Die Begünstigten bedanken sich

Berichte und Erfahrungen aus den Projektreisen – Malawi und Kenia

Jusuf v.Denffer
Malawi: Wärmende Decken für die Begünstigten, 2025.

In diesem Jahr, 2025, hat alhamdulillah das Reisen zu den Partnern und den Begünstigten der Projekte von muslimehelfen im Ausland wieder begonnen. Darauf bin ich bereits in unserer letzten Ausgabe bei den Schilderungen zu den Dörfern Linge und Penaron in Aceh, Indonesien, eingegangen. Neben Indonesien hat die Projektabteilung von muslimehelfen aber auch Reisen nach Bosnien, Pakistan, Südafrika, Malawi, Simbabwe, Kenia und Tansania unternommen. Ziel der Reisen war es, sich vor Ort ein eigenes Bild von den Lebensumständen der Begünstigten und den Bedingungen für die Projektumsetzungen zu machen. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass die Reisen nach Bosnien und Pakistan von unserer Projektmanagerin Schwester Kashfa Butt durchgeführt wurden (auf S. 12-14) und ich die übrigen Reisen zu den afrikanischen Ländern getätigt habe. Die Reisen und Schilderungen darüber könnten allein bereits eine gesamte Ausgabe füllen. Doch ich möchte den Blick wesentlich auf zwei Länder und bestimmte Projektumsetzungen dort lenken: Malawi und Kenia.

Malawi wurde gemeinsam mit den Ländern Südafrika und Simbabwe im Monat Juli von mir besucht, als auf der Südhalbkugel Winter war. Anders als in unserem europäischen Winter mit Schnee, Eisregen und Minusgraden hat man es in den drei Ländern des südlichen Afrikas mit anderen Herausforderungen zu tun. Die Monate Juli und August sind in diesem Sinne die kältesten Monate des Jahres, da es zwar tagsüber bei Sonnenschein 20 Grad erreichen kann, die Temperaturen nach Sonnenuntergang jedoch beständig unter 10 Grad sinken. Die Tage sind im Winter wie bei uns von einer kurzen Tageslichtdauer geprägt und die niedrigen Temperaturen halten meistens länger als zwölf Stunden an. Zudem besitzen viele Menschen keine beheizte Unterkunft und werden bei den anhaltend niedrigen Temperaturen schnell krank. Einen Arztbesuch und die Einnahme von Medikamenten können sich nicht alle Betroffenen leisten, sodass sie krank bleiben und das führt leider oft zu Todesfällen.

Seit einigen Jahren setzt muslimehelfen in diesen drei Ländern Winterhilfe-Projekte mit seinen Partnern um (auf S. 5), bei denen wärmende Decken und teilweise auch wärmende Kleidungsstücke an Bedürftige verteilt werden. So bleibt den Betroffenen zumindest während der langanhaltenden kalten Tagesabschnitte die Wärme erhalten und sie können Erkrankungen vermeiden. In Malawi, Südafrika und Simbabwe konnte ich im Juli dieses Jahres bei den Verteilungen der wärmenden Decken vor Ort anwesend sein und mir so einen direkten Eindruck von den Lebensbedingungen der Begünstigten verschaffen.

Neben der Verteilung von Decken durch die Winterhilfe war Malawi auch deswegen interessant, weil muslimehelfen dort in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit seinem Partner das Projekt zur Kleinbauernhilfe umgesetzt hat. Abgesehen von kleinen Unterschieden bestand das Projekt darin, die zu unterstützenden Kleinbauern mit Saatgut und Dünger zu versorgen, damit sie Mais für sich und ihre Familien anbauen und von den Ernteerträgen leben können. Der Mais ist ein Grundnahrungsmittel in Malawi, aber seit Jahren herrscht dort eine anhaltende Dürre, die die übliche Bewirtschaftung der Maisfelder sehr erschwert bis unmöglich macht. Die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes und eine hohe Inflationsrate verhindern zusätzlich, dass sich die Kleinbauern den Kauf von Saatgut und Dünger überhaupt leisten können. Angesichts dieser Schwierigkeiten war die Kleinbauernhilfe von muslimehelfen in den letzten Jahren eine der wenigen Möglichkeiten, eine ausreichende Maisernte zu gewährleisten.

Malawi: Dünger und Saatgut für die Kleinbauern und ihre Familien, 2024.

Im Dezember 2024 konnten 85 Kleinbauernfamilien im Distrikt Kasungu in Malawi mit je 5 kg Maissamen sowie je 50 kg NPK- und UREA-Dünger unterstützt werden. Dadurch war es ihnen möglich, ihren Lebensunterhalt durch den Maisanbau und die anschließende Ernte zu sichern. Wenn man dann die Worte der 33-jährigen Dorothy liest: „Vielen Dank, dass ihr mir Samen und Dünger gegeben habt. Möge Allah Euch leiten und Euch das Beste in diesem und im nächsten Leben gewähren.“, spürt man ihre tiefe Dankbarkeit und weiß zugleich, dass die Kleinbauern in Malawi auf diese Unterstützung wirklich angewiesen sind. 

Ich wollte die Reise nach Malawi nutzen, um die Kleinbauern zu treffen und einen Einblick zu erhalten, wie die letzte Maisernte für sie ausgefallen war. Am 3. Juli 2025 kam ich gemeinsam mit unserem Partner aus Malawi nach einer 90-minütigen Autofahrt um 9:02 Uhr im Dorf Santhe im Distrikt Kasungu an. Dort waren im Dezember 2024 Saatgut und Dünger an die Kleinbauern verteilt worden und wir wurden bereits von den Dorfbewohnern erwartet. Der Dorfälteste Jackson hieß uns im Namen des Dorfes herzlich willkommen. Nach einem Austausch über die Verteilung im vergangenen Dezember bedankten sich die begünstigten Kleinbauern und baten zugleich darum, auch für die nächste Aussaat wieder Saatgut und Dünger zu erhalten. Anschließend begaben wir uns auf die umliegenden Felder. Wie erwartet lagen die Felder brach, da die Ernte bereits vor einigen Monaten eingefahren worden war. Trotzdem war ich etwas erstaunt über den Zustand der Felder, da sie aufgrund der Dürre sehr ausgetrocknet waren.

Nun wollte ich wissen, wie die Ernte ausgefallen war, und bat einige Kleinbauern, mir die Bestände in ihren Häusern zu zeigen. Jackson war sehr bereitwillig, mir seine Ernte zu zeigen und mir Auskunft zu geben. Bei ihm zu Hause angekommen, zeigte er mir zwei 50-kg-Säcke mit Maiskolben und zwei weitere mit geschroteten Maiskernen. Gewöhnlich erntete er vier Säcke zu je 50 kg, bevor er die Unterstützung von muslimehelfen erhielt. In diesem Jahr war es ihm möglich gewesen, zwölf Säcke Mais zu je 50 Kilogramm zu ernten. Davon hatte er bereits acht Säcke für den Lebensunterhalt seiner erwachsenen Kinder, weiterer Verwandter, für sich und seine Frau verwendet. Bis zur nächsten Ernte im Frühjahr würden die vier übrigen Säcke ausreichen, die zuvor eine ganze Jahresernte gewesen waren und zum Leben nicht ausgereicht hatten. In diesem Jahr konnte er sogar seine Verwandten unterstützen – alhamdulillah, diese Ernte war wirklich gut für Jackson.

Malawi: Ein brachliegendes Feld während der anhaltenden Dürre in Santhe.
Malawi: Maiskolben aus der Ernte.

Bei einem weiteren Kleinbauern konnte ich Ähnliches beobachten. Zuvor, so teilte er mir mit, war er ohne die Unterstützung von muslimehelfen in der Lage gewesen, 20 Säcke zu je 50 kg Mais zu ernten. Das reichte für ihn und seine Familie aber kaum zum Leben aus. In diesem Jahr konnte er 60 Säcke Mais zu je 50 kg ernten – maschallah diese Ernte war wirklich reichlich. Bei meinem kurzen Besuch in Santhe konnte ich nicht alle begünstigten Kleinbauern besuchen. Die stichprobenartige Durchsicht der Ernteerträge lieferte mir jedoch Zahlen, die wir in der Projektabteilung von muslimehelfen zuvor nicht hatten, und gewährte uns einen zusätzlichen Einblick, wie wirkungsvoll und hilfreich die Kleinbauernhilfe von´muslimehelfen in Malawi doch gewesen ist.

Malawi: Maiskerne aus der Ernte.

Im August dieses Jahres besuchte ich unseren Partner in der kenianischen Küstenstadt Malindi, um über die Projektumsetzungen und die Situation der Begünstigten vor Ort zu erfahren. Die Zusammenarbeit mit unserem Partner in Kenia besteht seit dem Jahr 2000 und 25 Jahre Unterstützung der Bedürftigen in Kenia sind, maschallah und alhamdulillah, eine beachtliche Zeit! Wie bereits in den vergangenen Ausgaben geschildert, ist das Tawfiq Hospital in Malindi für muslimehelfen ein langfristiges Projekt. Während meines Besuchs in Malindi hatte ich die Gelegenheit, das Tawfiq Hospital zu besichtigen. Ich war wirklich vom Ausmaß der vorhandenen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten beeindruckt.

Kenia: Außenansicht auf das Tawfiq Hospital in Malindi.
Kenia: Im Behandlungsraum für die Chemotherapie im Tawfiq Hospital in Malindi.

In mehreren miteinander verbundenen, vierstöckigen Gebäuden sind neben der Anmeldung und einer eigenen Hausapotheke zahlreiche unterschiedliche Kliniken und Stationen untergebracht. So befinden sich eine Zahnklinik, eine Augenklinik, eine chirurgische Abteilung, eine allgemeine Arztpraxis, eine gynäkologische Abteilung, eine Entbindungs- und Neugeborenenstation, eine MutterKind-Station, eine Krebsstation, eine Dialysestation, eine Physiotherapieabteilung, eine Röntgenabteilung, mehrere Operationssäle sowie eine Notaufnahme mit einem Krankenwagen auf dem Gelände des Tawfiq Hospitals. In vielen dieser Bereiche hat muslimehelfen in den letzten Jahren zahlreiche medizinische Geräte, Instrumente, Zubehör und den Krankenwagen wie auch die Einrichtung von Kliniken und Stationen finanziert und somit wesentlich zur medizinischen Versorgung in Malindi und Umgebung beigetragen.

Daneben hat in den letzten fünf Jahren die Bedeutung der Hungerhilfe bei den Projekten in Kenia zugenommen. Die Begünstigten erhalten Lebensmittelpakete, da sie aufgrund von Naturkatastrophen wie Überflutungen und anhaltender Dürren ihre Dörfer verlassen mussten und sich als Viehzüchter und Bauern nicht mehr selbst versorgen können. Bei den Begünstigten handelt es sich oft um Dorfbewohner, die von der Regierung umgesiedelt wurden. Während meines Besuchs in Kenia hatte ich die Gelegenheit, einige dieser Begünstigten im Ort Minjila im Tana River Distrikt zu treffen. Unser Partner in Kenia hat dort auf Anfrage der umgesiedelten Dorfbewohner während einer Verteilung der Hilfsgüter für die Hungerhilfe zwei kleine Moscheen und zwei Brunnen errichtet. 

Am Freitag, dem 22. August, wusch ich mir in Minjila am Brunnen neben der Al Thureya Moschee die Hände. Das Team unseres kenianischen Partners hatte mich bereits vorgewarnt, dass das Wasser an diesem Brunnen salzig ist und sich zwar für die Gebetswaschung, jedoch nicht als Trinkwasser eignet. Während ich mir die Hände wusch, probierte ich etwas von dem Wasser. Tatsächlich war es sehr salzig und als Trinkwasser ungeeignet. Bevor das Freitagsgebet begann, wollte ich noch mit Bruder Mohamed sprechen. Er untersucht im Auftrag der kenianischen Regierung die Lebensbedingungen der umgesiedelten Dorfbewohner und die klimatischen Verhältnisse im Tana River Distrikt.

Zunächst bedankte er sich für die seit fünf Jahren geleistete Unterstützung von muslimehelfen bei der Hungerhilfe in den verschiedenen Regionen Kenias. Er fügte hinzu, dass für die nächsten Unterstützungsmaßnahmen von muslimehelfen bei der Hungerhilfe neben der Bereitstellung von Lebensmitteln auch die Bereitstellung von Medikamenten dringend erforderlich ist. Zwar habe die Dürre in diesem Jahr eine kleine Pause eingelegt, für die kommenden Jahre verhießen die klimatischen Prognosen jedoch nichts Gutes und man müsse mit einer sehr langen und schwerwiegenden Dürre rechnen. Mit diesen
Informationen begab ich mich zum Freitagsgebet. Im anschließenden Gespräch mit den Begünstigten waren Lebensmittel und Medikamente erneut ein Thema. 

Auch von der Noor Al Islam Moschee, der anderen Moschee in Minjila, wurden wir zu einem Gesprächsaustausch mit den Begünstigten gebeten. Ich sprach die benötigten Lebensmittel und Medikamente für die nächste Unterstützung von muslimehelfen bei der Hungerhilfe an. Einer der Begünstigten entgegnete mir freundlich: „Das Wasser am Brunnen hier können wir nicht trinken. Lebensmittel und Medikamente sind auch wichtig, aber ohne Trinkwasser können wir hier nicht lange bleiben.“ Ich bedankte mich sofort für diesen wichtigen Hinweis und gab ihm voll und ganz recht. Als Begünstigter und direkt
Betroffener wusste er am besten, was am dringendsten zu tun war und welche Unterstützung muslimehelfen leisten sollte. Zwar hatte ich vor dem Freitagsgebet das salzige Wasser probiert, allerdings war aber mir dabei noch nicht das gesamte Ausmaß der Auswirkungen für die Betroffenen vor Ort klar.

Kenia: Der Brunnen bei der Al Thureya Moschee in Minjila.

