Ein Überblick der Winterhilfe- Kampagne 2025-2026

Jusuf v.Denffer

Dank der Unterstützung der treuen Spender von muslimehelfen konnten im Rahmen der Winterhilfe-Kampagne 2025-2026 die Lebensbedingungen von mehr als 8.600 hilfsbedürftigen Familien erleichtert werden. In der kälteren Jahreszeit wurden in Europa, Afrika und Asien in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen in 9 Ländern 15 Projektumsetzungen durchgeführt. Unter anderem wurden wärmende Decken, warme Kleidung, Lebensmittel, Brennmaterial zum Heizen und Heizgeräte an Hilfsbedürftige verteilt. Dafür wurden 249.004 € verwendet, alhamdulillah.

Die Winterhilfe-Kampagne von muslimehelfen beginnt bereits im Juni und Juli, wenn in den Ländern des südlichen Afrikas auf der Südhalbkugel Winter ist. Während hier in Europa warme Temperaturen den Lebensalltag bestimmen, müssen sich die Hilfsbedürftigen im südlichen Afrika davor schützen, wegen der kühlen Temperaturen nicht zu erkranken, und versuchen, sich in ihrem Zuhause warmzuhalten. Die Tage sind wie bei uns im Winter kurz und solange die Sonne keine Wärme und Tageslicht spendet, sinken die Temperaturen unter 10 Grad.

… In der letzten Winterausgabe der muslimehelfen-Zeitschrift habe ich bereits erwähnt, dass ich mich im Rahmen einer Projektreise in Südafrika, Malawi und Simbabwe aufgehalten hatte. So konnte ich beim Start der Winterhilfe-Kampagne 2025-2026 in Johannesburg dabei sein. Die erste Verteilung fand bei der Moschee in Palmridge im Juli 2025 statt. Bevor die 300 begünstigten Familien die Hilfsgüter erhalten konnten, mussten an der Verteilungsstelle noch einige Vorbereitungen abgeschlossen werden. Selbstverständlich habe ich mich nicht nur als Besucher aus Europa verhalten, sondern direkt bei den Vorbereitungen mitangepackt und bei der eigentlichen Verteilung mitgeholfen.

Am zweiten Verteilungsort in Hopefield haben wir die Hilfsgüter nicht nur an der Verteilungsstelle, sondern auch – und anders kann man es leider nicht bezeichnen – in der nahegelegenen, Wellblechsiedlung verteilt. Dort konnte ich mit eigenen Augen sehen, was für Hilfsbedürftige in Südafrika ein Zuhause bedeutet. Es waren im wahrsten Sinne des Wortes Wellblechhütten, die bei den kühlen Temperaturen keine Isolation boten, sodass die Wärme ständig entwich. …

In Südafrika wurden insgesamt zwei Projektumsetzungen der Winterhilfe durchgeführt. Beide fanden im Juli 2025

im Raum Johannesburg statt. Im Rahmen der ersten Umsetzung erhielten 1.000 hilfsbedürftige Familien an 7 verschiedenen Orten im Distrikt Gauteng jeweils 1 wärmende Decke und 1 Winterkleidung-Set, bestehend aus 1 Mütze, 1 Paar Handschuhen und 1 Paar Socken. Bei der Verteilung wurden insbesondere Haushalte mit geringem oder keinem Einkommen, Witwen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen berücksichtigt. Die Projektsumme für die wärmenden Decken und die Winterkleidungssets belief sich auf 15.989 €.

Bei der zweiten Umsetzung wurden in Johannesburg insbesondere Familien mit geringem oder keinem Einkommen, ältere Menschen, Witwen, Familien mit Waisen und Migranten unterstützt. Die begünstigten Hilfsbedürftigen können sich nicht einmal eine wärmende Decke für die kühlen Winternächte leisten. Aus diesem Grund wurden 1.000 Familien mit wärmenden Decken im Wert von 13.229 € ausgestattet, damit sie in den kühlen Winternächten nicht frieren müssen.

