In einer idealen Welt wachen Kinder morgens auf, frühstücken und gehen unbeschwert in die Schule. Doch für viele Kinder auf dieser Welt sieht die Realität anders aus. Anstatt in den Pausen zu spielen und im Unterricht Grammatik oder Mathe zu pauken, arbeiten sie.
In der Provinz Cox’s Bazar in Bangladesch tragen viele Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren bereits die finanzielle Verantwortung für ihre Familien mit. Sie arbeiten den ganzen Tag als Fischer oder Tagelöhner. Für Schule blieb da bisher keine Zeit. Einfache, aber essenzielle Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen blieben ihnen verwehrt. Doch dank Deiner Unterstützung konnten wir genau das ändern.
Ein Rückblick: Was Deine Hilfe bewirkt hat
Im Juni 2024 starteten wir in Cox’s Bazar ein besonderes Projekt: Eine informelle Schule mit dem Namen „School for Working Children of Fishing Communities“. Was bedeutet „informell“ in diesem Kontext? Es bedeutet, dass sich die Schule an die harte Lebensrealität der Kinder anpasst. Da die 25 Mädchen und Jungen tagsüber arbeiten müssen, findet der Unterricht am Abend in ihrer raren Freizeit statt.
Mit einem Projektwert von 6.360 Euro konnten wir im ersten Jahr einen eigenen Schulraum anmieten, Schulmaterialien bereitstellen und die Gehälter für zwei engagierte Lehrerinnen finanzieren. In einer gemeinsamen Klasse lernten Kinder unterschiedlichen Alters zum ersten Mal in ihrem Leben das Alphabet und das Rechnen. Und der Einsatz hat sich gelohnt: Alle 25 Schulkinder schlossen das erste Schuljahr erfolgreich ab und rückten offiziell in die zweite Schulstufe vor!
Herausforderungen und Erfolge im zweiten Schuljahr (2025-26)
Das zweite Projektjahr (Juni 2025 bis Mai 2026), das wir mit 5.675 Euro finanziert haben, brachte neben Unterricht, Transport und einem tollen Schulausflug auch harte Herausforderungen mit sich.
Die angespannte wirtschaftliche Lage der Familien holte uns ein: Zwischen Juli und November 2025 mussten wir leider eine hohe Ausfallrate verzeichnen. 18 Kinder schieden aus dem Projekt aus, weil der finanzielle Druck auf ihre Familien so groß wurde, dass sie wieder Vollzeit arbeiten mussten. Um die Klasse aufrechtzuerhalten, haben wir diese Plätze schrittweise an andere Kinder vergeben, die ihre Bildung zuvor ebenfalls aus Geldnot abbrechen mussten.
Trotz dieser Hürden haben wir es geschafft: Im Januar 2026 war die Klasse wieder komplett. Diese 25 Kinder haben nun das zweite Schuljahr erfolgreich beendet und wurden nach einer Überprüfung der Schulbehörde in die dritte Klasse versetzt!
Was dieser Erfolg für die Kinder bedeutet, beschreiben sie am besten selbst:
„Assalamu alaikum. Mein Name ist Omar. Morgens gehe ich zur Arbeit, und wenn ich mit der Arbeit fertig bin, komme ich nachmittags in die Schule.“ Der 14-jährige Junge erzählt weiter: „In der Schule bringen uns unsere Lehrer Bengali, Englisch, Mathematik und viele andere Fächer bei. […] Ich genieße es wirklich, jeden Tag zur Schule zu kommen. Ich möchte muslimehelfen dafür danken, dass sie uns die Möglichkeit geben zu lernen.“
Auch die 13-jährige Sumaiya, die ebenfalls die 3. Klasse der Schule besucht, ist stolz auf das, was sie erreicht hat:
„Weil ich hier Mathematik lerne, kann ich jetzt einfache Rechnungen durchführen. Ich kann auch bengalische und englische Gedichte aufsagen.“ Sie ist sich bewusst, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist: „In unserer Fischergemeinde bekommt nicht jeder die Gelegenheit zu lernen. Ich bin sehr glücklich, diese Chance zu haben. Danke, muslimehelfen.“
Wir haben aus der hohen Ausfallrate des vergangenen Jahres eine wichtige Lehre gezogen: Bildung und die wirtschaftliche Situation einer Familie lassen sich nicht voneinander trennen. Wenn der Hunger plagt, verliert die Schule den Kampf gegen die Arbeit. Deshalb werden wir in Zukunft einen neuen Weg gehen: Um die Ausfallrate nachhaltig zu verringern, planen wir ergänzende Unterstützungsmaßnahmen. Mit Deiner Unterstützung wird muslimehelfen gezielt Lebensmittelhilfen und einkommensschaffende Maßnahmen für die betroffenen Familien bereitstellen.
Die Rechnung ist einfach, aber wirkungsvoll: Wenn eine Familie wirtschaftlich entlastet wird, muss das Kind weniger arbeiten und kann regelmäßiger zur Schule gehen, damit die Bildung erfolgreich fortgesetzt wird.
Kinder wie Omar und Sumaiya haben bereits einen so wichtigen Schritt geschafft. Sie haben gezeigt, dass sie lernen wollen, selbst wenn sie nach einem harten Arbeitstag müde sind. Jetzt möchten wir ihnen ermöglichen, weiterzulernen und ihre positive Entwicklung fortzusetzen.
Bitte hilf uns dabei, diese Kinder auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft zu begleiten. Mit Deinem Beitrag spendest Du nicht nur für Schulhefte und Unterricht, sondern eine Perspektive, die ein ganzes Leben verändert.
Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) Deine Großzügigkeit reichlich belohnen.
Amin und wassalam