Mit diesen Eindrücken und Berichten möchte ich das Erlebte auf den Projektreisen wiedergeben und gleichzeitig aufzeigen, wie wertvoll und nützlich die gemachten Erfahrungen aus den direkten Gesprächen mit den Partnern und insbesondere mit den Begünstigten für die Vorbereitung und Umsetzung von Projekten bei muslimehelfen sind. Dies ist jedoch nur möglich, wenn Reisen zu den Partnern und Begünstigten vor Ort stattfinden, bei denen solche
Gespräche und Erkenntnisse entstehen. Die nächsten Reisen sind auch schon in der Planung und inschallah können mir die Begünstigten vor Ort dann wieder verdeutlichen, was für eine Hilfe sie konkret benötigen.

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Berichte und Erfahrungen aus den Projektreisen – Malawi und Kenia

Zugehöriges Projekt

Ein Rückblick auf die Winterhilfe 2024-25

Miriam Laiouar

Wenn die Temperaturen fallen, wird Kälte vielerorts zu einer echten Herausforderung – vor allem dort, wo Heizmöglichkeiten, warme Kleidung oder ein sicherer Unterschlupf fehlen. Dank Eurer Spenden konnte muslimehelfen während der letzten Wintersaison an 15 verschiedenen Orten, über Kontinente hinweg, helfen – mit Decken, Kleidung, Lebensmitteln und Heizmaterial.

Verteilung von Decken und Kleidung in Südasien

Bangladesch: Ein Junge kann seine Freude über das Winterpaket kaum verbergen.

Besonders in Südasien, wo die Menschen über den Großteil des Jahres Hitze gewohnt sind, macht der Winter vielen Familien zu schaffen. Kaum jemand besitzt Winterkleidung, die Häuser sind schlecht isoliert, und dicke Decken und Jacken sind Luxus.

In Bangladesch spüren das vor allem Tagelöhner, Rikscha-Fahrer und Kleinbauern. Sie arbeiten hart, doch ihr Einkommen reicht nicht aus, um für den Winter vorzusorgen. In den Distrikten Dinajpur und Lalmonirhat konnten ganze 1.430 Familien mit Decken und Schals unterstützt werden. Mit Spenden in Höhe von 21.500 Euro konnte so Wärme an eine Vielzahl bedürftiger Familien verteilt werden.

Indien: Gousiya und ihre drei Kinder freuen sich über das Winterpaket.

Auch in Indien konnte Hilfe geleistet werden. In Dharwad erhielten 750 besonders arme Familien je eine dicke Decke, Jacken sowie ein Bettlaken-Set. Für das Projekt standen 18.000 Euro zur Verfügung. Gousiya, eine 32-jährige Mutter von drei Kindern, erzählt, wie sehr sich ihr Leben durch die Winterhilfe verändert hat: „Wir hatten nichts, womit wir uns vor der Kälte schützen konnten. Alhamdulillah, heute haben wir von muslimehelfen ein Winterpaket bekommen. Jetzt können meine Kinder warm schlafen, ohne Sorgen. Es wäre für mich unmöglich gewesen, solche hochwertigen Wintersachen zu kaufen. Ich bete von Herzen, dass Allah die Spender reichlich segnet.”

Ihre Familie lebte bislang mit selbstgenähten Tüchern als Decken, die Kinder waren ständig krank. Erst das Winterpaket aus Decke, Jacken und Bettlaken brachte Erleichterung.

Indien: Gousiya und ihre drei Kinder freuen sich über das Winterpaket.

Nicht nur Kleidung, auch Nahrung war ein Thema: In der indischen Berglandschaft Kodaikanal arbeiten viele Tagelöhner auf Kaffee- und Pfefferplantagen. Für sie bedeutet der Winter nicht nur Kälte, sondern auch weniger Arbeit und Hunger. Um sie und ihre Familien zu entlasten, verteilten wir Decken, Schlafunterlagen und zusätzlich große Lebensmittelpakete mit 25 kg Reis, 10 kg Mehl, 4 kg Linsen, 2 Litern Speiseöl sowie Zucker, Salz, Tee und Gewürzen. Mit 29.953 Euro konnten sogar mehr Familien versorgt werden als ursprünglich geplant. Insgesamt erreichten wir 451 Familien im Ort Kodaikanal mit den ausgiebigen Winterpaketen.

In Nepal sinken die Temperaturen im Winter oft auf unter 5 °C. Besonders in den Morgen- und Nachtstunden ist ein Schutz gegen die Kälte daher lebenswichtig. In Kathmandu verteilten wir an 456 arme Familien Pullover oder Jacken, Decken und Mützen. Zu den Empfängern gehörten unter anderem Tagelöhner, Menschen mit Behinderungen und Obdachlose. 13.504 Euro wurden hier für Schutz und Wärme eingesetzt. Junu, eine alleinstehende Mutter aus Kathmandu, arbeitet als Straßenreinigerin, um ihre Kinder zu versorgen. Nach Erhalt unseres Winterpakets berichtete sie Folgendes: „Meine älteste Tochter ist jetzt 8 Jahre alt und geht zur Schule. Ich habe nicht einmal die Möglichkeit, ihr eine Uniform und Schreibwaren zu kaufen. Durch das Metalldach dringt Wasser ein, und es wird sehr kalt wegen des Windes. Vielen Dank, dass Sie uns mit einer warmen Decke, einer Jacke und einer Wollmütze geholfen haben. “

Pakistan: Große Winterpakete aus Decken, Kleidung, Matratzen und Kissen kommen in Dera Ghazi Khan an.

Auch in Pakistan war die Not groß. In den Distrikten Muzaffargarh, Multan, Jhang, Rajanpur und Dera Ghazi Khan erhielten 250 Familien nicht nur Decken und Kleidung für Groß und Klein, sondern auch Bodenmatratzen und Kissen. Ein weiteres Projekt in Peshawar konzentrierte sich auf von Frauen geführte Haushalte. 326 Haushalte erhielten große Winterpakete mit Kleidung und Decken. Insgesamt waren in den Paketen jeweils 3 Kinder- und Jugendpullover, 2 Kinder- und Jugendjacken, ein Schal, ein Paar Kindersocken, ein Paar Erwachsenensocken, eine Kindermütze, 2 Steppdecken und ein Schultertuch für Frauen. Für dieses Winterprojekt wurden 29.700 Euro aufgewendet.

Rohingya-Hilfe: Wärme im Exil

In Cox’s Bazar in Bangladesch befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt. Es besteht aus mehreren Camps, die zusammen ein Megacamp bilden und so groß wie eine Großstadt sind. Insgesamt beherbergt es über 900.000 Menschen, die hauptsächlich Rohingya sind – eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar verfolgt und aus dem Land vertrieben wurde. Der Winter trifft sie besonders hart, da sie nur in provisorischen Hütten leben, die ihnen kaum Schutz gegen die Kälte bieten. Im letzten Winter verteilte muslimehelfen Decken und Schals an 773 Flüchtlingsfamilien. Auf Anregung der lokalen Behörden konnten wir zusätzlich 257 einheimische Familien in die Verteilung einbeziehen – auch sie litten unter den schwierigen Umständen. Insgesamt kamen hier 15.550 Euro zum Einsatz.

Indien: Voller Freude schlüpfen Rohingya-Kinder in ihre neuen Winterjacken.

Auch in den Camps von Hyderabad in Indien erhielten 910 Rohingya-Familien Winterhilfe: Decken, Jacken und Bettwäsche. Für die Menschen, die nur mit Gelegenheitsarbeit ihr Überleben sichern, bedeutet die Kälte oft Krankheit und Hunger. So berichtete Mohammad, ein 46-jähriger Familienvater, über die Erschwernisse seiner Familie in Hyderabad: „Ich arbeite als Tagelöhner, doch mein Einkommen reicht kaum, um die Grundbedürfnisse meiner Familie zu decken. Manchmal mussten meine Kinder hungrig schlafen, was sehr schwer zu ertragen war, insbesondere bei sechs Kindern. Im Winter hatten wir keine angemessene Kleidung, um uns vor der eisigen Kälte zu schützen. In dieser schwierigen Zeit erhielt ich die Winterhilfe von muslimehelfen mit einer dicken Decke, Bettwäsche und einer Jacke. Ich bin sehr dankbar für dieses Hilfspaket, das meine Kinder nun vor der Kälte schützt. Alhamdulillah, es erleichtert uns das Leben sehr. Möge Allah Euch reichlich segnen.“

Winterhilfe im südlichen Afrika

Auch im südlichen Afrika, wo die Winter von Juni bis August dauern, während wir auf der Nordhalbkugel mitten im Sommer sind, konnten mehrere Projekte umgesetzt werden. In Malawi führten wir unsere Winterhilfe von Mitte Juni bis Mitte Juli 2024 durch. Insgesamt erhielten 575 Familien in den Distrikten Mulanje und Phalombe je eine dicke Decke. Vor allem die kalten Nächte machen den Menschen dort zu schaffen, weshalb diese einfache Hilfe eine große Erleichterung bedeutete.

In Südafrika wurden gleich zwei Hilfsaktionen durchgeführt: In den Provinzen Gauteng und Nordwest erhielten 1.000 bedürftige Familien jeweils eine Decke und ein Set aus einer Mütze, einem Paar Handschuhe und einem Schal. Die Projektkosten beliefen sich hier auf 16.484 Euro. In Johannesburg bekamen 350 Familien Decken und 350 Kinder ein eigenes Winterbekleidungspaket, bestehend aus einem Kindertrainingsanzug, einem Paar Handschuhe, einem Paar Wintersocken und einer Wintermütze. Die Kosten lagen hier bei 9.982 Euro. Maryam, eine 61-jährige Frau aus der Provinz Gauteng, bedankte sich mit folgenden Worten: „Ich bin muslimehelfen so dankbar, dass sie mir bei diesem extrem kalten Wetter eine warme Decke zur Verfügung gestellt haben. Da wir keinen Strom haben, können wir keine Heizungen benutzen. Ich bin Euch so dankbar. Möge Allah Euch reichlich belohnen.”

Simbabwe: Herzerwärmender Moment bei der Übergabe warmer Kinderkleidung.

Auch in Simbabwe sind Decken und warme Kleidung für viele Familien Luxus. Die meisten bedürftigen Familien leben von kleinen landwirtschaftlichen Tätigkeiten oder Gelegenheitsjobs und verfügen nicht über ausreichend finanzielle Mittel, um sich mit warmen Wintersachen einzudecken. Im Juli 2024 verteilten wir daher an 866 bedürftige Familien Decken und an 380 Kinder warme Trainingsanzüge, Mützen und Handschuhe. Mit 34.769 Euro halfen wir so vielen Menschen den Winter gesund zu überstehen.

Europa: Wärme in Zeiten von Krieg und Kälte

Auch in Europa gibt es Regionen, in denen die Winter für viele Menschen schwer zu überstehen sind. Besonders spürbar ist das in der Ukraine, die nach wie vor unter den Folgen des Krieges leidet. Einige Familien haben ihr Zuhause verloren und mussten in andere Landesteile fliehen. Im Winter steht für sie an erster Stelle die Frage: „Wie können wir uns warmhalten?“ In den Regionen Kiew, Charkiw und Odessa erhielten deshalb 150 geflüchtete Familien je eine warme Decke und ein elektrisches Heizgerät. Für diese Winterhilfe wurden 25.628 Euro eingesetzt.

Während die Menschen in der Ukraine vor allem durch die Folgen des Krieges leiden, sind es in Bosnien und Herzegowina die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Winter für viele kaum erträglich machen. Holz und Kohle sind teuer, Sozialleistungen decken die Kosten nicht ab. Vor allem arme Familien, ältere Menschen und Waisen sind betroffen. Im Kanton Tuzla erhielten deshalb 50 Familien jeweils zwei Raummeter gespaltenes Brennholz. Darüber hinaus gingen 26 Tonnen Kohle an das Aufnahmezentrum Duje, in dem Obdachlose und Menschen mit Behinderungen aufgenommen und versorgt werden. So konnten 440 weitere Bedürftige den Winter in Wärme überstehen. Die Projektkosten lagen bei 10.500 Euro.

Bei einem zweiten Winterprojekt in Bosnien und Herzegowina lag der Fokus auf Waisenfamilien. In den Kantonen Sarajevo, Tuzla und Zenica-Doboj erhielten 93 Waisenfamilien je zwei Raummeter gespaltenes Brennholz. Verwendet wurden hierfür 17.500 Euro. Eine 53-jährige Mutter von zwei Waisenkindern bringt ihre Dankbarkeit mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Assalamu alaikum lieber Spender, mein Name ist Nezira und ich bin Mutter von zwei Töchtern […]. Da ich arbeitslos bin und die kalten Tage schon begonnen haben, bedeutet uns die Brennholzspende sehr viel. Wir danken dem Spender muslimehelfen. Gott segne Euch und Eure Familien. Wir wünschen Euch gute Gesundheit und senden Euch viele Grüße aus Bosnien.”

Bosnien: Älterer Mann freut sich beim Erhalt von zwei Raummeter Brennholz.

Ein Dank von Herzen

Auch wir möchten unseren Dank an unsere Spenderinnen und Spender aussprechen: Durch Eure Spenden konnten wir während der Winterhilfe 2024–25 erneut tausenden Menschen in Asien, Afrika und Europa Wärme, Schutz und Hoffnung schenken. Jedes Projekt, jedes Paket, jede Decke – es sind Zeichen der Barmherzigkeit, die durch Euch möglich wurden. Möge Allah Euch reichlich belohnen, Eure Spenden annehmen und Euch mit Barakah erfüllen! Amin

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Ein Rückblick auf die Winterhilfe 2024-25

Zugehöriges Projekt

Zwischen Erinnerung und Realität – Meine Reise nach Pakistan

Kashfa Butt

Schon als Kind war Pakistan für mich mehr als nur ein Land auf der Landkarte. Es war ein Stück Zuhause in der Ferne. Fast jedes Jahr reisten wir als Familie dorthin. Für mich war es der Ort meiner schönsten Kindheitserinnerungen, das Land, in dem meine Eltern geboren und aufgewachsen sind. Die Sommerferien verbrachten wir bei den Großeltern: Das Haus war voller Leben, der Duft von frisch gekochtem Essen lag in der Luft, und die Tische waren reichlich gedeckt. In dieser kleinen Welt schien alles gut zu sein.

