Was sind die Takbirât des Festes?
Wir Muslime haben zwei Feste im Islam: Das Fest nach dem Fastenmonat Ramadan, welches ‚Fest des Fastenbrechens’ (’Id-ul Fitr) genannt wird und das Opferfest (’Id-ul Adha), das mit der Hadsch (große Pilgerfahrt) verbunden ist und als das größere Fest im Islam gilt.
Gemäß der Sunna unseres geliebten Propheten (s) soll jeder am Festgebet teilnehmen, ganz gleich, ob Mann, Frau oder Kind. In der Zeit der Festtage (nach Ramadan= 3 Festtage und Opferfest= 4 Tage) drücken die Muslime ihren Dank gegenüber Allah aus und bringen Ihm Lob entgegen. Diese werden hauptsächlich für die Möglichkeit des Gottesdienstes und inschallah auch für die Annahme der Gottesdienste zum Ausdruck gebracht. An den Festtagen tritt diese Freude offen zutage und die Gläubigen gratulieren sich gegenseitig zum Fest. Aus diesem Grund sind die Festtage ein Tag der Freude, des Dankes und Lobes gegenüber Allah, aber auch der Geschwisterlichkeit und muslimischen Einheit.
Außer diesen Festtagen gibt es keine speziellen islamischen Festtage für Muslime. Der Prophet (s) sagte: „Jede Umma (Gemeinschaft) besitzt ihr (eigenes) Fest und dies ist euer Fest“ (Buhari, Muslim). Die beiden erwähnten Feste sind also speziell muslimische Feste.
Der Beginn für die Zeit des Festgebetes ist festgelegt, wenn die Sonne ca. 3 Meter über dem Horizont steht. Sie kann aber nicht mehr nach der Mittagszeit verrichtet werden, muss aber nach einigen Rechtschulen auch nicht am ersten Tag des Festes durchgeführt werden. Es ist angebracht das Festgebet im Freien zu veranstalten, wenn das Wetter dafür geeignet ist. Der Prophet (s) selbst hat nur ein einziges Mal in der Moschee das Festgebet verrichtet als es regnete, ansonsten wurde das Gebet im Freien (außerhalb) der Stadt durchgeführt.
Für das Festgebet wird weder ein Adhan (Gebetsruf), noch eine Iqamah (2. Gebetsruf) gemacht. Die Durchführung des Festgebets unterscheidet ein wenig nach den Rechtschulen, beträgt aber bei allen 2 Rakât (Gebetseinheiten). Anders als beim Freitagsgebet hält der Imam dann eine Khutba (Ansprache) nach den 2 Rakât des Festgebets.
Empfohlene Handlungen am Tag des Festes
Von Said ibn Jubair wird berichtet:“Drei Dinge gehören zur Sunna des des Festes: (Zum Gebetsplatz) zu laufen, ein Bad zu nehmen und etwas (am Fest des Fastenbrechens) zu essen, bevor aus dem Hause geht.“ Muslime sollten sich gegenseitig zum Fest beglückwünschen. Sie sollten ihre besten und schönsten Kleider an diesem Tag tragen und beim Rückweg vom gebet eine anderen Weg nehmen.
Eine weitere schöne islamische Praxis ist es, sich gegenseitig zu beschenken. Dafür sind die Tage des Festes bestens geeignet. Allahs Gesandter (s) hat ja gesagt: „Beschenkt euch gegenseitig, um damit Liebe zu nähren.“ (Buhari in seinem Werk ‚ Al-Adab Al-Mufrad’).
Wahrer Geist des Festes spiegelt sich in der Großzügigkeit gegenüber den Armen und Bedürftigen wider. An diesen Tagen ist es empfohlen viel istighfar zu machen (Allah um Vergebung zu bitten) und Allah, den Erhabenen, darum zu bitten, dass Er unser Fasten, unsere Pilgerfahrt, unsere Gebete und Gottesdienste annimmt und der muslimischen Umma Schutz, Sicherheit und Erfolg gibt.
Das Aussprechen der Takbirât d.h. das Lauten Sprechen von Allahu Akbar (Gott ist groß) ist einer der größten Sunnât dieses Tages, also das Aussprechen von "Allahu Akbar, Allahu Akbar, La ilaha illa llah; Allahu Akbar, Allahu Akbar, walillah al-hamd“.
Es gibt verschiedene Formen des Takbirs, die uns von den Gefährten des Gesandten (s) und mit sicherer Überlieferungskette überliefert sind. Sie ähneln der Form, die oben aufgeführt ist. Sie werden auf dem Wege zum und laut mit der Gemeinschaft während des Festgebetes rezitiert. Somit soll zudem auch die Kraft der Einheit der Muslime symbolisiert werden und die Freude am Festtag zum Ausdruck kommen. Im Folgenden nun eine kurze Erläuterung der Ausdrücke, die in den Takbirât verkommen:
Allahu Akbar: Dieser Ausdruck wird von Muslime wiederholt zu verschiedenen Gelegenheiten rezitiert: Beim Gebetsruf, im Gebet selbst, wenn man Freude empfindet oder als Bestätigung dessen, was sie gehört haben, beim Schlachten eines Tieres und wenn sie eine Redner anerkennen wollen usw. Es bedeutet „Allah ist groß!“ Muslime sollen Allah in jedem Lebensbereich Lob entgegenbringen, indem sie „Allahu akbar“ sagen, so wie es am Festtag auch tun.
La ilaha illa llah: Dieser Ausdruck „ Es gibt keinen Gott außer Allah“ bildet die Grundlage des Islam. Es ist das Glaubensbekenntnis, das jeder Mensch, der den Islam annimmt aussprechen und daran glauben muss. Es ist der erste Teil der ersten Säule des Islam. Der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses lautet „Muhammadan Rasul ullah“ d.h. „Muhammad ist der Gesandte Allahs“.
walillah al-hamd: „al-hamd“ ist ein Ausdruck aus dem Koran, das die Muslime mehrmals am Tag rezitieren und sprechen. Neben den täglichen Gebeten wird er auch zu verschiedenen Gelegenheiten gesprochen. Es bedeutet „Alles Lob gehört Allah“ und ist sowohl ein Ausdruck des Dankes und des Lobes zu Allah. Ein Muslim drückt seinen Lob gegenüber seinem Herrn aus, wenn er eine Arbeit beendet hat, indem er Ihm für Seine Gunst dankt. Ein Muslim ist sich der Gaben und Gnaden Allahs ihm gegenüber bewusst und dankt und preist Ihn dafür. Es ist also ein Ausdruck des Dankes, der Anerkennung und des Preises vom Geschöpf an seinen Schöpfer. So bedeutet walillah al-hamd „und Allah gehört der Dank und das Lob“.
Es ist stark angeraten mit lauter Stimme "Allahu Akbar, Allahu Akbar, La ilaha illa llah; Allahu Akbar, Allahu Akbar, walillah al-hamd“ nach jedem Gemeinschaftsgebet an den Tagen und den Nächsten des Festes zu sprechen.
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