Wenn die Temperaturen fallen, wird Kälte vielerorts zu einer echten Herausforderung – vor allem dort, wo Heizmöglichkeiten, warme Kleidung oder ein sicherer Unterschlupf fehlen. Dank Eurer Spenden konnte muslimehelfen während der letzten Wintersaison an 15 verschiedenen Orten, über Kontinente hinweg, helfen – mit Decken, Kleidung, Lebensmitteln und Heizmaterial.
Besonders in Südasien, wo die Menschen über den Großteil des Jahres Hitze gewohnt sind, macht der Winter vielen Familien zu schaffen. Kaum jemand besitzt Winterkleidung, die Häuser sind schlecht isoliert, und dicke Decken und Jacken sind Luxus.
In Bangladesch spüren das vor allem Tagelöhner, Rikscha-Fahrer und Kleinbauern. Sie arbeiten hart, doch ihr Einkommen reicht nicht aus, um für den Winter vorzusorgen. In den Distrikten Dinajpur und Lalmonirhat konnten ganze 1.430 Familien mit Decken und Schals unterstützt werden. Mit Spenden in Höhe von 21.500 Euro konnte so Wärme an eine Vielzahl bedürftiger Familien verteilt werden.
Auch in Indien konnte Hilfe geleistet werden. In Dharwad erhielten 750 besonders arme Familien je eine dicke Decke, Jacken sowie ein Bettlaken-Set. Für das Projekt standen 18.000 Euro zur Verfügung. Gousiya, eine 32-jährige Mutter von drei Kindern, erzählt, wie sehr sich ihr Leben durch die Winterhilfe verändert hat: „Wir hatten nichts, womit wir uns vor der Kälte schützen konnten. Alhamdulillah, heute haben wir von muslimehelfen ein Winterpaket bekommen. Jetzt können meine Kinder warm schlafen, ohne Sorgen. Es wäre für mich unmöglich gewesen, solche hochwertigen Wintersachen zu kaufen. Ich bete von Herzen, dass Allah die Spender reichlich segnet.”
Ihre Familie lebte bislang mit selbstgenähten Tüchern als Decken, die Kinder waren ständig krank. Erst das Winterpaket aus Decke, Jacken und Bettlaken brachte Erleichterung.
Nicht nur Kleidung, auch Nahrung war ein Thema: In der indischen Berglandschaft Kodaikanal arbeiten viele Tagelöhner auf Kaffee- und Pfefferplantagen. Für sie bedeutet der Winter nicht nur Kälte, sondern auch weniger Arbeit und Hunger. Um sie und ihre Familien zu entlasten, verteilten wir Decken, Schlafunterlagen und zusätzlich große Lebensmittelpakete mit 25 kg Reis, 10 kg Mehl, 4 kg Linsen, 2 Litern Speiseöl sowie Zucker, Salz, Tee und Gewürzen. Mit 29.953 Euro konnten sogar mehr Familien versorgt werden als ursprünglich geplant. Insgesamt erreichten wir 451 Familien im Ort Kodaikanal mit den ausgiebigen Winterpaketen.