Doch draußen, jenseits der vertrauten Wände, begegnete ich einer anderen Realität. Menschen, die auf den Straßen bettelten. Kinder, die Blumen verkauften, um ihre Familien zu unterstützen. Szenen, die in Pakistan zum Alltag gehören und die ich als Kind nur am Rande wahrnahm, ohne sie wirklich zu verstehen. Als ich mich in diesem Jahr auf meine Projektreise nach Pakistan vorbereitete, wusste ich zwar, was mich beruflich erwartete, aber nicht, wie sehr diese Reise mein persönliches Bild von Pakistan verändern würde. Ich kannte das Land, und ich kannte die Herausforderungen aus meiner Arbeit als Projektmanagerin. Doch diese Reise hat mein Bild von Pakistan grundlegend verändert.

Am 14. April 2025 landete ich in Lahore, einer der bekannten Metropolen Pakistans, und machte mich von dort aus auf den Weg nach Multan, der Stadt, in der eine unserer beiden Partnerorganisationen ihren Sitz hat. Multan, auch bekannt als die „Stadt der Heiligen“, ist eine der ältesten Städte Südasiens, berühmt für ihre zahlreichen Schreine und ihre reiche Kultur. Auf dieser Projektreise sollte mich Bruder Riaz von unserer Partnerorganisation aus Multan begleiten, der die Reise bis ins kleinste Detail vorbereitet hatte. Insgesamt waren vier Projekte organisiert worden, die ich im Rahmen meines Aufenthalts besuchen, begleiten und bewerten konnte. Zwei davon wurden von Br. Riaz und seinem Team in Multan umgesetzt: Zum einen eine Lebensmittelverteilung in den Distrikten Multan, Muzaffargarh, D.G. Khan, Rajanpur und Jhang, zum anderen ein vierwöchiger Nähkurs für 60 bedürftige Frauen in Multan. Br. Riaz war es wichtig, dass ich auf dieser Reise nicht nur die Projekte selbst kennenlerne, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Lebensrealitäten vor Ort entwickle. Daher hatte er verschiedene Zwischenstopps eingeplant, um mir einen umfassenderen Einblick in die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten der Region zu ermöglichen. Diese Eindrücke sollten als Grundlage dienen, um zukünftige Projekte noch gezielter und nachhaltiger gestalten zu können.

Am frühen Morgen des 15. April begann meine Reise. Unsere erste Station war Choti Zareen, eine Stadt im Distrikt Dera Ghazi Khan, wo Br. Riaz freundlicherweise eine kleine Willkommenszeremonie organisiert hatte, an der auch zahlreiche Begünstigte teilnahmen. Kurz darauf trafen auch die Transporter mit den Lebensmittelpaketen ein, die an jede anwesende Familie verteilt werden sollten.

Hilfsgüter erreichen Choti Zareen

Die Verteilung war gut organisiert und verlief ruhig und strukturiert. Ich hatte dabei die Gelegenheit, mit einigen der Frauen ins Gespräch zu kommen. Dass ich Urdu, die Amtssprache Pakistans, beherrsche, vereinfachte die Kommunikation erheblich. Viele Begünstigte erzählten mir, wie sehr sie sich über die Zusammenstellung der Lebensmittel freuten. Jedes Paket enthielt 10 kg Mehl, 5 kg Reis, 3 kg Ghee, 3 Liter Speiseöl, 1 kg Zucker, 500 g Tee, 500 g Chilipulver, 500 g Gewürzmischung sowie 2 kg verschiedener Hülsenfrüchte – Kichererbsen, schwarze Linsen, Mungbohnen und rote Linsen.

In unseren Gesprächen äußerten die Frauen auch ihre Wünsche für die Zukunft: viele sprachen über den Bedarf an Bildungskursen und Erwerbshilfen – insbesondere in Form von Nähmaschinen. Einige verfügten bereits über Grundkenntnisse im Nähen und benötigten lediglich eine Maschine, um eigenständig arbeiten zu können. Andere wünschten sich eine umfassende Schulung, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Zu diesem Zeitpunkt fand bereits ein Nähkurs in Multan statt, den ich am folgenden Tag besuchen sollte. Der Halt in Choti Zareen machte mir deutlich, wie groß der Bedarf an Bildungs- und Einkommensförderungsmaßnahmen ist. 

Offener Austausch mit den Frauen während der Hilfsverteilung

Unsere nächste Station war eine Klinik in Fazilpur, eine Stadt im Distrikt Rajanpur. Die Klinik gehört Dr. Kareem, der uns herzlich empfing. Aus reiner Hilfsbereitschaft stellt er seine Räumlichkeiten regelmäßig unserer Partnerorganisation kostenlos zur Verfügung – zur Lagerung und Verteilung von Hilfsgütern für die Menschen in seiner Umgebung. In der Region genießt er großes Vertrauen. Die Menschen kennen ihn und wissen, dass er sich aufrichtig für ihr Wohl einsetzt. Wir hielten dort kurz an, um unsere Fahrzeuge mit den Lebensmittelpaketen zu beladen, die noch am selben Tag verteilt werden sollten. Einen Teil der Pakete ließen wir bei Dr. Kareem zurück, wo sie am Abend an weitere Familien ausgegeben werden sollten.

Nachdem wir die Klinik in Fazilpur verlassen hatten, setzten wir unsere Fahrt fort. Unterwegs zeigte uns Br. Riaz eine kleine Wasserstelle in einem bergigen Gebiet, das als Koh-e-Suleman bekannt ist, genauer gesagt in der Region Marri. Das Wasser dort war trüb, von graugrüner Farbe, und in der kleinen Pfütze schwammen kleine Fische und andere Wassertierchen. Trotz der offensichtlichen Verunreinigung kamen Dorfbewohner, darunter auch zwei Kinder, um ihre Flaschen mit diesem Wasser zu füllen – Wasser, das sie nicht nur zum Waschen, sondern auch zum Trinken nutzten.

Trübes Wasser als einzige Quelle – Alltag in der Region Koh-e-Suleman

Br. Riaz wollte uns an diesem Ort die drängende Wasserproblematik der Region vor Augen führen, wie viele Familien keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und täglich gezwungen sind, gesundheitliche Risiken in Kauf zu nehmen. Es war ein eindrücklicher Moment, der die Bedeutung von nachhaltigen Wasserprojekten noch einmal deutlich machte.

Nach diesem Halt fuhren wir weiter und erreichten Marri Bala, eine abgelegene Bergregion, in der die Menschen in einfachen Hütten und Zelten leben. Dort fand die nächste Lebensmittelverteilung statt. Während die Vorbereitungen liefen, kam ein Bewohner auf mich zu und bot an, mir seine Wohnsituation zu zeigen. Ich folgte ihm den Hang hinauf – zu einem kleinen Zelt aus Planen und Stoffresten, davor ein einfaches Bettgestell aus Holz und Seil. Rundherum standen einige Ziegen und Kühe, die im Abendlicht weideten.

Ein Blick in den Alltag der Bewohner von Marri Bala

Besonders im Winter wird das Leben in den Bergen hart. Wenn die Temperaturen sinken, bieten die provisorischen Zelte kaum Schutz vor Kälte und Wind. Solche Projektreisen sind wichtig, um den Bedarf vor Ort realistisch einzuschätzen und gezielt handeln zu können. Aus diesem Besuch entstand ein neues Projekt: In Rajanpur entstehen derzeit zehn vorgefertigte, solarbetriebene Fiberglashäuser für besonders bedürftige Familien – als sicherer, wetterfester Wohnraum. Im Anschluss erfolgte die vorletzte Verteilung von Lebensmitteln für diesen Tag.

Verteilung von Lebensmittelpaketen in Marri Bala

Danach kehrten wir zur Klinik in Fazilpur zurück, wo die letzte Verteilung des Tages stattfand. Währenddessen nutzte ich die Gelegenheit, um mit den Begünstigten über ihre aktuellen Bedürfnisse und Erfahrungen aus früheren Projekten zu sprechen.

Eine ältere Frau meldete sich zu Wort und erzählte, dass die Winterhilfe im vergangenen Jahr optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt war. Damals erhielten die Familien Bodenmatratzen, Steppdecken, Kopfkissen, Pullover und Schals für Männer und Frauen sowie Kinderpullover und Handschuhe. Auch in diesem Jahr ist eine ähnliche Verteilung geplant – ergänzt um Moskitonetze für Familien, die von den jüngsten Überschwemmungen betroffen sind. Pakistan wurde in diesem Jahr erneut von starken Fluten heimgesucht, weshalb mehrere Hilfsmaßnahmen angelaufen sind, um Zelte, warme Mahlzeiten und Trockenlebensmittel bereitzustellen.

Am nächsten Tag erfolgten zwei weitere Lebensmittelverteilungen in zwei Orten des Distrikts Muzaffargarh, die ich begleiten durfte. Zum Abschluss besuchte ich das Büro unserer Partnerorganisation, in dem der Nähkurs stattfand. Eine Teilnehmerin führte mich durch den Raum – die Frauen wirkten engagiert, wissbegierig und stolz auf ihre gefertigten Stücke. Einige hatten ihre Kinder dabei, weil sie keine Betreuung fanden, ließen sich davon aber nicht abhalten, aktiv mitzumachen. Der Kurs bot praktische Schulungen im Nähen, Sticken, Entwerfen und Färben und richtete sich an besonders bedürftige Frauen, darunter 14 Witwen, die gemeinsam 63 Waisenkinder versorgen. Nach erfolgreichem Abschluss erhielten alle Teilnehmerinnen eine eigene Nähmaschine, ein Nähset und ein Zertifikat.

Beispielarbeiten aus dem Nähprojekt für Frauen in Multan.

Von Multan ging es weiter nach Islamabad, die Hauptstadt Pakistans, wo ich während meines Aufenthalts untergebracht war. Unsere zweite Partnerorganisation hat ihren Sitz in Peshawar, der Hauptstadt der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, nahe der Grenze zu Afghanistan. Aufgrund der Sicherheitslage gilt die Region als sensibel, weshalb empfohlen wurde, nicht direkt in Peshawar zu übernachten.

Von Islamabad aus reiste ich weiter nach Nowshera, wo in einer Grundschule eine Verteilung von Schulmaterialien stattfand. Dort wurden 400 bedürftige Kinder, darunter 71 Waisen, mit neuen Schulutensilien ausgestattet. Obwohl der Schulbesuch kostenlos ist, können sich viele Familien die notwendigen Materialien nicht leisten. Jedes Kind erhielt ein vollständiges Schulpaket mit Ranzen, Heften, Stiften, Farben und weiterem Lernmaterial. Die Freude der Kinder war spürbar – viele hielten stolz ihre neuen Schulsachen in den Händen.

Am nächsten Tag wurde dieselbe Schule im Distrikt Nowshera in ein medizinisches Camp umgewandelt. Die Räume wurden gründlich gereinigt und als Behandlungsräume vorbereitet. Ziel war es, den Bewohnerinnen und Bewohnern einer benachteiligten Gemeinde kostenlosen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Insgesamt 630 Männer, Frauen und Kinder erhielten an diesem Tag medizinische Untersuchungen, Diagnosen und Behandlungen. Ein engagiertes Team aus Ärzten – darunter ein Allgemeinmediziner, eine Gynäkologin und ein Kinderarzt – sowie drei Krankenschwestern standen den Patienten zur Seite. Bei Bedarf wurden Labortests und Ultraschalluntersuchungen direkt vor Ort durchgeführt, und die benötigten Medikamente konnten sofort kostenlos ausgegeben werden. Besonders Frauen und Kinder profitierten von der spezialisierten Betreuung.

Trotz des großen Andrangs arbeiteten die Teams mit hoher Professionalität und großem Engagement. Gleichzeitig zeigte der Besuch, dass künftig zusätzliches medizinisches Personal hilfreich wäre, um den Bedarf noch besser decken zu können. Gerade solche Projektreisen machen deutlich, wie wertvoll die direkte Erfahrung vor Ort ist, um laufende Projekte weiterzuentwickeln und gezielt zu verbessern.

Ich kehre mit vielen Eindrücken, wertvollen Erfahrungen und neuen Ideen zurück, die ich gemeinsam mit unseren Partnern in die Entwicklung zukünftiger Projekte einfließen lassen kann. Diese Reise hat mir geholfen, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort noch besser zu verstehen und bestätigt, wie wichtig es ist, ihnen zuzuhören, um langfristig wirksame Hilfe zu leisten.

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Zwischen Erinnerung und Realität – Meine Reise nach Pakistan

Zugehöriges Projekt

Große Projekte, große Wirkung – Rückblick auf unsere nachhaltigsten Projekte

Miriam Laiouar und Kashfa Butt

muslimehelfen blickt in diesem Jahr auf 40 Jahre Projektarbeit zurück. In dieser Zeit konnten zahlreiche Hilfsprojekte entstehen, wachsen und sich nachhaltig etablieren – Projekte, die auf langfristige Wirkung und nachhaltige Verbesserung abzielen. Zum Jubiläum möchten wir einige der langjährigsten und prägendsten Projekte vorstellen, die zeigen, wie gezielte Hilfe echte Perspektiven schaffen und das Leben vieler bedürftiger
Menschen auf lange Sicht verbessern kann.