Im Juli 2025 konnten 575 hilfsbedürftige Familien an den Orten Kasungu und Mzimba in Malawi jeweils eine größere wärmende Decke erhalten. Dafür wurden 14.990 € aufgewendet. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der steigenden Preise in Malawi können sich die hilfsbedürftigen Familien Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs wie eine wärmende Decke kaum noch leisten. Zu den Begünstigten gehören insbesondere alleinerziehende Mütter, Waisen, Witwen, ältere Menschen und weitere Hilfsbedürftige in der Gemeinde. Mit diesen Decken können sich die Familien in den kühlen Nächten warmhalten und ausgeruht in den nächsten Tag starten.

Im Rahmen der Winterhilfe in Simbabwe wurden in den Provinzen Midlands und Mashonaland West sowie in der Hauptstadt Harare wärmende Decken und Winterbekleidung an hilfsbedürftige Familien und Kinder verteilt. Im Juli 2025 erhielten 738 hilfsbedürftige Familien, darunter insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Witwen und chronisch Kranke, jeweils 1 wärmende Decke. 250 Waisenkinder und andere hilfsbedürftige Kinder erhielten zudem jeweils 1 Trainingsanzug, 1 Mütze und 1 Paar Handschuhe.  Aufgrund der geringen Verdienstmöglichkeiten, die vor allem in der Landwirtschaft bestehen, und der sehr schlechten finanziellen Lage der Familien werden wärmende Decken und warme Kleidung von den bedürftigen Familien als Luxusgüter angesehen.

Simbabwe: Mützen, Handschuhe und Trainingsanzüge für die Kinder in Simbabwe.

Die Winterhilfe-Kampagne 2025-2026 von muslimehelfen wurde dann in den Monaten November und Dezember in den vier Ländern Südasiens fortgeführt. Dort sind bittere Armut, Naturkatastrophen und der schon zum Teil sehr kalte asiatische Winter Grund dafür, dort Unterstützungen zu leisten, die dringend benötigt werden. Die Unterstützung erfolgte in Form von wärmenden Decken, warmer Kleidung, Lebensmitteln und weiteren wichtigen Alltagsgegenständen.

Aufgrund seiner geografischen Lage in den hohen Lagen des Himalaya-Gebirges ist Nepal direkt von sehr kalten Temperaturen betroffen. In Kathmandu, wo im Dezember 2025 die Winterhilfe für 476 hilfsbedürftige Familien mit 12.055 € umgesetzt wurde, sind Nächte und frühe Morgenstunden mit Temperaturen um den Gefrierpunkt keine Seltenheit. Jede Familie erhielt 1 große wärmende Decke, 1 Jacke und 1 Mütze. Zu den Hilfsbedürftigen in Kathmandu zählen Bettler, Müllsammler, Tagelöhner, Schuhmacher, Ziegelarbeiter, obdachlose Menschen sowie Menschen mit Behinderung.

In den weiteren Projektländern von muslimehelfen in Südasien, also in Bangladesch, Indien und Pakistan, wurde die Winterhilfe jeweils mehr als einmal umgesetzt. In Bangladesch und Indien wurden neben der einheimischen Bevölkerung auch die dort lebenden, hilfsbedürftigen Rohingya-Flüchtlinge mit eigenen Umsetzungen unterstützt. Die Rohingya-Flüchtlinge leben seit ihrer Flucht aus Myanmar in sehr ärmlichen Verhältnissen und unter schweren Lebensbedingungen.

In Bangladesch und Indien sind sie deshalb auf jegliche Unterstützung angewiesen. Im Flüchtlingslager von Cox’s Bazar im Südosten Bangladeschs sind die Lebensverhältnisse besonders prekär. Es fehlt an warmer Kleidung und Decken für die Rohingya-Flüchtlingsfamilien. Deshalb wurden im Dezember 2025 an 814 Rohingya-Flüchtlingsfamilien jeweils 1 wärmende Decke und 1 Schal verteilt. Um Unstimmigkeiten zwischen den Rohingya-Flüchtlingsfamilien und der einheimischen Bevölkerung zu vermeiden, wurden gemäß den gesetzlichen Vorgaben des Landes zusätzlich 271 einheimische Familien mit den gleichen Hilfsgütern versorgt. Beide Verteilungen wurden mit 15.000 € finanziert.

