Start ins Berufsleben: muslimehelfen fördert Berufsbildung in Ruanda

Corinna Rapp

In Ruandas Distrikt Rwamagana haben junge Menschen einen bedeutenden Schritt in Richtung Unabhängigkeit und beruflicher Selbstständigkeit gemacht: Sie haben ein einjähriges Ausbildungsprogramm an der Kwigira Technical and Vocational Education Training School abgeschlossen.

Seit dem Jahr 2014 unterstützt muslimehelfen das Berufsbildungszentrum in Kigabiro. Das Engagement zielt insbesondere darauf ab, jungen Menschen aus benachteiligten Verhältnissen eine fundierte Berufsausbildung in verschiedenen handwerklichen Disziplinen zu ermöglichen. Die zentrale Idee hinter diesem Projekt ist es, den Auszubildenden nicht nur die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn zu vermitteln, sondern ihnen auch eine solide Basis für ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit zu bieten.

Durch die Übernahme der Studiengebühren und die Bereitstellung aller notwendigen Materialien und Geräte durch muslimehelfen konnten bis heute unzählige Lernende in verschiedenen Berufsfeldern geschult werden.

Im Jahr 2023 wurden 146 Frauen und Männer erfolgreich in verschiedenen Berufsfeldern ausgebildet und für den Start in die Selbstständigkeit ausgestattet.

Ruanda: Während der Übergabe der Materialien und Geräte an die Begünstigten.
Hilfe zur Selbsthilfe

Durch die Ausbildung in gefragten Berufsfeldern wie Schneiderei, Elektrotechnik und Kochen sind die Absolventen in der Lage, eigene Unternehmen zu gründen oder in bestehenden Betrieben tätig zu werden. Dies trägt direkt zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei und reduziert die Erwerbslosigkeit in der Gemeinschaft.

Erhöhung des Einkommens

Dank der durch die Ausbildung erworbenen Fähigkeiten können die Absolventen Einkommen generieren und so die Lebensqualität für sie und ihre Familien nachhaltig verbessern.

Förderung des Unternehmertums

Die Unterstützung motiviert junge Menschen, eigene Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Innovation ist die Folge, neue Wirtschaftsstrukturen entstehen und regen lokales Wachstum an. Unternehmen, die von ehemaligen Absolventen gegründet wurden, können zudem Ausbildungsplätze für zukünftige Generationen bieten. So entsteht ein Kreislauf der wirtschaftlichen Entwicklung.

Ausrüstung als Schlüssel zur Selbstständigkeit

Ein Merkmal des Programms war die Übergabe der passenden Ausrüstung an die Absolventen,  die den Übergang von der Theorie zur Praxis erleichtern sollte. Dazu gehörte eine Nähmaschine für die Schneider, die Köche erhielten eine Kochplatte, eine Gasflasche, eine Pfanne sowie ein Waffeleisen. Die Elektriker wurden mit einer Werkzeugkiste ausgerüstet, die einen Digitalmultimeter, einen Schraubenzieher, einen Spannungstester, einen Elektriker-Hammer und vier verschiedene Zangen umfasste.

Die Ausrüstung dient vor allem als praktische Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit. So können die Begünstigten sofort nach ihrem Abschluss beginnen, ihre Fähigkeiten in die Praxis umzusetzen und so zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Gemeinschaften beizutragen.

Ruanda: Regelmäßige Verteilung von Verbrauchsmaterial; hier Lebensmittel für die Köchinnen und Köche.
Stimmen der Begünstigen

Unter den Begünstigten ist Hamimu, der eine Ausbildung zum Koch absolviert hat und sich besonders über die Ausrüstung freute, um in seine Selbstständigkeit zu starten. Die Freude teilte auch Diane Aburumuri. Beide planen die Eröffnung eines eigenen Restaurants bzw. Cafés.

Auch Nusura, die im Bereich Schneiderei ausgebildet wurde, hat konkrete Pläne. Sie möchte zunächst Kleidung „Made in Ruanda“ herstellen und sich anschließend mit einer eigenen Schneiderei und weiteren Angestellten vergrößern. 

 

Seth Iradukunda, ein frisch gebackener Elektriker, freute sich besonders über die Unterstützung der Jugend in Ruanda.

Zuvor war er als Bauarbeiter tätig und bezeichnete die Ausbildung als einen Start in ein neues Leben.

Wie solche Projekte zum sozialen Frieden beitragen

Wirtschaftliche Stabilität trägt zu sozialem Frieden und Sicherheit bei. Durch die Verringerung von Armut und Erwerbslosigkeit werden weniger Menschen zu extremen Maßnahmen oder zur Migration gezwungen. Das stärkt die soziale Integration und Stabilität in den Gemeinschaften.

Vor allem Bildungsprojekte und die Förderung von wirtschaftlicher Unabhängigkeit sind nachhaltige Wege zur Armutsbekämpfung. Sie bieten langfristige Lösungen, indem sie Menschen die Werkzeuge in die Hand geben, um ihr eigenes Leben und das ihrer Gemeinschaft aktiv zu verbessern.

muslimehelfen unterstreicht mit diesem Projekt die Bedeutung der Sadaqa Dscharija , die über den unmittelbaren Nutzen hinausgeht. Langfristige, positive Veränderungen in der Gesellschaft sind die Folge.

Ruanda: Die Begünstigen während ihrer Ausbildung.

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