Das Tawfiq Hospital in Kenia – eine Erfolgsgeschichte

Malindi, Kenia: Tawfiq Hospital

Das Tawfiq Hospital in Malindi wurde 1992 von unserer Partnerorganisation in Kenia gegründet. Was einst als kleines medizinisches Zentrum mit nur fünf Mitarbeitenden begann, hat sich dank kontinuierlicher finanzieller Unterstützung zu einem voll ausgestatteten Krankenhaus mit über 230 Mitarbeitenden, mehr als 85 Betten und einem 24-Stunden-Betrieb entwickelt. Die Zusammenarbeit mit muslimehelfen begann im Jahr 2007 mit der Finanzierung der ersten „Woche der Barmherzigkeit“. Während dieser Aktionswoche wurden im Tawfiq Hospital dringend notwendige Operationen für bedürftige Patientinnen und Patienten kostenfrei durchgeführt. Viele von ihnen warteten bereits seit Jahren auf einen chirurgischen Eingriff, konnten sich diesen aber finanziell nicht leisten. Durch die Unterstützung von muslimehelfen in Höhe von 7.855 € konnten damals 70 Menschen erfolgreich operiert werden. In den folgenden Jahren wurden weitere medizinische Camps vom Krankenhaus organisiert und ebenfalls von muslimehelfen gefördert. Darüber hinaus ermöglichte die Zusammenarbeit Projekte zur Anschaffung medizinischer Geräte sowie den Ausbau verschiedener Fachbereiche.
Zu den Meilensteinen dieser Partnerschaft zählen unter anderem die Anschaffung eines Stromgenerators (2007), eines Autorefrakto-Keratometers zur Diagnose von Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (2011), ein modernes Röntgengerät (2013), Inkubatoren für Neugeborene (2014), ein Rettungswagen (2015), sowie Anästhesiegeräte und Patientenmonitore (2019 und 2024). Auch die Erweiterung des Krankenhauses wurde durch muslimehelfen unterstützt. 2018 wurde ein neues Ambulanzgebäude errichtet, 2020 die Dialyseabteilung ausgebaut und 2021 eine eigene Krebsstation mit einem Pallia-tivbereich eröffnet, um Patientinnen und Patienten in der letzten Lebensphase bestmöglich versorgen zu können. Die jüngste Maßnahme wurde im Jahr 2025 umgesetzt: Für insgesamt 92.351 €wurde die Augenklinik umfassend renoviert und mit hochmodernen Geräten ausgestattet. Damit kann nun jährlich circa 1.000 Augenpatienten effizient geholfen werden.

Kenia: Ältere Patientin bei einer Augenuntersuchung im Jahr 2025

Dank der kontinuierlichen Förderung durch muslimehelfen konnte das Tawfiq Hospital in den vergangenen Jahren Tausende Patientinnen und Patienten behandeln, die sich eine medizinische Versorgung sonst nicht hätten leisten können. Während private Kliniken oft unerschwinglich sind und öffentliche Krankenhäuser an Ausstattung und Personal mangeln, bietet das Tawfiq Hospital hochwertige medizinische Versorgung zu fairen Preisen oder übernimmt die Behandlungskosten für Bedürftige sogar vollständig.
Heute ist das Tawfiq Hospital ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung in der Region. Seit Beginn der Partnerschaft hat muslimehelfen das Krankenhaus mit insgesamt 1.037.425 €unterstützt – und wird es auch in Zukunft begleiten, um die medizinische Versorgung in Kenia weiter auszubauen und eure Spenden dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden.

Bildung als Schlüssel zur Zukunft – Das Blindenzentrum in Sokodé

Wer in Togo blind geboren wird oder früh erblindet, hat kaum Chancen auf Bildung und damit auf ein selbstbestimmtes Leben. Denn ohne Schulbildung bleibt oft nur ein Leben in Abhängigkeit und Armut. Um dem entgegenzuwirken, gründete muslimehelfen im Jahr 2010 ein Blindenzentrum in Sokodé, der zweitgrößten Stadt des Landes. Ziel war es, sehbehinderten Kindern aus ärmsten Verhältnissen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und ihnen so eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen. Die Arbeit begann in einfachen, angemieteten Räumen mit zwölf Kindern. Sie wurden in Blindenschrift unterrichtet,
erhielten täglich warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und einen sicheren Schlafplatz. Der Bedarf wuchs rasch, und schon bald wurde es zu eng. 2013 entstand daher auf einem drei Hektar großen Gelände in Kadambara, unweit von Sokodé, ein neues Blindenzentrum mit Platz für mehr Kinder und besseren Bedingungen. Heute verfügt es über acht Klassenräume, acht Schlafräume, eine Kantine, sanitäre Anlagen sowie zwei Wohnräume für Lehrkräfte und Betreuungspersonal. Dabei übernimmt muslimehelfen sämtliche Betriebskosten – von Gehältern über Lebensmittel und Lehrmaterialien bis hin zu Medikamenten und Strom. Alle sechs Monate fallen dafür durchschnittlich rund 26.000 Euro an.

Togo: Einige Gebäude des Blindenzentrums in Kadambara
Togo: Zwei blinde Schülerinnen lesen in Brailleschrift

Aktuell werden im Zentrum 24 sehbehinderte Kinder unterrichtet und betreut. Der Unterricht folgt dem offiziellen Lehrplan des Schulministeriums und wird in
Blindenschrift vermittelt. Nach der Grundschule können die Kinder eine weiterführende Schule in Kadambara besuchen. Dort besuchen sie gemeinsam mit sehenden Schülern den Unterricht. Dank eines von muslimehelfen bereitgestellten Computers und Braille-Druckers kann das Unterrichtsmaterial für die blinden Schülerinnen und Schüler mithilfe spezieller Software zunächst in Blindenschrift übersetzt und anschließend gedruckt werden. 14 Schülerinnen und Schüler des Zentrums besuchen die Schule derzeit. Im Blindenzentrum erhalten sie jedoch weiterhin Unterkunft und Verpflegung – auch ihre Schulgebühren werden übernommen. Insgesamt sind aktuell 38 Kinder und Jugendliche im Zentrum untergebracht. Einige von ihnen verfolgen ambitionierte Ziele – zehn ehemalige Schüler studieren mittlerweile an der Universität in Lomé. Dort erhalten sie Zugang zu barrierefreier Bildung und werden von muslimehelfen
weiterhin mit einem monatlichen Beitrag unterstützt.
Im Dezember 2023 feierte das neue Blindenzentrum sein zehnjähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung, an der rund 700 Gäste teilnahmen: Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien, Vertreter der Behörden, Imame, lokale Politiker sowie zahlreiche Unterstützer.
Mit Straßenzügen, Radiobeiträgen, Konferenzen und Sportveranstaltungen wurde das Zentrum in der Region bekannt gemacht – mit Erfolg: Bereits im Januar 2024 meldeten sich sechs neue Kinder an.
Besonders bewegend ist die Geschichte von Waïbou. Als blinder Junge wurde er 2010 ins Zentrum aufgenommen. Nach erfolgreichem Grundschulabschluss und Abitur studierte er Zeitgeschichte an der Universität Lomé und kehrte schließlich als Lehrer an die weiterführende Schule in Kadambara zurück, wo er nun selbst Kinder aus dem Blindenzentrum unterrichtet. Ein Beweis dafür, was möglich ist durch gezielte Förderung und Fürsorge.

Neue Perspektiven für junge Menschen in Ruanda - Das Berufsbildungszentrum in Rwamagana

Wer ohne Schulabschluss oder berufliche Qualifikation aufwächst, hat kaum eine Chance, der Armut zu entkommen. Viele junge Menschen in Ruanda stehen genau vor diesem Problem. Für gut bezahlte Arbeitsplätze sind sie nicht qualifiziert, und so bleiben häufig nur schlecht bezahlte, körperlich schwere Arbeiten. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, wurde 2014 mit der Unterstützung von muslimehelfen ein Berufsbildungszentrum in der Stadt Rwamagana eröffnet.

Ruanda: Die ersten Absolventen des Berufsbildungszentrums feierten ihren Abschluss im Dezember 2014

Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen aus benachteiligten Verhältnissen eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen – und damit den ersten Schritt in ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben. Aktuell können die Auszubildenden zwischen drei Berufsfeldern wählen:
Elektroinstallation, Kochen oder Schneiderei. Eine frühere Ausbildung zum Wasserinstallateur wurde mangels Nachfrage eingestellt. Jeder Ausbildungsgang dauert ein Jahr. muslimehelfen übernimmt für alle Teilnehmer die Studiengebühren, sodass sie kostenlos ausgebildet werden können. Diese Gebühren finanzieren unter anderem die Gehälter des Lehrpersonals und den laufenden Betrieb des Zentrums. Zusätzlich werden von muslimehelfen Gelder für die Anschaffung von Lehrmaterialien und Geräten zur Verfügung gestellt.

Ruanda: Auszubildende im Bereich Elektroinstallation des Jahrgangs 2024/25 bei einer praktischen Übung

Das Berufsbildungszentrum erfreut sich großer Nachfrage. Im Lehrjahr 2024/25 wurden insgesamt 150 junge Frauen und Männer erfolgreich ausgebildet: 40 im Bereich Elektroinstallation, 52 im Kochhandwerk und 58 in der Schneiderei. Unabhängig vom gewählten Schwerpunkt erhielten alle Auszubildenden zusätzlich eine Einführung in grundlegende Computerkenntnisse – eine wichtige Ergänzung in der heutigen Arbeitswelt.
Ein besonderes Highlight: Am Ende der Ausbildung erhalten die Absolventinnen und Absolventen passende Werkzeuge für den Start ins Berufsleben. Schneiderinnen und Schneider bekommen eine Nähmaschine, Köchinnen und Köche eine Gasplatte, eine Pfanne, eine Gasflasche und ein Waffeleisen, während Elektriker mit einer umfangreichen Werkzeugkiste ausgestattet werden. So können die jungen Menschen ihre Fähigkeiten sofort anwenden – sei es im eigenen kleinen Betrieb oder als Angestellte in Unternehmen der Region.

Ruanda: Elektriker-Absolvent bei Erhalt seiner Werkzeugkiste

Bildung als Hilfe zur Selbsthilfe – Die Muslime Helfen Fundamental School in Bujumbura

Angesichts der großen Nachfrage ist bereits eine Erweiterung des Berufsbildungszentrums in Planung. Damit sollen künftig noch mehr junge Menschen von einer Ausbildung profitieren können und zusätzliche Berufsfelder angeboten werden. Denn die Ausbildung im Zentrum ist weit mehr als reine Wissensvermittlung – sie ist ein Weg in ein selbstbestimmtes, würdiges Leben. Wer spendet, hilft nicht nur kurzfristig, sondern setzt auf nachhaltige Veränderung: Fähigkeiten und Perspektiven wirken weiter in den Familien, in den Gemeinschaften und über Generationen hinweg. Die Unterstützung dieses Projekts gleicht einer Sadaqa Dscharija – einer fortlaufenden guten Tat, deren Wirkung und Lohn auch lange nach der Spende weiter bestehen.

Bildung ist ein Grundrecht für alle Kinder. Vor allem Schulbildung trägt zur gesellschaftlichen Integration der Kinder und ihrer psychosozialen Entwicklung bei.
Schulen bieten Kindern eine sichere und stabile Umgebung in turbulenten Zeiten. Jedoch haben Waisenkinder es beim Bildungsweg oft schwerer. Durch den Verlust eines Elternteils fehlen den Familien oft die Mittel für Schulgebühren. Die Kinder bleiben zudem aufgrund von familiären Verpflichtungen der Schule fern. Dabei kann Bildung das Leben dieser Kinder signifikant verbessern.
Die Muslime Helfen Fundamental School in der Stadt Bujumbura, in Burundi, wurde im Jahr 2010 von unserer Partnerorganisation in Betrieb genommen, um für Waisenkinder ein Umfeld zu schaffen, das optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Mittlerweile werden 170 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1–6 sowie 75 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7–9 an der Schule unterrichtet. Mit Ausnahme weniger Kinder sind alle Schüler Waisen und stammen aus bedürftigen Verhältnissen. Die Kinder erhalten in den Pausen eine warme Mahlzeit mit einem Getränk, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 1–6 werden zudem psychologisch betreut und haben Zugang zur Gesundheitsversorgung. Des Weiteren werden Kosten für Schulmaterialien, Schuluniformen, Gehälter von Lehrern und weitere Betriebskosten der Schule übernommen. Die Schule hat das Ziel, den Waisenkindern eine bestmögliche schulische Bildung zu ermöglichen und sie in ihrer intellektuellen, sozialen, moralischen und psychologischen Entwicklung zu stärken. Zudem profitieren die Waisenkinder zusätzlich von der fortlaufenden Lebensmittelhilfe, die muslimehelfen finanziert.

Burundi: Beginn des neuen Schuljahres 2024/25

In diesem Schuljahr wurden durch das burundische Bildungsministerium „tests en rèseau“, zu Deutsch Evaluationstests, auch an der Muslime Helfen Fundamental School in Bujumbura durchgeführt. Die Ergebnisse fielen erfreulich aus – die Schülerinnen und Schüler haben durchweg gute Ergebnisse erzielt. Die Stellungnahmen der Kinder, die uns erreichen, zeigen, wie optimal sie unterstützt werden. Der 12-jährige Yussuf aus Bujumbura erzählt: Assalaamu Alaikum Warahmatullah Wabarakatuh, ich schreibe diese Nachricht, um Euch für den Bau der Schule zu danken. Wir profitieren von der muslimehelfen Schule. Wir erhalten Schuluniformen, Schulmaterialien, Getreidebrei um 10:45 Uhr und Essen zur Mittagszeit – jeden Tag! Wir haben auch eine Krankenschwester, die sich um unsere Gesundheit kümmert. Wir lernen ohne Probleme für eine bessere Zukunft. Möge Allah Euch segnen! Dies sind nur einige Projektbeispiele, die zeigen, wie aus gezielter Hilfe echte Perspektiven entstehen. In den Anfangsjahren von muslimehelfen lag der Fokus vor allem auf der Nothilfe. Was einst als reine Nothilfe begann, hat sich mit der Zeit zu einer vielseitigen Projektarbeit entwickelt – mit neuen Schwerpunkten wie Bildung, Gesundheit, Frauenförderung, Existenzgründung, Landwirtschaft, Kleidung oder Winterhilfe. Allein im vergangenen Jahr haben wir etwa 3,5 Millionen Euro für unsere Hilfsprojekte ausgegeben und damit Menschen in verschiedenen Ländern der Welt erreichen und unterstützen können. Nothilfe wird weiterhin ein fester Bestandteil unserer Arbeit bleiben. Jedoch verfolgen wir zunehmend das Ziel, gemeinsam mit unseren Projektpartnern zahlreiche Projekte zu entwickeln, die über den Moment hinauswirken – für mehr Selbstständigkeit und Zukunftschancen. Mit Deiner Hilfe und mit Allahs Erlaubnis können wir auch in Zukunft Menschen unterstützen, Perspektiven eröffnen und Hoffnung geben.