Die Verwendung der gleichen Projektsumme erfolgte im Dezember 2025 zur Unterstützung für hilfsbedürftige Rohingya-Flüchtlingsfamilien in den Flüchtlingslagern der indischen Stadt Hyderabad. Dort erhielten 685 Familien jeweils 1 wärmende Decke, 1 Jacke und 1 großes Bettlaken mit Kissenbezügen. Das große Bettlaken mit Kissenbezügen soll insbesondere die Kinder in den sehr kalten Nächten warmhalten und so vor Erkältungen und weiteren daraus resultierenden Erkrankungen schützen.

In Indien wurde dasselbe Projekt zur Umsetzung des besonderen Anliegens, Kinder vor Erkrankungen zu schützen, ein zweites Mal in den Armenvierteln des Distrikts Dharwad durchgeführt. Die begünstigten Hilfsbedürftigen leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Dazu zählen Tagelöhner, ältere Menschen, Witwen und Waisen, deren Lebensunterhalt nicht gesichert ist. Winterkleidung und Decken können sie sich deswegen überhaupt nicht leisten. Im Dezember 2025 konnten 685 einheimische hilfsbedürftige Familien mit insgesamt 15.000 € unterstützt werden, d. h. jede Familie erhielt 1 wärmende Decke, 1 Jacke und 1 großes Bettlaken mit Kissenbezügen.

Indien: Decke, Jacke und großes Bettlaken mit Kissenbezügen für eine RohingyaFlüchtlingsfamilie.

Die dritte Umsetzung der Winterhilfe in Indien umfasste im Dezember 2025 im Distrikt Dindigul die Verteilung von 4 leichten Baumwolldecken und 1 warmen Unterlage zum Schlafen an 331 hilfsbedürftige Familien. Aufgrund ihrer ärmlichen Lebensverhältnisse können sich die Familien selbst nicht mit ausreichend Lebensmitteln versorgen. Deshalb erhielt jede begünstigte Familie 25 kg Reis, 10 kg Mehl, 3 kg Linsen, 2 l Speiseöl, 3 kg Zucker, 1 kg Salz, 1 kg Teepulver und 500 g Masala-Gewürz. Insgesamt wurden für diese Umsetzung 20.019 € verwendet.

Die zweite Umsetzung der Winterhilfe in Bangladesch konnte im Dezember 2025 in den Distrikten Dinajpur, Lalmonirhat und Panchagarh durchgeführt werden. Mit 23.000 € konnten insgesamt 1.375 hilfsbedürftigen Familien jeweils 1 große Decke und 1 warmer Schal überreicht werden. Die Lebensumstände der hilfsbedürftigen Familien werden durch wiederkehrende Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Flusserosionen zusätzlich erschwert. Die ohnehin sehr geringen Existenzgrundlagen werden dadurch zunichte gemacht und im Winter kommen noch die kühlen Temperaturen hinzu. Durch die Verteilung der Hilfsgüter können sich die Familien dann ausreichend warmhalten.

In Pakistan wurden zwei Umsetzungen der Winterhilfe durchgeführt. Die erste Umsetzung fand in den Dörfern der Distrikte Bahawalpur-Lodharan, Jhang, Multan und Muzaffargarh statt. Im November 2025 erhielten dort 204 besonders von den Auswirkungen von Flutüberschwemmungen und der Finanzkrise in Pakistan betroffene, hilfsbedürftige Familien jeweils ein Winterhilfepaket. Ein Winterhilfepaket bestand aus 2 Bodenmatratzen, 2 Steppdecken, 2 Kopfkissen, 2 Pullovern (je 1 für Männer und 1 für Frauen), 1 Schal für Männer und 1 für Frauen, 3 Kinderpullovern, 3 Paar Kinderhandschuhen, 3 Kinderwollmützen und 1 Moskitonetz. Die Hilfsgüter aus dem Winterhilfepaket sollen den begünstigten hilfsbedürftigen Familien über einen längeren Zeitraum hinweghelfen und wurden mit 20.000 € finanziert.

