Unsere Kinder erleben, genauso wie wir, die Freude und Aufregung vor dem Ramadan. Veränderung der Ess- und Trinkgewohnheiten, der Schlaf –und Aufstehgewohnheiten, dass Gäste empfangen werden und man als Gast bei Muslimen eingeladen wird, der Besuch der Moscheen und der längere dortige Aufenthalt erzeugen bei Kinder großes Interesse, Neugier und schöne Erlebnisse. Der Ramadan ist somit eine großartige Gelegenheit, aufgrund der Neugier und des Interesses der Kinder, islamische Werte zu vermitteln und religiöse Praktiken zu vertiefen.
Damit unsere Kinder so viel möglich vom kommenden Ramadan profitieren können und dieser Ramadan - und vielleicht die Ramadanmonate in den kommenden Jahren- für sie wirklich zu einem bleibenden Erlebnis wird, von dem sie vielleicht noch als Erwachsene erzählen werden, haben wir hier einige Tipps für Eltern vorbereitet:
1. Bereiten wir uns gut vor
Der Ramadan kommt mit einer bestimmten Botschaft zu uns. Vermitteln wir unseren Kindern, dass die Botschaft nicht „Essen und Trinken“ bzw. „Hunger und Stress“, sondern geistige Erhöhung und Steigerung der Gottesfurcht ist.
2. Schmücken wir unsere Wohnungen
Wir können unsere Wohnungen mit verschiedenem Schmuck für die Ankunft des Ramadan vorbereiten und einen eigens selbst hergestellten Ramadankalender aufhängen.
3. Erklären wir, indem wir vorleben
Kinder ahmen eher das nach, was sie sehen und nicht, was sie hören. Deswegen müssen wir in unserem Verhalten als Vorbilder dienen, damit sie sich gute Eigenschaften aneignen und von schlechten Dingen Abstand nehmen.
4. Spornen wir zum Fasten an
Motivieren wir unsere Kinder je nach Alter –wenn auch nur für ein paar Stunden- im Ramadan mitzufasten. Sprechen wir für ihren guten Willen anerkennende Worte aus und belohnen wir sie z.B. mit Geschenken dafür.
5. Lassen wir sie die Geborgenheit fühlen
Kinder, die mitbekommen, dass ihre Eltern während dem Fasten viel verständnisvoller sind und darauf bedacht sind, niemanden zu verletzen, werden die islamische Erziehung bereitwillig aufnehmen.
6. Besuche nicht vergessen
Besuchen wir mit unseren Kindern unsere Verwandten, Kranke und Bedürftige. Damit zeigen wir unseren Kindern, dass die gegenseitige soziale Fürsorge im Islam und das „Pflegen der „Verwandtschaftsbande“ nicht eine bloße Theorie ist.
7. Machen wir die Iftars und Sahurs mit der Familie
Auch wenn die Kinder nicht fasten sollten, ist es dennoch wichtig beim Iftar bzw. Sahur gemeinsam am Tisch zu sitzen. Dies wird die Familiemitglieder miteinander verbinden. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gemeinsame Duas am Tisch sprechen.
8. Bringen wir die Kinder in die Moscheen
Ist es nicht so, dass vielen von uns die Moscheebesuche, gerade im Ramadan oder in der Lailat-ul Qadr, ein prägendes Erlebnis aus unserer Kindheit sind? Diese Momente voller geistiger Atmosphäre sind Nahrung für die Seele von Kindern.
9. Veranstalten wir Kinderiftars
Wir können die Wichtigkeit der Einladung zum Iftar und deren große Belohung unseren Kindern auf die Weise vermitteln, dass sie gleichaltrige Freunde zu einem „Kinderiftar“ einladen. Sie sind dann die Gastgeber und fühlen sich verpflichtet ihre Gäste zu bewirten. So lernen sie auch bei der Organisation und Durchführung eines Iftars Verantwortung zu übernehmen.
10. Bereiten wir Spendendosen vor
Basteln wir eine Spendendose oder lassen wir uns von muslimehelfen eine Sadaqa-Dose zusenden, in denen wir im gesamten Ramadan jeden Tag ein wenig Sadaqa hineinwerfen und so unsere Kinder zum Spenden anregen. Auch die Eltern und selbst Gäste können für die Bedürftigen in die Sadaqa-Dosen spenden.
11. Stellen wir eine Ramadantafel her
Auf dieser Ramadantafel in einer schönen Ecke unserer Wohnung können wir Wissenswertes über den Ramadan, Ramadan-Erinnerungen, schöne Texte zum Ramadan, Bilder und Zeichnungen über den Ramadan aufhängen und die Verwaltung und Organisation dafür unseren Kinder überlassen.
12. Stellen wir ein Ramadan-Album zusammen
Wie wäre es mit einem Ramadan-Erinnerungs-Album, in dem unsere Erinnerungen, unsere Erlebnisse, was wir getan und was wir gelesen haben in Worte und Bilder eingefangen sind? Die jedes Jahr erstellten Ramadan-Erinnerungs-Alben könnten sogar so ein wertvolles Familienarchiv für die nächste Generationen werden.
Wichtig!
Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit den aufgeführten Tipps mit oder schicken Sie uns Ihre Vorschläge und Hinweise. Senden Sie uns auch aussagekräftige Fotos über die Umsetzung der Tipps zu. Ihre Erfahrungen werden auch andere Muslime interessieren, die vielleicht durch ihr Beispiel angespornt werden und etwas mit ihren eigenen Kindern umzusetzen.
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