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Große Projekte, große Wirkung – Rückblick auf unsere nachhaltigsten Projekte

Zugehöriges Projekt

Stimmen unserer Partner – Mit Herz und Hingabe für humanitäre Hilfe

Humanitäre Hilfe lebt vom Engagement einzelner Menschen – von ihrem Mitgefühl, ihrer Tatkraft und ihrer Überzeugung. In den nächsten zwei Seiten Partner und freiwillige Helfer aus Bangladesch, Kenia, Indonesien und Pakistan zu Wort. Sie berichten, was sie dazu inspiriert hat, sich in der humanitären Arbeit zu engagieren, was diese Arbeit für sie persönlich bedeutet und welche Erfahrungen sie bei der Zusammenarbeit mit muslimehelfen gemacht haben.

Bangladesch

Bayezid A. 
Dokumentations- und Kommunikationsbeauftragter unserer Partnerorganisation in Bangladesch

Seit meiner Kindheit habe ich in meinem Land extreme Armut, Kinderarbeit und Menschen gesehen, die ohne Obdach und Nahrung leben. Diese schmerzlichen Realitäten haben in mir ein tiefes Verantwortungsgefühl geweckt, ihnen nach meinen Möglichkeiten zu helfen. Nach meinem Hochschulstudium in Großbritannien kehrte ich in meine Heimat zurück und begann 2021 als Dokumentations- und Kommunikationsbeauftragter zu arbeiten. In dieser Funktion halte ich das Glück und die Freude der Menschen und Kinder fest, die Hilfe erhalten, was mich noch mehr motiviert, diese Arbeit fortzusetzen. Ich bin der Meinung, dass jeder eine Chance auf ein besseres Leben verdient, und ich bin weiterhin entschlossen, an diesem Wandel mitzuwirken.

Ali R.
Programmbeauftragter unserer Partnerorganisation in Bangladesch

Die Arbeit in den verschiedenen von muslimehelfen unterstützten Projekten war ein Segen. Dank muslimehelfen können wir viele bedürftige Familien in abgelegenen und unterversorgten Gebieten erreichen. Ihre Unterstützung gibt uns die Kraft und die Mittel, den Bedürftigen und Ausgegrenzten zur Seite zu stehen. Ich bin voller Hoffnung, wenn ich das Lächeln auf ihren Gesichtern sehe. Das ist die Inspiration und Motivation, die mich bei unserer gemeinsamen Aufgabe antreibt.

Kenia

Ahmed H. 
Vorsitzender unserer Partnerorganisation in Kenia

Mich hat das Leid inspiriert, das ich in meiner eigenen Gemeinschaft und darüber hinausgesehen habe. Mir wurde klar, dass ich nicht einfach zusehen konnte. Ich verspürte eine starke persönliche und spirituelle Verpflichtung zu helfen. Schon in meiner Kindheit wurde mir die Bedeutung von Mitgefühl, Großzügigkeit und dem Einsatz für diejenigen vermittelt, die sich nicht selbst verteidigen können. Als ich sah, wie andere Freiwillige und Organisationen wie muslimehelfen aktiv helfen, wollte ich Teil dieses positiven Wandels sein. Ich glaube, jeder Mensch hat etwas zu geben – und ich wollte geben, was ich konnte: meine Zeit, meine Hände und mein Herz – um Allahs willen allein.

Mbarak H.
Freiwilliger Helfer aus Kenia

Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte:

„Die bei Allah beliebtesten Menschen sind diejenigen, die den Menschen am nützlichsten sind.“

Für mich ist humanitäre Arbeit ein Weg, die Lehren des Islams zu leben – indem ich die Not anderer lindere, Allahs Wohlgefallen suche und auf Seine Barmherzigkeit hoffe. Sie gibt meinem Leben einen Sinn, der über mich selbst hinausgeht. Es ist ein Dienst, der von Herzen kommt.

Pakistan

Muhammad R .
Präsident der Partnerorganisation in Pakistan

Ich bin Muhammad R., Präsident und Mitgründer der Partnerorganisation in Pakistan von muslimehelfen. Für mich ist humanitäre Arbeit kein Beruf, sondern eine Berufung. Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben – unabhängig von Herkunft oder sozialem Status. Humanitäres Engagement bedeutet für mich, den Unterdrückten beizustehen, ihre Stimmen hörbar zu machen und nicht aus Mitleid, sondern aus Verantwortung zu helfen.

Die Zusammenarbeit mit muslimehelfen hat unsere Arbeit auf eine neue Ebene gehoben. Ihre Werte wie Transparenz, Nachhaltigkeit und Würde der Bedürftigen stimmen mit unseren Überzeugungen überein. Diese Partnerschaft hat mir gezeigt, wie stark internationale Solidarität sein kann – Mitgefühl kennt keine Grenzen.

Muhammad R.
Sozialarbeiter der Partnerorganisation in Pakistan

Ich bin Muhammad, Sozialarbeiter der Partnerorganisation in Pakistan von muslimehelfen. Seit über zehn Jahren setze ich mich mit Herz und Überzeugung für benachteiligte Menschen in Pakistan ein – besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung, Unterkunft sowie für die Rechte von Frauen und Kindern.

Meine Motivation ziehe ich aus meiner eigenen Kindheit in einem ländlichen und benachteiligten Gebiet. Ich habe Armut, Ungleichheit und Bildungsmangel selbst erlebt – deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen, Hoffnung zu schenken und Lebensbedingungen zu verbessern. Für mich ist diese Arbeit mehr als ein Beruf – sie ist ein Akt der Nächstenliebe und des Glaubens.

Indonesien

Ues M. – Imam, Ustadh und Leiter eines Waisenhauses in Bogor, Java, Indonesien. Seit vielen Jahren berät und unterstützt er aktiv eine unserer Partnerorganisation in Indonesien.

Für mich bedeutet humanitäre Arbeit, die sozialen Probleme der Gesellschaft zu verstehen und allen Menschen zu helfen, die humanitäre Hilfe benötigen, unabhängig von Herkunft, Ethnie, Religion oder sozialen Status.

Die Arbeit mit den Projekten von muslimehelfen hat mir viel an Nutzen und lehrreiche Erfahrungen gebracht. Zu den Nutzen gehört, dass die Bedürfnisse der Waisenkinder, die betreut werden, durch den Bau eines Waisenhauses erfüllt werden konnten und nun als Unterkunft sowie auch einen Ort zum Lernen und zum Lesen des Korans dient.

Außerdem hat das von muslimehelfen unterstützte Projekt zur Sicherung des Lebensunterhalts Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Waisenfamilien nachhaltig verbessert. Die Nahrungsmittelhilfe hat die wirtschaftliche Belastung für arme Familien abgemildert und alleinerziehende Mütter bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse gestützt. Das Programm zur Vermittlung von Lebenskompetenzen für verwaiste Jugendliche hat Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, die ihnen ein besseres Leben in der Zukunft ermöglichen.

Die Stimmen aus unseren Partnerländern zeigen eindrucksvoll: Humanitäre Arbeit ist mehr als Hilfe – sie ist Ausdruck von Solidarität, Menschlichkeit und gemeinsamer Verantwortung. Wir danken allen Partnern und Freiwilligen, die diese Werte täglich leben und mit uns teilen.

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Stimmen unserer Partner – Mit Herz und Hingabe für humanitäre Hilfe

Zugehöriges Projekt

Ein Jubiläum der Dankbarkeit

Vor 40 Jahren begann die Geschichte von muslimehelfen mit einer Vision: Bedürftigen Menschen beizustehen, Hoffnung zu schenken und gemeinsam als Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Heute, vier Jahrzehnte später, blicken wir mit Demut und Dankbarkeit auf diesen Weg zurück.

Zum Anlass unseres 40-jährigen Jubiläums haben wir eine Sonderausgabe unserer Spenderzeitschrift zusammengestellt, die viele besondere Momente, Entwicklungen und Stimmen dokumentiert.

Unsere Entwicklung und Tätigkeitsbereiche

Seit der Gründung hat muslimehelfen viele Stationen durchlaufen. Was einst klein begann, ist inzwischen zu einer Hilfsorganisation herangewachsen, die mit einem beachtlichen Netzwerk international aktiv ist. Unsere Tätigkeitsbereiche haben sich im Laufe der Zeit ebenfalls erweitert:

Not- und Katastrophenhilfe

Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche

Waisenhilfe

medizinische Versorgung für Bedürftige

Sadaqa Dscharija-Projekte, um langfristige Perspektiven zu schaffen

Projekte im Ramadan und zum Opferfest, um Freude und Hoffnung zu teilen

saisonale Winterhilfe gegen die Kälte

Diese Vielfalt zeigt, dass Hilfe mehr ist als nur kurzfristige Unterstützung. Es geht um echte Veränderung.

Stimmen von Begünstigten und Spendern

Das Herz unserer Arbeit sind die Menschen. Immer wieder erreichen uns Rückmeldungen, die Mut machen

Alima, eine 12-jährige Waise aus Burundi berichtete uns:

„Assalamu alaikum. Wir danken für Eure Unterstützung. Wir beten zu Allah, dass Er Euer Reichtum vermehrt und Euch mehr gibt, als Ihr gespendet habt. Wir erhielten Reis, Bohnen, Zucker, und wenn wir krank sind Medikamente, Alhamdulillah. Möge Allah Euch während eures Lebens vor allem Übel bewahren und Euch im Jenseits ein gutes Ende bereiten, Amin. Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe.“

Und eine langjährige Spenderin schrieb uns in einer Rezension auf Google:

„Ich schätze besonders die Vielfalt und Flexibilität der Spendenmöglichkeiten – sei es für Notfälle, Sadaqa, Zakat oder Fitra. Alles ist transparent, nachvollziehbar und mit Herz umgesetzt. 💚 Ein besonderes Highlight für mich ist die quartalsweise erscheinende Zeitschrift sowie der muslimehelfen- Kalender, auf den ich mich jedes Jahr freue – er erinnert mich immer wieder daran, dass selbst kleine Taten große Wirkung haben können. Ich wünsche dem Verein weiterhin viel Erfolg, dass seine Projekte wachsen, vielen Menschen zugutekommen und dass alle, die daran beteiligt sind, reichlich Gutes und Segen dafür zurückerhalten.“

Diese Stimmen spiegeln wider, warum es uns gibt und warum wir weitermachen.

Gerne kannst Du auch eine Bewertung hinterlassen und damit andere zum Spenden anspornen.

Häufige Fragen zu Deiner Hilfe

Viele Menschen fragen uns, wie sie sich einbringen können. Darum haben wir nachfolgend häufige Fragen mit den dazugehörigen Antworten gesammelt.

Kann ich ehrenamtlich mitwirken?

Ja, es gibt immer wieder Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen. Neben Spenden kannst Du mit der Organisation von Benefiz-Veranstaltungen oder als Botschafter in Deiner Familie und Deinem Freundeskreis helfen, Werbung für den guten Zweck zu machen.

Wie kann ich spenden?

Einmalige oder regelmäßige Spenden sind möglich, ob klein oder groß. Jede Unterstützung zählt. Online geht dies bequem über unser Spendenformular, wo Du ganz einfach Deinen gewünschten Spendenzweck, den Betrag und den Zeitpunkt der Abbuchung auswählen kannst.

Wie stelle ich sicher, dass meine Spende ankommt?

Transparenz und Nachvollziehbarkeit gehören zu unseren Grundwerten. Regelmäßige Berichte wie zum Beispiel in unserer Spenderzeitschrift, in unserem Newsletter, in detaillierten Projektberichten auf unserer Website oder auch in den sozialen Netzwerken geben Sicherheit.

Persönliche Worte aus meiner Perspektive

Mein Name ist Soufian und ich bin inzwischen schon ziemlich lange ein Teil von muslimehelfen. Du hast vermutlich schon einige Beiträge aus meiner Feder gelesen. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Begegnungen mit den verschiedenen Abteilungen des Vereins. Dieses Team und die großartige Arbeit, die hier vollbracht wird, hat mich seither stets geprägt und mir deutlich gemacht, was wirklich zählt: Allahs Wohlwollen und Dankbarkeit, denn nichts ist selbstverständlich.

Ich sage Dir daher folgendes:

Danke für Dein Vertrauen!

Danke für Dein ehrenamtliches Engagement!

Danke für Deine Teilhabe an unserer Community!

Ohne Dich wäre muslimehelfen nicht das, was es heute ist.
Gemeinsam wollen wir diesen Weg fortsetzen. Für weitere Jahrzehnte voller Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Ein Jubiläum der Dankbarkeit

Zugehöriges Projekt

40 Jahre muslimehelfen – ein Blick zurück und nach vorn

Fouad Rebbah

40 Jahre muslimehelfen – das ist nicht nur ein beeindruckender Zeitraum, sondern auch ein Anlass, um innezuhalten und dankbar zurückzublicken. Für mich persönlich ist dieses Jubiläum eine Gelegenheit, über meine Reise mit dieser Organisation zu reflektieren. Seit 2012 bin ich Teil des Teams und darf heute die Fundraising-Abteilung leiten. In dieser Zeit habe ich viele inspirierende Menschen kennengelernt: engagierte Kolleginnen und Kollegen, motivierte Mitglieder – und natürlich Spenderinnen und Spender wie Dich.

