Unterwegs für muslimehelfen

Bruder Jusuf über Projektreisen, bewegende Begegnungen und Hilfe, die ankommt

Bruder Jusuf v. Denffer ist Projektadmin bei muslimehelfen. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen vor Ort, die Herausforderungen von Projektreisen und warum ihn jede Begegnung bestärkt.

Welche Reise ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Jusuf: „Die Projektreise nach Indonesien im April 2025. Es war meine erste Reise für muslimehelfen. Ich habe innerhalb von 14 Tagen an 26 Treffen teilgenommen und Kontakt zu über 450 Personen gehabt – darunter Projektpartner, Helfer und Begünstigte. Der direkte Austausch vor Ort ist eines unserer wichtigsten Ziele.“

Wie läuft eine Projektreise hinter den Kulissen ab?

Jusuf: „Wir machen uns vor Ort ein Bild der Lage und besprechen mit den Partnern, welche Hilfen sinnvoll sind. Wichtig ist auch der Austausch mit den Partnern selbst: Sie nehmen oft stundenlange Fahrten durch unwegsames Gelände auf sich, um die Hilfe zu den Menschen zu bringen. Ohne sie läuft nichts.“

Was erlebt man vor Ort, das Fotos und Videos nicht zeigen können?

Jusuf: „Dass die Mittel begrenzt sind und wir nicht jedem helfen können. Not und Armut nehmen weiter zu. Mich stimmt es nachdenklich, dass wir Auswahlen treffen müssen, aber es erfüllt mich auch mit Dankbarkeit zu sehen, wie sehr die gegenseitige Hilfe Not lindern kann.“

Gab es eine Begegnung, die Du nie vergessen wirst?

Jusuf: „Im Juli 2025 traf ich Schwester Shakilah im südafrikanischen Benoni. Sie hatte 2023 an einem von uns finanzierten Nähkurs teilgenommen. Trotz schwieriger Umstände blickte sie mit Geduld und Vertrauen auf Allah (swt) in die Zukunft. Mittlerweile hat sich ihre Situation deutlich verbessert – ein bewegendes Beispiel dafür, dass sich Helfen lohnt.“

Welchen Herausforderungen begegnest Du auf Reisen?

Jusuf: „Organisatorisch ist es eine Reizaufgabe: Flüge, Unterkünfte und Treffen müssen exakt getaktet sein.

Kulturell passe ich mich stets den Einheimischen an – wenn ohne Besteck gegessen wird, esse ich mit den Händen. Was mich persönlich fordert, sind die stundenlangen Autofahrten zu abgelegenen Projekten.“

Was hat Dich am meisten überrascht?

Jusuf: „Die tiefe Verbundenheit der Geschwister im Ausland zu uns in Deutschland. Das Ummah-Gefühl wird dort sehr authentisch gelebt. Obwohl die Menschen selbst wenig haben, teilen sie herzlich gern.“

Welche konkrete Wirkung konnten Spenderinnen und Spender ermöglichen?

Jusuf: „Drei Beispiele verdeutlichen die langfristige Wirkung:

  • Kenia (Tawfiq Hospital in Malindi): Seit fast 20 Jahren unterstützt; medizinisch auf Top-Niveau und für alle Menschen offen.
  • Kambodscha: Näh-, Englisch- und Computerkurse schenken Erwachsenen und Kindern seit 15 Jahren Perspektiven.
  • Burundi (Muslime Helfen School in Bujumbura): Seit 2010 ein sicherer Lern- und Zufluchtsort für Waisenkinder. “

Was möchtest Du den Unterstützern sagen?

Jusuf: „Herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung! Möge Allah (swt) Sie reich belohnen. Bitte helfen Sie weiterhin mit, den Alltag bedürftiger Menschen zu erleichtern. Jede Spende bewirkt etwas.“

Auf welche zukünftigen Projekte freust Du Dich besonders?

Jusuf: „Auf die Wiederaufnahme von 70 Waisenjungen in Bujumbura (Burundi) in unsere Waisenhilfe sowie ein Nähmaschinen-Projekt in Südafrika für 17 ehemalige Kurskolleginnen von Schwester Shakilah.“

 

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Bruder Jusuf.

Möge Allah (swt) Dich beschützen und alle Helfer belohnen!

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