Die zweite Umsetzung in Pakistan erfolgte im Dezember 2025 im Distrikt Buner mit 14.962 €. 248 hilfsbedürftige Familien hatten infolge schwerer Sturzfluten im August 2025 ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Um sie in den kalten Wintermonaten zu unterstützen, wurden Winterhilfepakete an diese Familien verteilt. Jedes Winterhilfepaket enthielt 2 warme Steppdecken. Darüber hinaus enthielten sie 1 Schultertuch für Männer und 1 für Frauen, 1 Paar Socken für Männer und 1 für Frauen, 1 Kinderpullover, 1 Paar Kindersocken und 1 warme Kindermütze. Mit der Verteilung der Winterpakete sollte den Familien ein besserer Schutz vor der Kälte ermöglicht und sie finanziell entlastet werden, damit sie sich nach den Verlusten durch die Sturzfluten wieder eine eigene Existenz aufbauen können.

Den Schlusspunkt der Winterhilfe-Kampagne 2025-2026 setzten die Unterstützungen für hilfsbedürftige Familien in Europa, und zwar in den Ländern Bosnien-Herzegowina und der Ukraine. Dort wurden in den Monaten November bis Januar Brennholz und Gas zum Heizen finanziert sowie Heizöfen und -geräte bereitgestellt. Die Herausforderungen gestalten sich dort vielleicht etwas anders als in afrikanischen und asiatischen Ländern. Die Notsituation ist jedoch die gleiche: In den kalten Wintermonaten können sich die hilfsbedürftigen Familien nicht ausreichend warmhalten.

In Bosnien-Herzegowina wurde die Winterhilfe zweimal umgesetzt. In den Kantonen Sarajevo, Tuzla, Zenica-Doboj und Herzegowina-Neretva wurde im November und Dezember 2025 Brennholz zum Heizen an insgesamt 56 Waisen und ihre Familienangehörigen verteilt. Jede begünstigte, hilfsbedürftige Familie mit Waisenkindern erhielt 2 Kubikmeter vorgeschnittenes Holz, um in den kalten Wintermonaten ausreichend heizen und sich warmhalten zu können. Die Familien leben alle unter der Armutsgrenze und können sich nicht ausreichend Brennholz zum Heizen leisten. Die Sozialhilfeleistungen des Landes decken eine solche Unterstützung nicht ab. Somit sind diese Familien auf sich allein gestellt und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Umsetzung dieser Winterhilfe belief sich auf 10.000 €.

Die zweite Umsetzung in Bosnien-Herzegowina erfolgte im Dezember 2025 und Januar 2026 im Kanton Tuzla. Die hilfsbedürftigen Familien und Begünstigten wurden dabei auf unterschiedliche Weise unterstützt. 38 Familien erhielten jeweils 2 Raummeter vorgeschnittenes Brennholz, um ihre Wohnräume zu beheizen. 10 Familien wurde ein Brennholzofen und 12 weiteren ein elektrisches Heizgerät übergeben. An das Aufnahmezentrum Duje wurden 21.972 Liter Gas zum Heizen geliefert. Anstelle der bisher üblichen Kohlelieferung soll durch die Verwendung von Gas die Umweltbelastung verringert und die Energiekosten insgesamt gesenkt werden. Dadurch kann den Bewohnern ein sichereres und nachhaltigeres Lebensumfeld geboten werden. Im Aufnahmezentrum werden Menschen ohne Obdach und Menschen mit Behinderungen gemeinsam versorgt. All diese Unterstützungsmaßnahmen werden durch die Sozialhilfeleistungen des Landes nicht gedeckt und wurden mit 20.000 € finanziert.

In der Ukraine wurde die Umsetzung der Winterhilfe in den Monaten Dezember 2025 und Januar 2026 in den Regionen um Saporischschja und Odessa durchgeführt, wobei 100 hilfsbedürftige geflüchtete Familien Unterstützung erhalten haben. Jede Familie erhielt 1 elektrisches Heizgerät und 1 warme Decke, um sich während der kalten Wintermonate ausreichend warmhalten zu können. Insbesondere ältere Menschen und Familien mit mehreren Kindern waren von den Folgen des Kriegs und der Flucht direkt betroffen und auf Hilfe angewiesen. Die Umsetzung dieser Winterhilfe in der Ukraine erfolgte mit einem Betrag von 14.880 €.

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