Ohne Eure Unterstützung wäre vieles nicht möglich gewesen. Alhamdulillah – gemeinsam konnten wir zahlreiche Projekte umsetzen, Hilfe leisten, Hoffnung schenken und mit Allahs Hilfe ein kleines Stück dieser Welt verbessern. Fundraising ist dabei der Motor unserer Arbeit. Denn ohne Spenden gäbe es keine Projekte – und ohne Projekte keine Veränderung.

Als ich im Fundraising bei muslimehelfen begann, war vieles noch Handarbeit. Wir hatten keine moderne Datenbank, keine durchdachte Infrastruktur. Spendenbriefe wurden klassisch per Post versendet, Veranstaltungen fanden vor Ort statt, die Webseite war funktional, aber einfach gehalten – und für mobile Geräte kaum nutzbar. Trotz begrenzter Ressourcen gaben wir unser Bestes – mit Herz, Idealismus und einem starken Team.

Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Erdbebenkatastrophe in Pakistan 2013. Das Beben mit einer Stärke von 7,7 forderte über 300 Todesopfer. Innerhalb kürzester Zeit konnten wir eine große Spendenkampagne starten. Alhamdulillah – durch die Hilfsbereitschaft unserer Spenderinnen und Spender waren wir in der Lage, schnell zu helfen.

2013 markierte auch den Beginn eines neuen Kapitels: Wir begannen, unser Fundraising strategisch weiterzuentwickeln. Schritt für Schritt wurden neue Strukturen geschaffen, digitale Kanäle erschlossen und moderne Tools eingeführt. Ein zentraler Meilenstein war der Relaunch unserer Webseite, die den Weg für professionelles Online-Fundraising ebnete. Auch unsere Präsenz auf den sozialen Medien wurde ausgebaut – zeitweise gehörten wir zu den sichtbarsten islamischen Hilfsorganisationen in diesem Bereich.

Ein besonderes Herzensprojekt war die Plattform grünebanane.de – eine Webseite mit kostenlosen Ideen für Spiel, Spaß und gemeinsames Lernen im Familienalltag. Sie wurde ehrenamtlich betrieben, komplett neu aufgebaut und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Auch intern entwickelten wir uns weiter. Unser Fundraising-Team wurde personell verstärkt, ein Servicecenter für Spenderanfragen wurde eingerichtet. 2014 führten wir das speziell für NGOs entwickelte System CiviCRM ein – ein entscheidender Schritt für die professionelle Verwaltung unserer Spenderinnen und Spender.

Inhaltlich haben wir unsere Kampagnenarbeit weiter fokussiert. Heute konzentrieren wir uns auf fünf große Bereiche: Ramadan, Kurban, Not- und Katastrophenhilfe, Hilfe für Waisenkinder und Winterhilfe. Ergänzt wird das Ganze durch kleinere, themenbezogene Aktionen. Besonders wichtig ist uns dabei die enge Zusammenarbeit mit der Projektabteilung, der IT und der Kommunikation – um sicherzustellen, dass die Anliegen unserer Spenderinnen und Spender auch wirklich in der Projektarbeit ankommen.

Verändertes Spendenverhalten und neue Kommunikation

In den letzten Jahren hat sich das Spendenverhalten deutlich verändert. Viele Menschen, die früher nur einmal gespendet haben, sind heute regelmäßig dabei. Rund 80 % aller Spenden kommen mittlerweile online – ein Großteil davon über mobile Endgeräte. Das verändert nicht nur unsere Arbeitsweise, sondern auch unsere Kommunikation.

Neben klassischen Medien wie unserer muslimehelfen-Zeitung setzen wir zunehmend auf digitale Kanäle: Social Media, Newsletter, WhatsApp und E-Mail-Kampagnen. Besonders effektiv sind Formate wie Storytelling, authentische Videos oder sogenannte Social-Proof-Kampagnen, bei denen die Beteiligung anderer Menschen sichtbar wird – das schafft Vertrauen und motiviert zur Mithilfe. Transparenz bleibt ein zentraler Wert. In unseren Jahresrückblicken berichten wir regelmäßig über Projektmittel, Verwaltungsanteile und die Zahl der unterstützten Menschen. Unser Ziel: Die Verwaltungskosten so niedrig wie möglich zu halten, damit möglichst viel bei den Bedürftigen ankommt.

Erfolge, Herausforderungen und neue Wege

Alhamdulillah – die letzten Jahre waren von Erfolg und Wachstum geprägt. Heute sind wir nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz aktiv und erreichen so den gesamten deutschsprachigen Raum. Besonders beliebt sind unsere Sadaqa Dscharija-Projekte, die langfristige Hilfe ermöglichen – Spenden, die über den Moment hinaus wirken.

Natürlich gab es auch Herausforderungen. Technologische Veränderungen, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und weltweite Krisen haben uns gefordert. Die Corona-Zeit stellte uns vor außergewöhnliche Herausforderungen. Viele Menschen waren wirtschaftlich verunsichert – und trotzdem: Die Spendenbereitschaft war außergewöhnlich hoch. Das hat uns zutiefst bewegt.

Diese Erfahrung hat uns gezeigt: Solidarität lebt – gerade in schwierigen Zeiten. Für uns war das nicht nur ein Zeichen der Hoffnung, sondern auch ein Impuls, unsere Arbeit noch flexibler und krisenfester aufzustellen.

Ausblick: Fundraising der Zukunft

Auch nach 40 Jahren wollen wir uns nicht auf Erreichtem ausruhen. Unser Ziel ist es, ein nachhaltigeres Spendenverhalten zu fördern – langfristige Partnerschaften mit Spenderinnen und Spendern, die mehr bewirken wollen als nur punktuelle Hilfe.

Wir setzen auf neue Technologien: Automatisierung, digitale Tools, datenbasierte Analyse – alles mit dem Ziel, Prozesse zu verbessern, neue Zielgruppen zu erreichen und individueller auf die Bedürfnisse unserer Spenderinnen und Spender einzugehen.

Unsere Vision: Ein Fundraising, das menschlich bleibt – aber offen ist für Innovation, effizient in der Umsetzung und wirkungsvoll im Ergebnis. Denn unser Ziel bleibt unverändert: helfen, dort wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird.

Ein persönliches Schlusswort

Was mich motiviert, ist der Gedanke, im islamischen Kontext aktiv Hilfe leisten zu können. Mein besonderer Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern – für das Vertrauen, die Treue und die Großzügigkeit. Und meinem wunderbaren Team danke ich für die engagierte Zusammenarbeit.

Ohne Fundraising kein Wandel. Und ohne Wandel kein Fortbestehen.

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40 Jahre muslimehelfen – ein Blick zurück und nach vorn

Zugehöriges Projekt

Unser Team stellt sich vor

Soufian El Khayari

Gemeinsam Gutes bewirken. Das ist nicht nur ein schöner Gedanke, sondern seit nunmehr 40 Jahren gelebte Realität bei muslimehelfen.  Hinter jeder guten Tat, jedem Hilfsprojekt und jeder Spende stehen Menschen, die sich mit Herz und Verstand für Bedürftige einsetzen. Doch wer genau steckt eigentlich hinter muslimehelfen und wie sind wir aufgebaut?

Der juristische Rahmen

Zunächst ist muslimehelfen ein eingetragener, gemeinnütziger Verein – ähnlich wie viele Moscheevereine. Das bedeutet: Ein ehrenamtlicher Vorstand, der von den Vereinsmitgliedern regelmäßig gewählt wird, trifft die strategischen Entscheidungen, trägt die rechtliche Verantwortung und sorgt dafür, dass alle Spenden satzungsgemäß ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Unterstützt wird der Vorstandsvorsitzende dabei durch einen ehrenamtlichen Kassenwart.

Drei Abteilungen, ein Ziel

Für die operative Arbeit sorgen derzeit 16 Mitarbeitende, die in drei Hauptbereiche gegliedert sind: die Projektabteilung, das Fundraising (inklusive Spenderservice) sowie die Verwaltung.

Die Projektabteilung koordiniert unsere Hilfsprojekte und steht im engen Austausch mit unseren Partnern vor Ort.

Das Fundraising-Team informiert über unsere Arbeit und motiviert Spenderinnen und Spender, uns weiterhin zu unterstützen – damit Hilfe auch in Zukunft ankommt. Dazu gehören auch unsere Grafikerinnen, die alle unsere multimedialen Inhalte wie zum Beispiel auch diese Zeitschrift gestalten.

Die Verwaltung sichert alle buchhalterischen, organisatorischen und personalrechtlichen Abläufe ab.

Viele Mitarbeitende arbeiten in Teilzeit, und einige unserer Schwestern befinden sich derzeit in Elternzeit.

Frauen als treibende Kraft

Besonders stolz sind wir auf den hohen Frauenanteil in unserem Team: 13 von 17 Mitarbeitenden sind Frauen – das entspricht mehr als 75 %. Zwei der drei Abteilungen werden von Frauen geleitet.

Multikulturelle Vielfalt

Unser Team ist so vielfältig wie unsere Spendergemeinschaft: Neben deutschen Muslimen arbeiten bei muslimehelfen Menschen mit Wurzeln in der Türkei, Marokko, Tunesien, Algerien, Pakistan, Italien, Bulgarien und weiteren Ländern. Manche sind in Deutschland geboren, andere als Erwachsene hierhergekommen.

Diese kulturelle Vielfalt hilft uns, die Anliegen und Bedürfnisse der deutschsprachigen Muslime besser zu verstehen – und bringt wertvolle sprachliche Fähigkeiten mit sich, die in unserer täglichen Arbeit von großem Nutzen sind.

Vielfalt und ein wertschätzender Umgang miteinander prägen unseren Arbeitsalltag. 

Unterstützung im Hintergrund

Ergänzt wird unser Team durch mehrere externe Dienstleister, die unter anderem IT, Steuerberatung, Druck, Versand sowie technische und administrative Aufgaben übernehmen.

Starke Partner vor Ort

So engagiert unser Team auch ist – ohne unsere internationalen Partnerorganisationen wäre die Hilfe nicht umsetzbar. In den letzten vier Jahrzehnten haben wir unter anderem ein zuverlässiges Netzwerk in Afrika, Asien, Europa und dem Nahen Osten aufgebaut. Unsere Partner kennen die lokalen Gegebenheiten, wissen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird, und sorgen dafür, dass unsere Projekte wirken.

Unsere Spender: die Basis der Hilfe

Finanziert werden unsere Hilfsprojekte durch großzügige Menschen wie Dich.

Unsere Spenderinnen und Spender leben überwiegend in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Im vergangenen Jahr durften wir Spenden von rund 11.400 Unterstützern entgegennehmen, darunter etwa 2.690 regelmäßige Spender. Das ist ein großes Vertrauenszeichen – und ein starker Ansporn, noch besser zu werden.

Auch online sind wir mit vielen von euch verbunden: 116.000 auf Facebook, über 3.000 auf Instagram, 1.700 auf X (ehemals Twitter) und rund 950 auf YouTube folgen uns und teilen unsere Vision: Barmherzigkeit, die ankommt.

Danke für 40 Jahre Vertrauen

Zum 40-jährigen Jubiläum möchten wir allen danken, die uns begleiten – im Team, im Ehrenamt, in der Familie, im Freundeskreis oder mit einer Spende.

Denn nur gemeinsam können wir helfen.

Zum Abschluss ein paar persönliche Worte

Ich bin seit mehr als elf Jahren bei muslimehelfen, und die humanitäre Arbeit, die hier geleistet wird, ist für mich zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden. Meine Aufgabenbereiche haben sich im Laufe der Zeit verändert, doch manches ist eine Konstante geblieben. Ich habe miterlebt, wie aus ersten Planungen und guten Absichten konkrete Pläne entstanden sind, die tausende Kilometer entfernt bedürftige Menschen erreichen und dafür bin ich unendlich dankbar. Durch die Berichterstattung über unsere Hilfsprojekte, ob in dieser Zeitschrift oder auf Social Media, habe ich gelernt, dass jede Spende nicht nur eine Zahl auf einem Konto oder in einer Excel-Tabelle ist, sondern ein Zeichen von Hoffnung, das von Herzen kommt.

Was mich immer wieder berührt, sind die kleinen, unscheinbaren Momente: ein Lächeln auf einem Foto aus einem fernen Land, ein Brief einer Spenderin, die erzählt, warum ihr ein bestimmtes Projekt so wichtig ist, oder die Freude im Team, wenn wir erfahren, dass eine Familie durch unsere gemeinsame Hilfe wieder ein Dach über dem Kopf hat oder ein Kind endlich zur Schule gehen kann. Diese Augenblicke geben unserer Arbeit ihre eigentliche Bedeutung. Sie zeigen, dass es um Menschlichkeit geht.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Tage hier. Damals konnte ich nicht ahnen, wie sehr mich diese Aufgaben prägen würden und meinen Charakter formen. Heute weiß ich: muslimehelfen ist weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. Es ist ein Ort, an dem Menschen mit Überzeugung zusammenkommen, um Gutes zu bewirken. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nationalität oder Sprache. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein, und gemeinsam schaffen wir etwas, das weit größer ist als wir selbst.

Für mich ist diese Arbeit eine Herzensaufgabe. Sie erinnert mich daran, wie wertvoll es ist, füreinander da zu sein – ob im Kleinen oder im Großen. Und sie macht mir bewusst, dass Barmherzigkeit keine Grenzen kennt. Dass aus einem einfachen Gedanken eine Bewegung entstehen kann, die seit 40 Jahren Menschen Hoffnung schenkt. Dafür bin ich dankbar und ich freue mich, diesen Weg auch weiterhin gemeinsam mit Dir zu gehen.

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Unser Team stellt sich vor

Zugehöriges Projekt

Vierzig Jahre muslimehelfen Projekte

Ahmad von Denffer

Im Koran heißt es vom Menschen, wenn er vierzig Jahre erreicht hat, er sagt: Mein Herr, erteile mir, daß ich Deine Wohltat danke, mit der Du mir wohlgetan hast und meinen beiden Eltern, und daß ich Rechtschaffenes tue, das Dir wohlgefällt, und gib mir Rechtschaffenheit in meiner Nachkommenschaft, ich kehre reuig um zu Dir, und ich bin einer von den friedenmachend Ergebenen (d.i. Muslimen, 46:15).

