Im September 2024 führten schwere Überschwemmungen im Südosten Bangladeschs, insbesondere im Distrikt Feni, zu verheerenden Schäden an Häusern, Straßen, landwirtschaftlichen Flächen und wichtiger Infrastruktur. Besonders betroffen waren Bildungseinrichtungen: Insgesamt 951 Schulen erlitten Schäden. Kinder und Lehrkräfte standen plötzlich vor der Herausforderung, unter unsicheren und teilweise widrigen Bedingungen zu lernen und zu unterrichten. Für gezielte Hilfe wurde eine der am stärksten betroffenen weiterführenden Mädchenschulen ausgewählt: Zwei stark beschädigte Klassenzimmer wurden durch muslimehelfen vollständig renoviert und bieten nun 108 Schülerinnen ein sicheres und förderliches Lernumfeld.
Die ausgewählte Schule ist die einzige Einrichtung im Dorf, die insgesamt 291 Mädchen von der 6. bis zur 10. Klasse eine Sekundarschulbildung ermöglicht. Bereits vor den Überschwemmungen war die Infrastruktur begrenzt, was den Unterricht erschwerte. Die Flutwellen im September 2024 verschärften die Situation: Wände, Böden, Dächer und Möbel der Blechdach-Klassenzimmer wurden stark beschädigt, sodass zwei Räume dringend renoviert werden mussten. Vor der Renovierung mussten die Schülerinnen oft in überfüllten Klassen lernen, in denen mehrere Jahrgangsstufen gemeinsam unterrichtet wurden. Lärm, Unruhe und fehlende Ausstattung erschwerten das konzentrierte Lernen erheblich und beeinträchtigten die Unterrichtsqualität.
Die meisten Schülerinnen stammen aus einkommensschwachen Familien, deren Lebensgrundlagen von Landwirtschaft, Kleinhandel oder Tagelohnarbeit abhängen. Die Renovierung der beiden Klassenzimmer war entscheidend, um ein sicheres und förderliches Lernumfeld wiederherzustellen und den 108 Mädchen die Chance auf kontinuierliche Bildung zu sichern.
Das Renovierungsprojekt wurde vom 1. Juli bis zum 30. September 2025 mit einem Geldbetrag von 5.930 Euro umgesetzt. Es begann mit einer detaillierten Schadensbewertung in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung. Anschließend wurde ein umfassender Renovierungsplan erstellt, der den Arbeitsumfang, die benötigten Materialien und den Zeitplan definierte.
Hochwertige Baumaterialien wurden lokal beschafft, um die Sicherheit und Langlebigkeit der Klassenzimmer zu gewährleisten und gleichzeitig die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Erfahrene Maurer, Bauingenieure und lokale Arbeitskräfte führten die Renovierungsarbeiten durch. Diese umfassten die Verstärkung der tragenden Säulen, die Reparatur von Wänden, Böden und Dächern sowie die Instandsetzung der Veranda. Darüber hinaus wurden Möbel, Türen, Fenster und das Belüftungssystem erneuert.
Regelmäßige Kontrollen und Qualitätsprüfungen stellten sicher, dass die Arbeiten termingerecht und auf hohem Standard abgeschlossen wurden. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wurden die Klassenzimmer sorgfältig inspiziert und offiziell an die Schulleitung übergeben. Am 23. September 2025 konnten die Räume wieder für den regulären Unterricht genutzt werden. Folgebesuche durch unsere Partnerorganisation sind geplant, um die nachhaltige Nutzung und Wartung sicherzustellen.
Mit der Fertigstellung der renovierten Klassenzimmer können 108 Schülerinnen nun in einem sicheren, funktionalen und förderlichen Umfeld lernen. Die Lehrkräfte profitieren ebenfalls von besseren Arbeitsbedingungen, was die Qualität des Unterrichts steigert und Lernlücken reduziert.
Das Projekt verringert das Risiko von Schulabbrüchen und eröffnet Mädchen Perspektiven für höhere Bildung und spätere Erwerbstätigkeit. Durch die gezielte Förderung von Mädchen unterstützt das Projekt die Gleichstellung der Geschlechter im Bildungsbereich und stärkt das Vertrauen der Familien in die Sicherheit der Schule.
„Aufgrund der Überschwemmung waren die Klassenzimmer unserer Schule nicht mehr für den Unterricht geeignet. Daher konnten wir keinen Unterricht besuchen. Nun wurden unsere Klassenzimmer gestrichen, eine Tafel wurde bereitgestellt, die Tische wurden lackiert, die Decke installiert und Türen sowie Fenster repariert. Wir besuchen den Unterricht jetzt sehr gerne. Vielen Dank an muslimehelfen.“
Darüber hinaus profitiert die lokale Wirtschaft von der Beschaffung von Materialien vor Ort und der Beschäftigung lokaler Arbeitskräfte während der Renovierung.
Der erfolgreiche Wiederaufbau der Klassenzimmer zeigt, wie gezielte Bildungsunterstützung nach Naturkatastrophen die Gemeinschaft nachhaltig stärkt. Das Projekt bietet den Schülerinnen ein sicheres Lernumfeld, unterstützt die lokale Wirtschaft durch Beschäftigung und Materialbeschaffung und stärkt zugleich die Resilienz der Region gegenüber zukünftigen Katastrophen.