Nothilfe nach der Flutkatastrophe in Pakistan 2025

Miriam Laiouar

Der Sommer 2025 stellte Pakistan erneut vor eine schwere Prüfung. Früh einsetzende und außergewöhnlich heftige Monsunregen führten zu verheerenden Überschwemmungen in mehreren Landesteilen. Flüsse wie der Chenab, Ravi und Sutlej traten über ihre Ufer, ganze Dörfer wurden überflutet, Häuser zerstört und Lebensgrundlagen hinweggerissen. Besonders betroffen waren ländliche, einkommensschwache Familien, die entlang der Flussufer leben und ohnehin kaum Rücklagen besitzen. Inmitten dieser Notlage konnte muslimehelfen gemeinsam mit zwei verlässlichen Partnerorganisationen vor Ort umfassende Nothilfe leisten – alhamdulillah.

Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde kamen seit Beginn der Monsunzeit Ende Juni landesweit mehr als 800 Menschen ums Leben. Über zwei Millionen Menschen waren betroffen, rund 760.000 mussten evakuiert werden, viele von ihnen unter Einsatz von Rettungsbooten. Allein in der Provinz Punjab standen über 2.000 Dörfer unter Wasser. Die humanitäre Lage blieb bis weit in den September hinein angespannt.

Fluthilfe in Punjab

Punjab, Pakistan: Lebensmittel, Trinkwasser und Notunterkunft für flutbetroffene Familien

In der Provinz Punjab setzte muslimehelfen eines der zentralen Hilfsprojekte um. In den Distrikten Multan, Jhang, Bahawalpur und Lodhran wurden insgesamt 300 besonders bedürftige Familien unterstützt. Die meisten von ihnen hatten durch die Fluten ihre Häuser, ihr Vieh und ihre Einkommensquellen verloren. Viele lebten vorübergehend unter freiem Himmel oder in notdürftigen Unterkünften.

Nach sorgfältiger Bedarfserhebung in enger Abstimmung mit lokalen Behörden, angesehenen Gemeindemitgliedern und freiwilligen Helfern stellte unsere Partnerorganisation in Pakistan die Hilfspakete gezielt zusammen.Jede Familie erhielt ein Zelt als Notunterkunft, 6 Liter sauberes Trinkwasser sowie Lebensmittelpakete mit 10 kg Weizenmehl, 5 kg Reis, 3 Liter Speiseöl, 3 kg Ghee, 2 kg verschiedene Hülsenfrüchte, 1 kg Zucker, 1 kg Salz, 500 g rotes Chilipulver, 500 g Gewürzmischung und 500 g Tee. Die Mengen waren so bemessen, dass sie für eine fünf- bis achtköpfige Familie etwa einen Monat ausreichen konnten. Das Projekt wurde zwischen dem 1. September und dem 25. Oktober 2025 umgesetzt und kostete insgesamt 25.950 Euro.

Punjab, Pakistan: Familienzelt als vorübergehende Notunterkunft nach den Überschwemmungen.

Eine der Begünstigten ist Kareem Khatoon, eine 38-jährige Witwe aus Multan.
Sie berichtet:

 “[…] Im Monat der Überschwemmung kam plötzlich das Wasser des Chenab-Flusses und richtete überall Zerstörung an. Mein Haus aus Lehm schmolz im Wasser dahin. Ich brachte meine Kinder und Enkelkinder an einen sicheren Ort, wo ein Team auf mich zukam und mich mit Lebensmitteln, Trinkwasser und einer hochwertigen Unterkunft in Form eines Zeltes versorgte. Durch die Gnade Allahs haben wir zwar finanzielle Verluste erlitten, aber unser Leben ist in Sicherheit. […] Ich bin Allah und muslimehelfen dankbar, die mir in dieser Notlage geholfen haben. Allah segne sie alle. Amin.”

Gekochte Mahlzeiten für Flutopfer in Buner

Buner, Pakistan: Zubereitung frisch gekochter Mahlzeiten für flutbetroffene Familien.

Das zweite Projekt führte muslimehelfen im Distrikt Buner in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa durch. Buner war einer der am schwersten betroffenen Distrikte der Region – über 200 Todesopfer wurden allein hier verzeichnet. Viele Familien verloren gemeinsam mit ihren Häusern auch ihre Küchen, Kochutensilien und Brennstoffe. Märkte waren zerstört und Lieferketten unterbrochen.

Um die akute Ernährungslücke zu schließen, wurden 270 besonders betroffene Familien vom 9. bis 18. September 2025 zweimal täglich mit frisch gekochten Mahlzeiten versorgt. Auf dem Speiseplan standen Reis, ein Gericht aus Fleisch und Linsen (Daal Gosht) und traditionelles Brot (Rooti). Da Kartoffeln besonders von Kindern geliebt werden und für etwas Abwechslung sorgen, wurden sie auf Wunsch der Familien an einigen Tagen ergänzt. Die Suppenküche wurde an einem sicheren und gut erreichbaren Ort eingerichtet. Unterschiedliche Zeitfenster für die Familien sorgten für eine geordnete Ausgabe, während Freiwillige die Mahlzeiten direkt zu jenen Familien brachten, die ihre Unterkünfte nicht verlassen konnten.

Buner, Pakistan: Zubereitung frisch gekochter Mahlzeiten für flutbetroffene Familien.

Notunterkünfte für mehr Schutz

Ebenfalls in Buner wurde das dritte Hilfsprojekt umgesetzt, das sich auf Notunterkünfte konzentrierte. Enge, überfüllte Lebensbedingungen erhöhen insbesondere für Frauen, Kinder und ältere Menschen das Risiko von Krankheiten und Gefahren. Daher erhielten 250 Familien ein Notunterkunftsset, bestehend aus einem Familienzelt, zwei wasserdichten Planen und zwei Moskitonetzen. Diese Maßnahme trug wesentlich dazu bei, Privatsphäre und Schutz der betroffenen Familien zu verbessern. Die Projektkosten betrugen 13.970 Euro.

Die umgesetzten Hilfsprojekte zeigen, wie wichtig bedarfsgerechte und lokal abgestimmte Nothilfe ist. Durch Allahs Gnade und die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender konnte muslimehelfen in einer schweren Zeit Linderung verschaffen. Möge Allah die Bedürftigen stärken, ihr Leid nehmen und alle Helfenden belohnen und segnen. Amin.

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