Gegründet 1985

Als Reaktion auf das Leiden, weltweit hervorgerufen durch Kriege, Naturkatastrophen und strukturelle Not und sichtbar geworden durch die große Hungersnot in Ostafrika 1984, gründeten in Deutschland ansässige Muslime unterschiedlicher Nationalität nach einigen Vorarbeiten am 5. April 1985 das Hilfswerk muslimehelfen e.V. (mh). Sie legten damit den Grundstein für die erste organisierte muslimische Hilfsarbeit von deutschem Boden aus. Zweierlei war dabei wesentlich und miteinander verbunden – das konkrete Helfen und der Gottesbezug.

Viel hat sich verändert

Die erste Hilfsmaßnahme war eine Medikamentensammlung für notleidende Menschen im kriegsgeplagten Afghanistan. Seither sind vier Jahrzehnte vergangen, und es hat sich viel verändert, von der Fortentwicklung der Kommunikation und Medien über die welt- und innenpolitischen Verhältnisse bis hin zum Klima. Optimisten, die eine Verbesserung erwarteten, sind enttäuscht. Selbst die erst im Jahr 2000 festgelegten „Millennium-Entwicklungsziele“ der Vereinten Nationen wurden weitgehend, wenn nicht überhaupt, verfehlt. Insbesondere die weltweite Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen sinkt nicht, sondern steigt immer mehr, allein von 2023 auf 2024 um 5 Prozent auf über 122 Millionen Menschen. Ebenso kommt es zu mehr klimabedingten Naturkatastrophen, die vor allem den ohnehin Armen ihre Lebensgrundlagen zerstören.

Während all dieser Zeit setzte muslimehelfen sich ein „für bedürftige Menschen vor allem in Notstandsgebieten, bei Krieg, Hungersnot und Naturkatastrophen sowie für anderweitig unschuldig in Not geratene Menschen…“, wie es schon von Anfang an in der Satzung hieß.

Große und kleine Katastrophen

Über die großen Katastrophen wie etwa Erdbeben, Überschwemmungen oder Dürre, aber auch Kriege, die sich immer wieder ereignen, berichten die Medien und machen damit auf die Notwendigkeit aufmerksam, den Betroffenen zu helfen. Doch daneben gibt es unzählige kleine Katastrophen, von denen man hierzulande nie etwas erfährt. Wenn beispielsweise in Kambodscha, wo viele Häuser aus Holz gebaut sind und nicht selten noch auf offenem Feuer gekocht wird, ein solches Haus niederbrennt, werden oft auch noch die nahebeigelegenen Häuser von den Flammen erreicht. Der Verlust und die daraus folgende Not für die Betroffenen sind ebenso schlimm wie die Nöte der Opfer von großen Katastrophen. Nur wenn man vielleicht Verbindungen in derart abgelegene Gegenden hat, wird man benachrichtigt und kann dann möglicherweise Menschen in Not Beistand leisten. muslimehelfen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder auch um Hilfe bei kleinen Katastrophen gebeten und konnte sie leisten, al-hamdu li-llah.

Vom Ehrenamt zur Professionalisierung

muslimehelfen begann seine Arbeit als ein sehr kleiner Kreis von „Ehrenamtlichen“, die alles Erforderliche von zuhause aus erledigten und die damit verbundenen Kosten trugen. Die weitere Entwicklung machte schrittweise eine Professionalisierung erforderlich. Sowohl der wachsende Umfang der Spenden als auch die Umsetzung der Hilfsprojekte waren allein von den freiwilligen Mitwirkenden nicht mehr zu bewältigen. Nach etwa fünf Jahren erfolgte erstmals die Einstellung einer unterstützenden Teilzeitkraft und 1993 infolge des Bosnienkriegs erstmals einer Vollzeitkraft. Heute hat muslimehelfen ein Büro mit drei kleinen Abteilungen, überwiegend mit Schwestern als Teilzeitbeschäftigten, die sich um die Bereiche Projekte, Spenden und Verwaltung kümmern.

Ein Gemeinschaftswerk geblieben

An die Stelle der Gründer und anfänglichen Helfer sind längst ihre Nachfolger getreten. Doch trotz mancher Veränderungen ist muslimehelfen ein Gemeinschaftswerk von Muslimen in Deutschland geblieben, das in den vergangenen 40 Jahren allein durch Allahs Hilfe und nur mit der Unterstützung der Spender seine zahlreichen Projekte verwirklichen konnte. Sie hier alle auch nur aufzuzählen, geschweige denn zu schildern, ist nicht möglich. Angefangen mit der Medikamentensammlung von 1985 waren es bald um ein halbes Dutzend im Jahr, dann zunehmend mehr, und schließlich über Hundert jährlich. Allein im vergangenen Jahrzehnt waren es nach Angabe auf der muslimehelfen-Internetseite über 1300. Insgesamt müssen es Zehntausende von Bedürftigen gewesen sein, denen die Hilfsmaßnahmen zugutekamen.

Information über Projekte

Zu Beginn informierte muslimehelfen über die Projekte durch Berichte in der Zeitschrift „Al-Islam“. Später kamen gelegentliche muslimehelfen-Infoblätter hinzu, im März 2000 die erste Ausgabe der „muslimehelfen-zeitung“, und dann mit der Internetseite „www.muslimehelfen.org“ und den „Social media“ sowie „Youtube“ Informationsmöglichkeiten, die es zur Gründungszeit von muslimehelfen noch gar nicht gab.

Arten von Projekten

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Arten von Projekten herausgebildet. Die Hilfsmaßnahmen von muslimehelfen sind teils durch den Jahresablauf oder durch besondere Umstände bedingt. Vom Jahresablauf bedingt sind die alljährlichen Ramadan-Projekte, die Kurban-Projekte, Festgeschenke für bedürftige Kinder und die Winterhilfe. Umständehalber bedingte Projekte sind Not- und Katastrophenhilfe, Flüchtlingshilfe, Waisenhilfe, Gesundheitsfürsorge und medizinische Hilfe, Behinderten- insbesondere Blindenhilfe, Bildungsförderung und Berufsausbildung sowie Existenzgründungsforderung.

Alleinstellungsmerkmale

Allen Projekten gemeinsam ist aber, daß es dabei allein um die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen geht. Dies unterscheidet muslimehelfen von vielen anderen sogenannten Nichtregierungsorganisationen, die humanitäre Hilfe oftmals mit weiteren Interessen verbinden. muslimehelfen führt Hilfsmaßnahmen durch, wo Hilfsbedürftigkeit besteht, wo die Verhältnisse vor Ort eine sinnvolle und effektive Hilfeleistung erlauben, wo die Hilfsmaßnahmen allein den Hilfsbedürftigen zugutekommen und die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Die Projekte erfolgen stets in Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern vor Ort. Auslandsbüros und die damit verbundenen Kosten werden so vermieden. Auch längerfristig angelegte Projekte gehen in die Verantwortung der Partner über, selbst wenn muslimehelfen bei Bedarf weiter unterstützt.

Das erste Jahrzehnt

Über die ersten zehn Jahre berichtete das muslimehelfen-Infoblatt zum Ramadan 1996, nachstehend gekürzt, wie folgt:

1985 

  • Als Reaktion auf das Leiden, das Muslimen weltweit durch Kriege, Naturkatastrophen und strukturelle Not widerfährt, gründen in Deutschland ansässige Muslime unterschiedlicher Nationalität das Hilfswerk muslimehelfen V. Sie legen damit den Grundstein für die erste organisierte islamische Hilfsarbeit von deutschem Boden aus….

1986  

  • muslimehelfen versorgt Hungernde in Äthiopien und organisiert… mit anderen…
  • einen Medikamententransport für afghanische Flüchtlinge.
Sachspenden für Afghanistan, Februar 1986

1987

  • Auch in diesem Jahr zwingt der Krieg, den die damalige Sowjetunion nach Afghanistan getragen hat, zu umfassender Flüchtlingshilfe von Pakistan aus: Medikamente, Lebensmittel und Decken.

1988  

  • Zwei erste längerfristige Projekte… Flüchtlingshilfe von Uganda aus,
  • und finanzielle Unterstützung von Witwen und Waisen in Palästina…

1989  

  • Hungersnöte in Äthiopien und … Sudan erfordern… Unterstützung… mit Lebensmitteln und Medikamenten.
  • Nach… Erdbeben im Iran erstmals Hilfslieferungen auch in dieses Land.

1990  

  • Schwerpunkt… Hilfe für Palästina in… der Intifada … Patenschaften für Waisenkinder.

1991  

  • … Lebensmittel und Medikamente nach Albanien… In Palästina… Aufbau einer Poliklinik…
  • Hilfslieferungen in afrikanische Länder… verstärkt.
  • Nach Afghanistan… Medikamente und medizinisches Großgerät…

1992  

  • Lebensmittel, Medikamente und medizinisches Gerät… verschifft… Sudan, Somalia, Uganda, Tansania und Südafrika.
  • Erstmals erreichen Hilfsgüter Bosnien.

1993  

  • muslimehelfen und Muslim Aid vereinbaren enge Zusammenarbeit…
  • Bosnienhilfe…
  • neben der Hilfe für Afghanistan, Palästina und Afrika das größte Volumen…
  • Brunnenbauprojekte in Sierra Leone… seit 1991… abgeschlossen.

1994  

  • Bosnienkrieg verlangt… größten Einsatz. In Visoko … pharmazeutische Produktion aufgebaut… großangelegte Paketaktion…
  • In Sri Lanka… Grundstück zur Ansiedlung von muslimischen Flüchtlingen… finanziert.
  • Im Sudan … Schulen, Lehrstätten und Selbsthilfeprojekt aufgebaut und ausgestattet. Muslimische Studenten in der GUS und Muslime in Kasan … finanziell und mit Medikamenten unterstützt…

1995  

  • Pakete für Bosnien… unterschiedlichen… Zielgruppen angepaßt: Hungernde, Mütter und Säuglinge…
  • In Palästina… Bau einer Poliklinik in Gaza-Stadt gefördert… mit AREA…
  • Mutter-Kind-Pflegezentrum in Kandahar…
  • Medikamente erreichen Muslime in Togo, Kuba und Albanien… In Tschetschenien… medizinische Hilfe…
Mutter-Kind Gesundheitsfürsorge Jalalabad/Afghanistan Okt. 1995

Das zweite Jahrzehnt

Im Dezember 1994 hatte der erste Tschetschenienkrieg begonnen, der Bosnienkrieg endete im Dezember 1995, und die enge Zusammenarbeit mit Muslim Aid lief nach einiger Zeit aus. Ein zusammenfassender Blick auf die Projekte im zweiten Jahrzehnt erschien in der muslimehelfen-zeitung 3/2005, nachstehend nur stark gekürzt wiedergegeben:

1996  

  • Hilfsmaßnahmen für Bosnien… Container mit Hilfsgütern kamen in Senegal an, …
  • Studenten in der ehemaligen Sowjetunion gefördert…
  • Waisenkinder im Sudan erhielten Kleidung, …
  • Klinik in Lomé (Togo) medizinische Ausstattung…
  • umfangreiche Kurban-Aktion eingeleitet und seither jährlich durchgeführt.

1997  

  • Mutter-Kind-Zentrum in Dschalalabad… zweites… in Herat (Afghanistan)…
  • Universitätskrankenhaus Lomé (Togo)… medizinische Geräte (Dialyse u.a.m.),
  • ebenso… Kinderkrankenhaus… Alexandria (Ägypten) und…
  • Krankenhaus Priština (Kosovo).
  • In… Flüchtlingslagern bei Muzaffarabad (Kaschmir/Pakistan) wurden 746 Kinder… neu eingekleidet.
  • Nochmals… Studenten in Russland unterstützt, …
  • in Tulkarem (Palästina) Waisenkinder… Die Palästina-Waisenhilfe… erweitert in „muslimehelfen Waisen“…

1998   

  • … infolge El-Nino-Trockenheit… Reisverteilung im Gebiet Zamboanga (Mindanao). In…
  • Rückkehrersiedlung der Krimtataren… Bachtschisaray (Ukraine) …
  • „Medical Point“ … in Betrieb… Auch für Kosovo… medizinische Hilfe…
  • Weitere Hilfeleistungen… in Afghanistan, Burkina Faso, Ghana, Palästina, Senegal und Uganda.

1999  

  • Kosovo… Soforthilfe sechs Tonnen Lebensmittel, Hygiene-Artikel … drei Tonnen Medikamente… zeitweilig Koordinierungsstelle in Pogradec (Albanien)…
  • 12 000 Hilfspakete an Kosovo-Flüchtlinge…
  • Erdbebenkatastrophe… Türkei… Soforthilfe… 400 kg Medikamente und Wasserreinigungstabletten… anschließend mehrfach Lebensmittel und Zelte, … dann vor allem Wohncontainer…
  • Hilfe für Tschetschenienflüchtlinge in Georgien… fortgesetzt…
Hygieneartikel in Kosovo, 1999
Wohncontainer nach Erdbeben in der Türkei 1999

2000  

  • Erneut… Ostafrika… Dürrekatastrophe… in Fafan (bei Dire Dawa, Äthiopien)… Mutter-Kind-Ernährungsstation…,
  • In Kenia… zehn neue Brunnen gebaut und zehn… bestehende mit Handpumpen ausgestattet…
  • in Afghanistan… Flüchtlinge… erhielten über vier Monate Lebensmittelpakete und Haushalts-Sets… in Kabul…
  • Flüchtlinge in Peschawar (Pakistan) … Steppdecken für den Winter…
Mutter-Kind Ernährungsprogram in Äthiopien 2000.

