Ich bin ein alter Mann und es ist nicht lange her, dass ich alles verloren habe, als die Fluten unser Dorf heimgesucht hatten. Die Fluten waren so stark, dass sie meine gesamte Herde von Rindern im Handumdrehen erfasst und weggeschwemmt haben. Diese Tiere haben mir alles bedeutet und sie waren meine einzige Möglichkeit, für meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie zu sorgen. Nachdem wir sie verloren hatten, standen wir vor dem Nichts.

Wir befanden uns in einer verzweifelten Lage und machten uns Gedanken darüber, wie wir überleben würden, als muslimehelfen einschritt. Aus tiefstem Herzen möchte ich mich für diese unglaubliche Großzügigkeit bedanken. Die Lebensmittelpakete haben uns genau dann erreicht, als wir einen Tiefpunkt in unserem Leben erreicht hatten und am verwundbarsten waren – sie waren ein echter Lebensretter für uns.

Die Lebensmittel zu erhalten hat uns eine Verschnaufpause verschafft, aber es ist immer noch sehr schwer für uns, wieder Fuß zu fassen. Bitte vergesst uns hier nicht. Wir brauchen noch immer Eure Bittgebete und Eure Hilfe. Deshalb bitten wir Euch, einfach wieder vorbeizuschauen, wenn ihr könnt.

Jilo, männlich, 58 Jahre alt, aus Lazima/Tana River County

Kenia – Hungerhilfe 2026 Zwei

Die zweite Hungerhilfe in Kenia ist in 10 Dörfern des Tana-River-Countys erfolgt. Am 8. Juni 2026 konnten an insgesamt 1.062 bedürftigen Familien dringend benötigte Lebensmittelpakete verteilt werden. Jedes Paket enthielt 5 kg Weizenmehl, 5 kg Maismehl, 3 kg Reis, 2 kg Bohnen, 2 l Speiseöl, 2 kg Zucker und 1 kg Salz. Die Bevölkerung dieser Dörfer lebt überwiegend von Landwirtschaft oder Viehzucht. In den vergangenen Jahren haben jedoch Zerstörungen durch Überflutungen des Tana-Flusses und darauffolgende langanhaltende Dürreperioden das Leben der Menschen sehr schwer gemacht. Durch die Sturzfluten sind entweder die Tiere der Viehzüchter verloren gegangen oder die zu bewirtschaftenden Felder und Äcker wurden weggespült. Die nun in Kenia anhaltende Dürreperiode hat Flüsse und Brunnen fast vollständig ausgetrocknet. Eine Bewässerung war für die sehr wenigen Familien, die noch in der Landwirtschaft oder Viehzucht tätig waren, somit nicht mehr möglich. Neben dem Fehlen von Lebensmitteln war somit nicht einmal der Zugang zu lebensnotwendigem Wasser gewährleistet. Es drohte eine Hungersnot, weshalb die betroffenen Familien dringend auf diese Lebensmittelhilfe angewiesen waren.

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