Wenn die Erde bebt, Flüsse über die Ufer treten und ganze Regionen im Chaos versinken, stehen viele Menschen vor dem Nichts. Naturkatastrophen treffen oft die Schwächsten am härtesten – sie zerstören nicht nur Häuser, sondern auch Lebensgrundlagen und Zukunftsperspektiven. Im Jahr 2025 wurden von muslimehelfen weltweit insgesamt 24 Nothilfeprojekte umgesetzt, um Menschen in akuten Krisensituationen zu unterstützen. Der Großteil dieser Einsätze konzentrierte sich auf Flutkatastrophen, die in vielen Ländern durch extreme Wetterbedingungen immer häufiger auftreten. Auch bei anderen Katastrophen wurde Hilfe geleistet, etwa nach einem schweren Erdbeben in Myanmar, das tausende Menschen in große Not brachte.
Am 28. März 2025 erschütterte ein starkes Erdbeben der Stärke 7,7 Zentral-Myanmar mit dem Epizentrum nahe Sagaing. Mehrere Nachbeben bis zu einer Stärke von 6,4 folgten und richteten zusätzliche Schäden an. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, darunter auch Moscheen während der Gebetszeit. Der Zugang zu abgelegenen Gebieten war stark eingeschränkt, sodass Hilfsmaßnahmen häufig von den Dorfbewohnern selbst übernommen werden mussten. Um die Überlebenden mit dem Nötigsten zu versorgen, wurden insgesamt 750 Familien mit Lebensmittelpaketen unterstützt. Jedes Paket enthielt 10 Kilogramm Reis, 1 Liter Speiseöl, 1,64 Kilogramm Kichererbsen, 2 Kilogramm Kartoffeln, 1 Kilogramm Salz sowie eine Packung Instantnudeln. Für diese Nothilfeaktion wurden insgesamt 20.000 € bereitgestellt.
Thida, 66 Jahre, Erdbebenopfer aus Sagaing, erzählt: „Assalamu alaikum. Wir haben ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 in Sagaing erlebt. Dabei habe ich fünf Familienmitglieder verloren – meine ältere Schwester, meinen jüngeren Bruder, meinen Neffen sowie meine beiden 6-jährigen Enkelkinder. Sie verstarben während des letzten Freitagsgebets im Ramadan. Nach dem Erdbeben erhielten wir etwas Hilfe, doch wir standen vor großen Schwierigkeiten und mussten einen Monat lang auf der Straße schlafen. [… ]“
Naturkatastrophen wie Sturmfluten treffen insbesondere küstennahe und wirtschaftlich benachteiligte Regionen besonders hart. Ende Mai bis Anfang Juni 2025 ereigneten sich auf der Insel Kutubdia in Cox’s Bazar schwere Sturmfluten, begleitet von starken Regenfällen und Sturzfluten. Große Teile der Insel standen unter Wasser, Deiche wurden zerstört, über 500 Häuser vernichtet und tausende Menschen vertrieben. Landwirtschaftliche Flächen, Viehbestände und Fischereiausrüstung, von denen viele Familien abhängig sind, wurden erheblich beschädigt. Insgesamt wurde eine Nothilfe für 500 Familien durchgeführt. Jede Familie erhielt ein umfangreiches Hilfspaket bestehend aus 25 kg Reis, 2 kg Mehl, 2 kg Linsen, 5 Liter Sojaöl, 30 Eier, 1 kg Salz, 2 kg Zwiebeln, 4 kg Kartoffeln, 3 Packungen Schokoladenkekse, 3 Stück antibakterieller Badeseife, 2 kg Waschpulver. Das Projekt wurde mit 17.570 Euro finanziert.
Starke Regenfälle und Überschwemmungen gehören in Indonesien zu den wiederkehrenden Naturereignissen. Besonders in dicht besiedelten Regionen führen überlaufende Flüsse und unzureichende Entwässerungssysteme schnell zu erheblichen Schäden.
Am 3. März 2025 trafen schwere Überschwemmungen den Großraum Jakarta. Tausende Menschen verloren ihr Hab und Gut, während große Teile der städtischen Infrastruktur beschädigt wurden. Im Rahmen der Nothilfe konnten insgesamt 568 Familien in Jakarta, Tangerang und Bekasi unterstützt werden, darunter auch 52 Waisenkinder. Jede Familie erhielt ein Hilfspaket, bestehend aus 5 kg Reis, 1 kg Zucker, 2 Liter Öl, 2 Dosen Kondensmilch, 2 kg Mehl, 2 Packungen Tee sowie einer Großpackung Instant-Nudeln (15 Stück).
Auch im weiteren Verlauf des Jahres blieb die Lage angespannt. Am 9. September 2025 wurde die Insel Bali ebenfalls von schweren Überschwemmungen betroffen, die durch starke Regenfälle und übertretende Flüsse verursacht wurden. Neben großflächigen Schäden an Wohngebieten und Infrastruktur kam es auch zu Todesfällen. Insgesamt wurden 587 Familien im Rahmen einer weiteren Nothilfe unterstützt, darunter 61 Waisenkinder. Die Kosten für beide Nothilfeprojekte beliefen sich jeweils auf etwa 20.000 Euro.
Hilwani, 36 Jahre, weiblich, sagt: „Wir möchten unsere Dankbarkeit muslimehelfen für die Unterstützung zum Ausdruck bringen, die uns gewährt wurde. Alle Spenden sind bei uns angekommen und wurden an die von der Flutkatastrophe betroffenen Bewohner verteilt. Diese Hilfe bedeutet uns sehr viel. Möge all die Güte, die Sie gezeigt haben, von Allah (swt) entsprechend belohnt werden.“
In Kambodscha führten ebenfalls langanhaltende Regenfälle Ende September 2025 zu schweren Überschwemmungen, von denen zahlreiche Haushalte in mehreren Provinzen betroffen waren. Viele Familien verloren dabei nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Lebensgrundlagen, da landwirtschaftliche Flächen stark beschädigt wurden. Nach Angaben der Bezirksverwaltung von Tboung Khmum waren 1.131 Familien direkt betroffen und mussten evakuiert werden. Im Rahmen der Nothilfe wurden diese Familien mit Lebensmittelpaketen versorgt, um ihre akute Versorgung sicherzustellen und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern. Jedes Paket bestand aus 15 kg Jasminreis, 15 Packungen Instantnudeln und 6 Flaschen Sojasauce. Die Projektkosten betrugen 20.000 Euro.
Mon, 84 Jahre, weiblich, aus Tboung Khmum, drückt ihre Dankbarkeit aus: „Ich freue mich sehr, diese Lebensmittelspende zu erhalten, die mir eine Weile bei meinem Lebensunterhalt hilft. Ich danke den Spendern, die sich immer um die bedürftigen Menschen in ländlichen Gebieten kümmern. Ich hoffe, dass muslimehelfen mich weiterhin unterstützen wird.“
Dies war nur ein kleiner Einblick in die Vielzahl an Katastrophen, die im vergangenen Jahr weltweit Menschen in Not gebracht haben. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit solcher Ereignisse setzt sich muslimehelfen dafür ein, auch künftig schnell und gezielt Hilfe zu leisten, um betroffene Menschen so rasch wie möglich in akuten Notsituationen zu unterstützen und ihre Versorgung zu sichern.