2001  

  • Tschetschenische Flüchtlinge in Georgien…
  • erneut… Lebensunterhalt und Gesundheitsversorgung. Medizinisches Gerät… nach Baku (Aserbaidschan)… dort zudem… Hilfsprojekt für tschetschenische Mütter und Waisen…, auch in den Folgejahren…
  • Reisverteilungen in Mindanao (Philippinen)…
  • fortgesetzt… Erdbebenopfer in Gujarat (Indien)… unterstützt…
  • Auf der Krim (Ukraine)… „Medical Point“ in Bachtschisaray… zudem… dort… TBC-Vorsorgeprogramm…

2002  

  • Lebensmittelpakete, Decken… in… Nangarhar (Afghanistan) und… Kabul… Abazak-Klinik (Provinz Logar)… mit Personal und Medikamenten ausgestattet…
  • Lebensmittelhilfen sowie Erste Hilfe-Material… nach Jericho und Hebron (Palästina),
  • Lebensmittelhilfe… in zehn Dörfern bei Garut (Java, Indonesien)…
  • Versorgung von Kriegsflüchtlingen mit Reis in… North Cotabato und Davao (Mindanao, Philippinen), „Medical Mission“ auf Palawan (Philippinen)… Unterstützung eines Waisenhauses in Karabulag (Inguschetien)…

2003  

  • „40 Brunnen“-Projekt für Ostafrika…
  • Lebensmittelhilfen… in Sierra Leone…
  • Medikamente für … bevorstehenden Krieg… in den Irak gebracht, … Notversorgung mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Wasser in Bagdad, Kerbela und Basra (Irak)…,
  • in Grozny (Tschetschenien) Ambulanz („Medical Point“) insbesondere für Frauen …
  • Medikamente für die El-Wafa-Klinik… sowie Unterstützung der Zentralen Blutbank in Gaza (Palästina),…
  • Lebensmittelpakete… für Rückkehrerfamilien im Gebiet Srebrenica (Bosnien) 20 Milchkühe…

2004  

  • … Hilfe für die Überlebenden des… Erdbebens in Bam (Iran)…
  • Erdbebenopfer um Al-Houceima (Marokko) erhielten Unterstützung…
  • In Afghanistan sorgte muslimehelfen für die Neueröffnung… eines Krankenhauses in… Gardez (Provinz Paktia)…
  • Puwami-Moschee-Klinik in… Slum von Nairobi (Kenia) erhielt… Medikamentenausstattung…
  • tschetschenische Flüchtlinge in Georgien Winterhilfen,…
  • groß angelegte Sammelaktion von Brillen, … für bedürftige Brillenträger in Kenia…
  • Am 26. Dezember 2004 … die ersten Nachrichten von… Flutwellenkatastrophe in Süd- und Südostasien ein. muslimehelfen… noch am selben Tag aktiv, lieferte bereits drei Tage darauf Trinkwassertanks, Wasserpumpen, Bodenmatten sowie Lebensmittel nach Marathamunai (Sri Lanka) und traf Vorbereitungen für… Notpakete in Indien und Indonesien.

Das dritte Jahrzehnt

2005  

  • Im Vordergrund… stand… das Tsunami-Katastrophengebiet…
  • im Januar im Gebiet Cochin (Kerala, Indien) Haushalts-Sets und Medikamente an Flutopfer…
  • und versorgte obdachlos gewordene Überlebende in Aceh (Indonesien) mit Lebensmitteln…
  • Seit Abschluss der akuten Nothilfephase… für 100 obdachlose Familien in Nintavur und Kuchavelli (Sri Lanka) feste Notunterkünfte…
  • ein Waisenhaus für Mädchen in Kinniya… und… eine medizinische Ambulanz. In Aceh (Indonesien)…
  • nochmals Lebensmittel… und Notinstandsetzung zerstörter Häuser… in Durung… Witwen durch ein kleines Landwirtschaftsprojekt… zu eigenem Lebenserwerb zu kommen… , ein zweites ebenfalls speziell zur Unterstützung von Witwen mit Kindern vorgesehenes Projekt ist in Sigli angelaufen. Erneut wurde die „Woche der Waisen“ durchgeführt und die Sammeldosenaktion erweitert. (Verkürzt aus muslimehelfen zeitung 3/2005)
2005 in Sri Lanka Tsunamihilfe mit Wasserpumpen
Beratung mit Tsunami-Betroffenen in Aceh, Indonesien, 2005

Mittlerweile waren die Projekte im dritten Jahrzehnt so zahlreich geworden, daß später in der muslimehelfen-zeitschrift nur noch über die verschiedenen Kategorien berichtet wurde. Unter der Überschrift „Sorgen nehmen, Hoffnung geben“ war zu lesen: Seit 30 Jahren leistet muslimehelfen humanitäre Hilfe. Immer bemüht durch die Hilfsprojekte in die Zukunft der Begünstigten zu investieren. Natürlich sind kurzfristige Hilfen wie im Ramadan oder zu Kurban wichtig. Noch wichtiger ist die Nachhaltigkeit der Projekte, das bedeutet eine langandauernde Wirkung der Spenden. Schon jetzt laufen Projekte erfolgreich, die vor vielen Jahren begonnen wurden. Diese entwickeln sich so gut, dass sie den Bedürftigen langfristig nutzen.

Bildung

Die Bildungsprojekte von muslimehelfen dienen besonders den Kindern, aber auch jungen Erwachsenen. Oft fehlt ihnen Zugang zu Bildung. Erst Ende 2014 hat zum Beispiel das Dorf Vranjt Gujras in Albanien seine erste Grundschule errichten können. Gani H. lebt in dem Dorf und sagt dazu: „Wenn eine Schule gebaut wird, ist das nicht nur für einen Moment gut, das ist wichtig für die Zukunft.“

Nahrung und Landwirtschaft

Hierbei geht es um die Verteilung von Lebensmitteln. Neben dieser kurzzeitigen Hilfe wird auch nachhaltig geholfen. Wie 2014 in Uganda, wo 80% der Einwohner von der Landwirtschaft leben. Den Bedürftigsten im Bezirk Mpogo wurden 10kg Saatgut und 3 Hacken ausgegeben. Bauer Mukite A. aus Kadua, Sironko fasst zusammen: „Das wird unsere landwirtschaftliche Arbeit vereinfachen. Wir haben Hacken und Saatgut erhalten und das hat unseren Lebensstandard verbessert.“

Uganda 2014

Medizin & Gesundheit

Kranken und Verletzten, die sich keinen Arztbesuch leisten können, wird geholfen. Auch Krankenhäuser und mobile Kliniken werden ausgerüstet, um Hilfe langfristig gewährleisten zu können. Das Tawfiq Hospital in Kenia ist eines davon. Es hat drei Inkubatoren erhalten. Frühgeborene, wie der 1200 g leichte Ali, konnten mit den Geräten behandelt werden. Seine Mutter Rukia sagt: „Ich bin Euch so dankbar, dass ihr dem Tawfiq Hospital die Geräte gespendet habt.“

Selbsthilfe

Hilfsbedürftigen soll die Möglichkeit gegeben werden aus eigener Kraft und auf erlaubte Weise ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Berufsbildungszentrum in Ruanda ist ein gutes Beispiel dafür. Jugendliche erhalten hier eine Ausbildung, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. So sieht das auch Herr Ayoub, der Projektmanager: „Dieses Projekt bietet eine Lösung.“

Frauenhilfe

Diese Projekte fördern ausschließlich alleinstehende und alleinerziehende Frauen. Sie sollen sich und ihre Familien langfristig selbst versorgen. Das funktioniert bei der Frauen-Kooperative aus Ruanda schon gut. Die Endprodukte, die sie mit den gespendeten Maismühlen herstellen, verkaufen sie und erwirtschaften so ihren Lebensunterhalt. Erst kürzlich wurde das Projekt durch den Bau eines neuen Maismehllagers erweitert. „Es ist so eine Freude,“ sagt die 43-jährige Murekezi T., Mitglied der Nyagatare Vision Cooperative, „Möge Allah euch belohnen.“

Ruanda 2014

Existenzgründung

In Kambodscha haben 150 Familien zwischen Mai 2014 und Mai 2015 einen Mikrokredit erhalten. Natürlich zinslos. Einzelhändler wie die Schneiderin Kei A. aus Phnom Penh konnten so ihre Geschäfte festigen und erweitern. „Ich habe mich so über den Mikrokredit gefreut, weil er ohne Zinsen ist und ich ihn Schritt für Schritt zurückzahlen kann“, berichtet sie.

Waisenhilfe

Waisen erhalten neben den anderen Projekten noch eine zusätzliche Hilfe. Dazu gehören Verpflegung, medizinische Versorgung und Bildung. Ihre selbst bedürftigen Verwandten sind für jede Hilfe dankbar. So wie Yasmeen, die Tante des Waisenjungen Musharaf aus Indien: „Einige meiner Lasten haben sich durch diese Ausbildungshilfe von muslimehelfen verringert. Jetzt habe ich Hoffnung, dass er eine gute Ausbildung haben wird und sein Traum, Arzt zu werden, sich erfüllen wird“.

Not- & Katastrophenhilfe

Durch einen eigenen Notfallfonds kann muslimehelfen bei Katastrophen und Notständen unmittelbar und gezielt Hilfe leisten. So konnten nach der schweren Flut in Kaschmir dort zügig neue Unterkünfte gebaut werden. Witwen, wie der 62-jährigen Jana Begum, wurde geholfen: „Mein Haus wurde zerstört. Ich hatte keinen Ort zum Leben. Durch die Gnade Gottes haben mir einige gute Leute ein Häuschen gebaut. Sie werden dafür belohnt.“ Inschallah.

Winterhilfe

In schwerzugänglichen Gebieten wird armen Gemeinden zum Jahreswechsel geholfen, wie dem Kindergarten in Rozaje, einer Stadt in Montenegro.

Die 52 Kleinkinder dort haben seit 2014 eine Heizung. Eltern wie Mersiha G. sind nun beruhigt: „Als Mutter bin ich besonders für die Heizung dankbar, weil ich mich jetzt nicht mehr sorgen muss, dass mein Kind sich dort erkältet.“ (muslimehelfen 3. Ausgabe 2015)

Diese Darstellung übergeht leider viele für muslimehelfen wichtige Projekte aus dem dritten Jahrzehnt, auf die einzugehen hier indes auch hier der Platz fehlt. Nur als Beispiele seien erwähnt Projekt Olivenbaum Gaza 2007-2009, Erdbebennothilfe Pakistan 2007-2009, Zweites Waisenhaus Bau Sri Lanka 2007/8, Waisenschule Bau Burundi 2009/10, Waisenschule Bau Garut/Indonesien 2010/11, Blindenzentrum Togo 2010, Klinik Bau Haiti 2012, Berufsbildungszentrum Bau Ruanda 2012, Blindenzentrum Bau Togo 2013.

Montenegro Winterhilfe 2014

Das vierte Jahrzehnt

Von mancherlei Widrigkeiten abgesehen, die nicht allein muslimehelfen betrafen, brachte das vierte Jahrzehnt (2015-2024) der Arbeit von muslimehelfen, zwei besondere Schwierigkeiten, die zu bewältigen waren. Einerseits machten personelle Veränderungen die Einarbeitung jüngerer Mitarbeiter, im Übrigen meist Schwestern, notwendig. Andererseits verursachten die coronabedingten Einschränkungen 2020-2023 veränderte Arbeitsweisen, vermehrten den Bedarf an Hilfsmaßnahmen aber erschwerten zugleich deren Umsetzung vor Ort und schränkten auch den persönlichen Kontakt mit den Partnern ein.

Zudem konnte muslimehelfen sich als freies, von Regierungen, Parteien und anderen Interessen unabhängiges muslimisches Hilfswerk wie schon in der Vergangenheit nicht überall betätigen, wo es notwendig und wünschenswert war. Dennoch gelang es mit Allahs Hilfe neben den üblichen Ramadan-, Kurban- und Winterhilfeprojekten weiterhin zahlreiche Hilfsmaßnahmen umzusetzen, darunter 2015 für Flüchtlinge aus Syrien in Serbien, Bosnien und im Libanon sowie für Flüchtlinge von der Krim in der Ukraine, Berufsvorbereitungszentrum Bau Indien 2016-2019, seit 2017 Unterstützung für Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar in Bangladesch, Indien und Nepal, Erweiterung der Waisenschule Burundi 2017, Krankenhauserweiterung Malindi/Kenia 2018, Waisenhilfen u.a. in Burundi, Indien, Simbabwe 2019, Betrieb des Blindenzentrums in Kadambara/Togo, zahlreiche Corona-Nothilfen in Ländern Afrikas und Asiens 2020-2021, Kleinbauernhilfe in Simbabwe 2023 und viele andere. Für die Begünstigten sind sie allesamt erfreulich, besonders bemerkenswert ist vielleicht eines der Solarprojekte 2024:

Auf den Flachdächern der beiden von muslimehelfen 2005 und 2008 erbauten Waisenhäuser in Kinniya/Sri Lanka wurden 2024 Solarmodule installiert. Die Anlagen versorgen nun die Waisenhäuser mit ihrem eigenen Elektrizitätsbedarf, und überschüssiger Strom kann in das öffentliche Netz gehen. Die Einsparungen einerseits und Einnahmen andererseits erleichtern inschallah den Betrieb beider Waisenhäuser, ein schönes Beispiel für „sadaqa dscharija“ –  eine fortwährende gute Tat.

Anlaß zur Erinnerung

Nun ist muslimehelfen also 40 Jahre geworden, ein Anlaß, daran zu erinnern, wie wir vor 40 Jahren mit dieser Arbeit begonnen haben und wo wir heute mit Gottes Hilfe sind. Anders als der Mensch hat muslimehelfen keine Eltern. Dennoch dürfen und wollen wir Allah danken und allen, die mitgeholfen haben, muslimehelfen das sein zu lassen, was es ist, den Spendern, Helfern, Partnern, Mitarbeitern und Mitgliedern, und Allah bitten, unsere Mängel und Fehler zu vergeben und weiterhin zu Allahs Wohlgefallen und zum Nutzen für die hilfsbedürftigen Menschen als Muslime Rechtschaffenes tun zu dürfen.

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Darauf kannst Du Dich freuen:

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