In Nepal sinken die Temperaturen im Winter oft auf unter 5 °C. Besonders in den Morgen- und Nachtstunden ist ein Schutz gegen die Kälte daher lebenswichtig. In Kathmandu verteilten wir an 456 arme Familien Pullover oder Jacken, Decken und Mützen. Zu den Empfängern gehörten unter anderem Tagelöhner, Menschen mit Behinderungen und Obdachlose. 13.504 Euro wurden hier für Schutz und Wärme eingesetzt. Junu, eine alleinstehende Mutter aus Kathmandu, arbeitet als Straßenreinigerin, um ihre Kinder zu versorgen. Nach Erhalt unseres Winterpakets berichtete sie Folgendes: „Meine älteste Tochter ist jetzt 8 Jahre alt und geht zur Schule. Ich habe nicht einmal die Möglichkeit, ihr eine Uniform und Schreibwaren zu kaufen. Durch das Metalldach dringt Wasser ein, und es wird sehr kalt wegen des Windes. Vielen Dank, dass Sie uns mit einer warmen Decke, einer Jacke und einer Wollmütze geholfen haben. “
Auch in Pakistan war die Not groß. In den Distrikten Muzaffargarh, Multan, Jhang, Rajanpur und Dera Ghazi Khan erhielten 250 Familien nicht nur Decken und Kleidung für Groß und Klein, sondern auch Bodenmatratzen und Kissen. Ein weiteres Projekt in Peshawar konzentrierte sich auf von Frauen geführte Haushalte. 326 Haushalte erhielten große Winterpakete mit Kleidung und Decken. Insgesamt waren in den Paketen jeweils 3 Kinder- und Jugendpullover, 2 Kinder- und Jugendjacken, ein Schal, ein Paar Kindersocken, ein Paar Erwachsenensocken, eine Kindermütze, 2 Steppdecken und ein Schultertuch für Frauen. Für dieses Winterprojekt wurden 29.700 Euro aufgewendet.
In Cox’s Bazar in Bangladesch befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt. Es besteht aus mehreren Camps, die zusammen ein Megacamp bilden und so groß wie eine Großstadt sind. Insgesamt beherbergt es über 900.000 Menschen, die hauptsächlich Rohingya sind – eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar verfolgt und aus dem Land vertrieben wurde. Der Winter trifft sie besonders hart, da sie nur in provisorischen Hütten leben, die ihnen kaum Schutz gegen die Kälte bieten. Im letzten Winter verteilte muslimehelfen Decken und Schals an 773 Flüchtlingsfamilien. Auf Anregung der lokalen Behörden konnten wir zusätzlich 257 einheimische Familien in die Verteilung einbeziehen – auch sie litten unter den schwierigen Umständen. Insgesamt kamen hier 15.550 Euro zum Einsatz.
Auch in den Camps von Hyderabad in Indien erhielten 910 Rohingya-Familien Winterhilfe: Decken, Jacken und Bettwäsche. Für die Menschen, die nur mit Gelegenheitsarbeit ihr Überleben sichern, bedeutet die Kälte oft Krankheit und Hunger. So berichtete Mohammad, ein 46-jähriger Familienvater, über die Erschwernisse seiner Familie in Hyderabad: „Ich arbeite als Tagelöhner, doch mein Einkommen reicht kaum, um die Grundbedürfnisse meiner Familie zu decken. Manchmal mussten meine Kinder hungrig schlafen, was sehr schwer zu ertragen war, insbesondere bei sechs Kindern. Im Winter hatten wir keine angemessene Kleidung, um uns vor der eisigen Kälte zu schützen. In dieser schwierigen Zeit erhielt ich die Winterhilfe von muslimehelfen mit einer dicken Decke, Bettwäsche und einer Jacke. Ich bin sehr dankbar für dieses Hilfspaket, das meine Kinder nun vor der Kälte schützt. Alhamdulillah, es erleichtert uns das Leben sehr. Möge Allah Euch reichlich segnen.“
Auch im südlichen Afrika, wo die Winter von Juni bis August dauern, während wir auf der Nordhalbkugel mitten im Sommer sind, konnten mehrere Projekte umgesetzt werden. In Malawi führten wir unsere Winterhilfe von Mitte Juni bis Mitte Juli 2024 durch. Insgesamt erhielten 575 Familien in den Distrikten Mulanje und Phalombe je eine dicke Decke. Vor allem die kalten Nächte machen den Menschen dort zu schaffen, weshalb diese einfache Hilfe eine große Erleichterung bedeutete.
