verschafft dem Menschen eine reine Seele, einen klaren Verstand und einen leichten Körper.
  7. Es lehrt den Menschen eine neue Art sinnvoller Genügsamkeit und kluger Finanzplanung.
  8. Es befähigt den Menschen, die Kunst der erlernbaren Anpassungsfähigkeit zu lernen. Diesen Punkt können wir leicht verstehen, sobald wir realisieren, dass das Fasten einen Menschen dazu bringen kann, seinen gesamten Tagesablauf umzukrempeln.
  9. Es schult den Menschen in Disziplin und in gesundem Überleben.
  10. Es erzeugt im Menschen den wahren Geist von sozialer Zugehörigkeit, von Einigkeit und Brüderlichkeit, von Gerechtigkeit vor Gott als auch vor dem Gesetz.
  11. Es ist eine göttliche Verordnung für die eigene Beruhigung und Selbstbeherrschung

Vielleicht ist nun jemand in Versuchung, einen Einwand zu erheben: Wenn es so um die islamische Institution des Fastens steht und wenn dies den Islam in dieser Hinsicht widerspiegelt, warum leben die Muslime dann nicht in einer solchen Utopie, einer solchen traumhaften Vorstellung?

Zu einem solchen Einwand können wir nur sagen, dass die Muslime in einem bestimmten Abschnitt ihrer Geschichte in einer Utopie gelebt und diese genossen haben. Das Zustandekommen dieser Utopie war das Phänomen eines einzigartigen Erfolges in der Geschichte der Menschheit. Wir verwenden den Begriff "einzigartig", weil keine Religion oder soziales System außer dem Islam es je geschafft hat, die eigenen Ideale in die Realität umzusetzen.

Der Grund, warum die islamische Utopie heutzutage nicht vorhanden ist, ist vielfältig und leicht zu erklären. Um unsere Diskussion aber auf das Fasten zu beschränken, müssen wir sagen, dass einige Muslime das Fasten bedauerlicherweise nicht einhalten oder allenfalls diesbezüglich eine Haltung der Gleichgültigkeit annehmen. Andererseits sind sich manche Fastende nicht über dessen Bedeutung bewusst und ziehen folglich nur sehr wenig bzw. überhaupt keinen Nutzen daraus. Das ist der Grund, warum einige Muslime heute nicht in den Genuss der wahren Privilegien des Fastens kommen.

Das Fasten im Ramadan ist eine Pflicht für jeden mündigen und gesunden Muslim. 29 oder 30 Tage lang, je nach Stand des Mondes. Es ist eine Pflicht, aber mit dem entsprechenden spirituellen Hintergrund ebenso ein Segen für jeden Muslim. Möge Allah (t) Ihr Fasten annehmen.