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„Mädchen sollte man kein Lesen und Schreiben beibringen, ...

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04 Jun 2011
Zwei Muslimas beim lesen des Korans in einer Moschee

Zwei Muslimas beim lesen des Korans in einer Moschee

… weil sie sonst später Jungen Liebesbriefe schreiben könnten“.

Als ich ein kleiner Junge war, hörte ich diesen Satz von ein, zwei älteren Leuten in dem kleinen türkischen Ort, von wo ich stamme. Als kleines Kind verstand ich das nicht und hielt dies irgendwie als ein „Gebot des Islam“. In meinem Heimatort gibt es keinen mehr, der dies denkt und ausspricht und wahrscheinlich in der ganzen Türkei auch nicht. Dennoch mag es sein, dass es in einigen muslimischen Ländern – und nicht nur dort - immer noch diese Art von Vorstellungen gibt oder mindestens die Menschen es nicht nötig sehen, dass auch Mädchen in die Schule gehen sollten.

Man fragt sich unweigerlich als Muslim: „Wie ist konnte solch eine Ansicht in einem muslimischen Land entstehen, wenn dies weder aus der Lehre noch aus der (frühen) Geschichte der Muslime herrühren kann?“

Der erste Koranvers rief die Menschen (Männer und Frauen) mit „Lies!“ dazu auf Wissen, Bildung und Erkenntnis zu erlangen. Der Prophet (s) rief nach Erhalt der Offenbarung sowohl Männer und Frauen zum Islam ein und unterrichtete in der ersten islamischen Bildungsinstitution, dem Dar-ul Arqam in Mekka, in der ersten Zeit der Herabsendung der Offenbarung Männer und auch Frauen im Koran!

In Medina richtete der Prophet (s) eigens einen Tag ein, an dem er (s) mit den Frauen Unterricht durchführte. Aus den Quellen erfahren wir weiterhin, dass der Prophet (s) für die Unterrichtung mancher Frauen wie Fatima, der Schwester Omar al-Khattabs (ra, einen Lehrer, nämlich Habbab bin Arat (ra), zugeteilt hatte.

Gerade Aischa (ra), die in jungen Jahren in den Haushalt des Propheten (s) kam, wurde von ihm (s) selbst auf die beste Weise im Islam unterrichtet und erzogen. Da Aischa (ra) eine sehr gute und schnelle Auffassungsgabe und ein gutes Gedächtnis besaß und zudem mit hoher Intelligenz ausgestattet war, wurde sie bald ein leuchtendes Vorbild der Gelehrsamkeit für Frauen und Männer. Sie erweiterte ihr Wissen durch ihren Talent in Bereichen des Fiqh, der Geschichte, Genealogie, Dichtung, Medizin und Sternenkunde usw. Sie überlieferte mehr als 2200 Ahadith vom Propheten (s) und unterrichte Frauen und Männer noch fast 45 Jahre nach dem Tode des Propheten (s). Aischa (ra) war außerdem eine brillante Lehrerin, bei der große Gelehrte wie die Juristen Said b. Abu Atik und al-Qasim b. Muhammad Unterricht erhielten.

Aischa war aber nicht die einzige Gelehrte, die der Prophet (s) erzogen hatte. Auch Umm Salama (ra), Sawda, Hafsa (ra) oder Zainab (ra) waren als Lehrerinnen und Gelehrtinnen aktiv.

Die neueste Forschung zeigt durch die Auflistung von Gelehrtinnen und gelehrsamen Frauen im Islam mit konkreten Namen, dass diese Kette von gelehrsamen Frauen bis ins Mittelalter wahrscheinlich von der Zeit des Propheten (s) nicht abgerissen war. Schwester Katrin Klausing berichtet z.B. in ihrer kurzen Abhandlung auf ihrer Webseite (www.musafira.de) über islamische Gelehrtinnen. Sie schreibt: „Ibn Hajar selbst verweist auf 53 weibliche Gelehrte, bei denen er studierte, und as-Sakhawi gibt an, solche Zertifikate (Ijaza) von insgesamt 68 weiblichen Hadithgelehrten erhalten zu haben.“ Ibn Hadschar war ein großer islamischer Gelehrter, der u.a. einen Kommentar zu Sahih al-Bukhari verfasst hat. Zudem erwähnt Schwester Kathrin kurz einige Namen mit ihren jeweiligen Professionen.

Unsere Schwestern sollte an dieser Tradition der islamischen Gelehrtinnen anknüpfen und die Männer, ganz gleich, ob es ihre Väter, Ehemänner oder Brüder sind, sollten sie dabei motivieren und unterstützen.

Rüştü Aslandur, muslimehelfen