In Südafrika wurden gleich zwei Hilfsaktionen durchgeführt: In den Provinzen Gauteng und Nordwest erhielten 1.000 bedürftige Familien jeweils eine Decke und ein Set aus einer Mütze, einem Paar Handschuhe und einem Schal. Die Projektkosten beliefen sich hier auf 16.484 Euro. In Johannesburg bekamen 350 Familien Decken und 350 Kinder ein eigenes Winterbekleidungspaket, bestehend aus einem Kindertrainingsanzug, einem Paar Handschuhe, einem Paar Wintersocken und einer Wintermütze. Die Kosten lagen hier bei 9.982 Euro. Maryam, eine 61-jährige Frau aus der Provinz Gauteng, bedankte sich mit folgenden Worten: „Ich bin muslimehelfen so dankbar, dass sie mir bei diesem extrem kalten Wetter eine warme Decke zur Verfügung gestellt haben. Da wir keinen Strom haben, können wir keine Heizungen benutzen. Ich bin Euch so dankbar. Möge Allah Euch reichlich belohnen.”
Auch in Simbabwe sind Decken und warme Kleidung für viele Familien Luxus. Die meisten bedürftigen Familien leben von kleinen landwirtschaftlichen Tätigkeiten oder Gelegenheitsjobs und verfügen nicht über ausreichend finanzielle Mittel, um sich mit warmen Wintersachen einzudecken. Im Juli 2024 verteilten wir daher an 866 bedürftige Familien Decken und an 380 Kinder warme Trainingsanzüge, Mützen und Handschuhe. Mit 34.769 Euro halfen wir so vielen Menschen den Winter gesund zu überstehen.
Auch in Europa gibt es Regionen, in denen die Winter für viele Menschen schwer zu überstehen sind. Besonders spürbar ist das in der Ukraine, die nach wie vor unter den Folgen des Krieges leidet. Einige Familien haben ihr Zuhause verloren und mussten in andere Landesteile fliehen. Im Winter steht für sie an erster Stelle die Frage: „Wie können wir uns warmhalten?“ In den Regionen Kiew, Charkiw und Odessa erhielten deshalb 150 geflüchtete Familien je eine warme Decke und ein elektrisches Heizgerät. Für diese Winterhilfe wurden 25.628 Euro eingesetzt.
Während die Menschen in der Ukraine vor allem durch die Folgen des Krieges leiden, sind es in Bosnien und Herzegowina die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Winter für viele kaum erträglich machen. Holz und Kohle sind teuer, Sozialleistungen decken die Kosten nicht ab. Vor allem arme Familien, ältere Menschen und Waisen sind betroffen. Im Kanton Tuzla erhielten deshalb 50 Familien jeweils zwei Raummeter gespaltenes Brennholz. Darüber hinaus gingen 26 Tonnen Kohle an das Aufnahmezentrum Duje, in dem Obdachlose und Menschen mit Behinderungen aufgenommen und versorgt werden. So konnten 440 weitere Bedürftige den Winter in Wärme überstehen. Die Projektkosten lagen bei 10.500 Euro.
Bei einem zweiten Winterprojekt in Bosnien und Herzegowina lag der Fokus auf Waisenfamilien. In den Kantonen Sarajevo, Tuzla und Zenica-Doboj erhielten 93 Waisenfamilien je zwei Raummeter gespaltenes Brennholz. Verwendet wurden hierfür 17.500 Euro. Eine 53-jährige Mutter von zwei Waisenkindern bringt ihre Dankbarkeit mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Assalamu alaikum lieber Spender, mein Name ist Nezira und ich bin Mutter von zwei Töchtern […]. Da ich arbeitslos bin und die kalten Tage schon begonnen haben, bedeutet uns die Brennholzspende sehr viel. Wir danken dem Spender muslimehelfen. Gott segne Euch und Eure Familien. Wir wünschen Euch gute Gesundheit und senden Euch viele Grüße aus Bosnien.”
Auch wir möchten unseren Dank an unsere Spenderinnen und Spender aussprechen: Durch Eure Spenden konnten wir während der Winterhilfe 2024–25 erneut tausenden Menschen in Asien, Afrika und Europa Wärme, Schutz und Hoffnung schenken. Jedes Projekt, jedes Paket, jede Decke – es sind Zeichen der Barmherzigkeit, die durch Euch möglich wurden. Möge Allah Euch reichlich belohnen, Eure Spenden annehmen und Euch mit Barakah erfüllen! Amin